"Spannendste Hochschule nördlich der Alpen"
RAVENSBURG – Gut ein Jahr nach dem Spatenstich konnte in der Rudolfstraße 11/1 ein innovatives Bildungshaus mit Wohnungen eingeweiht werden. Die unteren Stockwerke sind der Lehre der Dualen Hochschule Ravensburg gewidmet. Im Dachgeschoss wird das Wohnprojekt "Beziehungsweise" der St. Gallus-Hilfe für behinderte Menschen, einer Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau umgesetzt: Junge Menschen mit und ohne Behinderung leben hier unter einem Dach. Bauherr war die Stiftung Liebenau.
Ausdruck des Teilhabegedankens
"Mit diesem Projekt weihen wir heute nicht das größte, nicht das teuerste, aber sicher das spannendste Hochschulgebäude ein", begann Dr. Berthold Broll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Liebenau seine Begrüßung. Als "Hochschule Plus" bezeichnete er den neuen Standort. Dass Menschen mit Unterstützungsbedarf und Studierende unter einem Dach leben, sei für ihn sichtbarer Ausdruck des Teilhabegedankens. Die Lage in einem Gebäude, das von einer Hochschule genutzt werde, bezeichnete er als sehr zukunftsweisend. Das Projekt sei nur möglich gewesen, weil es von allen maßgeblichen Stellen unterstützt worden sei. Brolls Dank galt insbesondere den Ministerien für Finanzen und Wissenschaft und dem Staatlichen Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Besonders dankte er der Stadt Ravensburg für das große Engagement bei dem Projekt.
360 weitere Plätze
Freude auch beim Direktor der Dualen Hochschule, Professor Dr. Karl Heinz Hänssler, über den fertigen Bau: "Wunderbar! Ein toller Tag!" Im neuen Gebäude finden die Studiengänge Messe-, Kongress- und Eventmanagement sowie der Klassiker Handel Platz. Insgesamt können nun 360 weitere Plätze für Studierende geschaffen werden. Wie Hänssler betonte, entwickelt sich die DHBW stetig fort. Als neue Studienrichtung denkt die DHBW etwa für die nähere Zukunft an den Bereich Gesundheit und Pflege.
Standort bereichert
Oberbürgermeister Hermann Vogler betonte in seinem Grußwort, dass er den Standort Innenstadt für ein solches Projekt wie auch für die Duale Hochschule als bereichernd empfinde. "Die Innenstadt hat Zukunft und ich bin froh, dass die Entscheidung, die damalige BA in der Innenstadt anzusiedeln, so getroffen worden ist." Auch Vogler dankte den Nachbarn, von denen nie eine offizielle Klage angesichts der Bauarbeiten gekommen sei. Die Bauleitung, die die Stiftung Liebenau innehatte, bezeichnete er als "reifes Stück!. Überhaupt sei die Stiftung Liebenau für die Kommune ein verlässlicher Partner.
Jedes Talent fördern
Bemerkenswert findet der Gründungspräsident der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Professor Dr. Hans Wolff die Kooperation der Dualen Hochschule mit der Stiftung Liebenau. Er betonte, wie wichtig es sei, dass die Dualen Hochschulen in die jeweiligen Regionen eingebettet seien. "Mein Eindruck ist, dass dies in Ravensburg gelingt. Die Oberschwaben stehen eben zusammen." Auch angesichts der demografischen Entwicklung müsse jedes Talent gefördert werden.
Bewohner genießen die Stadt
Von ihren Eindrücken in den ersten Wochen in der Rudolfstraße berichtete Bewohnerin Claudia Peter. Sie genieße das Bummeln in der Stadt und den Balkon. Zu den Studierenden, die demnächst einziehen werden, werde sie aktiv den Kontakt suchen. Sie lud alle Interessierten im Anschluss an die Einweihung zur Besichtigung ein. Den symbolischen Schlüssel an die Stiftung Liebenau, die Duale Hochschule und die Bewohner überreichte Architekt Andreas Reinhardt vom Architekturbüro Zyschka aus Mengen.
Langjährige Erfahrung
Dekan Dr. Friedrich Langsam und Pfarrer Steffen Giehrl nahmen schließlich die Einweihung vor. "Wer anfängt, beruft sich auf andere Anfänge", sagte Langsam und spielte damit auf die langjährigen Erfahrungen beider Kooperationspartner – die Stiftung Liebenau rund 140 Jahre, die DH 35 Jahre – an. Eingebettet war die Veranstaltung in mehrere, erfrischend anrührende Stücke der DH-Band: Carolin Borst und Regina Euring sangen, Keyboard spielte Johannes Loose.
Susanne Droste-Gräff, erstellt am 04.03.2010
|
Mit der symbolischen Schlüsselübergabe an die Stiftung Liebenau, die Bewohner und die Duale Hochschule Ravensburg wurde das innovative Wohn- und Bildungsprojekt jetzt seiner Bestimmung übergeben: (v.l.) Vorstandsvorsitzender der Stiftung Liebenau Dr. Berthold Broll, Architekt Andreas Reinhardt, Bewohnerin Claudia Peter und Hochschuldirektor Professor Dr. Karl Heinz Hänssler.
Foto: Droste-Gräff
|