Fußballturnier und Open Air der St. Gallus-Hilfe in Rosenharz
ROSENHARZ – Wie sehr Fußball verbindet, zeigte sich wieder einmal beim Fußballturnier mit anschließendem Open Air der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) in Rosenharz. Zum ersten Mal war es ein Turnier für Menschen mit und ohne Behinderung. Kinder aus der Rosenharzer Nachbarschaft traten als Youngsters zum Spiel an, Mitarbeiter der Stiftung Liebenau aus Hegenberg, Ravensburg, Liebenau und Rosenharz stellten eine Promimannschaft, die Fußballer aus den Einrichtungen in Hegenberg und Liebenau waren da und die Traditionsmannschaft vom TSV Bodnegg.
Das Spiel ums Leder verbindet
Anpfiff war Punkt halb vier. Der FC Rosenharz war in Form, punktete mit Toren. In der nächsten Runde traten die Girlfreaks gegen die Promis an. Die Emotionen kochten. Am liebsten hätten die Girlfreaks den Schulleiter Franz Gitschier aus Hegenberg am Spielfeldrand gesehen. Denn der Mann mit den roten Stulpen versenkte jeden Ball in ihrem Tor.
Heimelig war es im Garten des Förder- und Betreuungsbereichs, wo die Hauswirtschaft Kaffee und Kuchen anbot. Spannend war es am Sportplatz. Moderator Carsten Heinrich war zufrieden: "Es ist klasse, wie gut das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung funktioniert." Dazu hat der Bolzplatz der St. Gallus-Hilfe Rosenharz einen entscheidenden Beitrag geleistet.
Petition an die Gemeinde Bodnegg und die St. Gallus-Hilfe
Fast täglich spielen Kinder und Jugendlichen aus Bodnegg auf dem Platz. Hier wächst eine Generation auf, die keine Scheu hat vor Menschen mit Behinderung. Doch im nächsten Jahr soll auf dem Fußballplatz gebaut werden. Damit sie sich auch weiterhin mit den Kickern aus Rosenharz treffen können, sammelten die Youngsters Unterschriften, bitten die Gemeinde Bodnegg und die St. Gallus-Hilfe Rosenharz um einen alternativen Bolzplatz. Christine Beck, Bereichsleiterin der St. Gallus-Hilfe, war beeindruckt. Sie versprach den Youngsters: "Wir werden eine Lösung finden."
Special Olympics bald auch in Bodnegg
Zwischen dem FC Rosenharz und dem TSV Bodnegg bestehen Kontakte. Im vergangenen Jahr etwa traten sie gemeinsam zum Turnier auf dem Sportplatz der Gemeinde an. Die Kicker mit und ohne Behinderung waren begeistert. Das motiviert die Trainer vom FC Rosenharz. Im nächsten Jahr wollen sie die Mannschaften von Special Olympics nach Bodnegg holen. Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung und vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt. Bis dahin ist eine weitere Zusammenarbeit mit dem TSV Bodnegg geplant. "Eine gute Kooperation im gegenseitigen Respekt", lobte Frederik Weiß, Trainer vom FC Rosenharz.
Christine Beck ehrte die Kicker. Dynamo Lukas, Girlfreaks, Lokomotive Hegenberg und St. Gallus-Hilfe teilten sich den fünften Platz. Der FC Rosenharz wurde Vierter, die Youngsters Dritte. Den zweiten Platz eroberte die Promimannschaft. Sieger war der TSV Bodnegg.
Open Air im Sinnesgarten
Nach dem Spiel entführte das Duo "Music Affair" mit flotten Rhythmen in den Sinnesgarten der St. Gallus-Hilfe. Das Team der Wohngruppe Vinzenz 04 verwöhnte mit raffinierten Cocktails. Für Spieler und Gäste war es gleichermaßen angenehm, nach einem langen Tag zwischen Rosen und Kräuterbeeten zu sitzen. Die launigen und rockigen Schlager lockten auf die Tanzfläche.
Das Fußballturnier und die Band sponserten Moba Tec, Sanitätshaus Martin, AXA Versicherungen und Gasthaus zum Löwen in Gornhofen.
Hintergrund: Neubau auf dem Rosenharzer Fußballplatz
Der Rosenharzer Fußballplatz ist in der warmen Jahreszeit beliebter Treff für Rosenharzer Kinder und Jugendliche und für die Fußballerinnen und Fußballer vom FC Rosenharz. Dort wird zusammen gespielt, mit- und gegeneinander gekämpft. Dort findet das statt, was mit dem Begriff "Inklusion" gemeint ist. Ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, im Lauf der Zeit gewachsen und ganz ohne professionelles oder institutionelles Zutun.
Dieser Platz muss nun einem Neubau weichen. Die Verantwortlichen der Rosenharzer Ortsentwicklung, die im Frühjahr dieses Jahres vom Förderausschuss in Stuttgart grünes Licht bekam, hätten dies gerne verhindert. Doch die Förderzusage machte eine Änderung der Pläne notwendig. Der Neubau wird für 46 Menschen mit einer Behinderung zu einer neuen Heimat werden. Einige Gebäude in Rosenharz – bestehend zum Teil aus sehr alter Bausubstanz - entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen.
Eine schwere Entscheidung
Da die Mittel für den Neubau eines Wohnheimes voraussichtlich im Frühjahr 2011 bereitgestellt werden, muss zeitnah mit dem Bau begonnen werden. Das heißt, die St. Gallus-Hilfe kann nicht warten, bis ein altes Gebäude abgerissen wird. Für den Neubau kommt nur eine unbebaute Fläche in Frage. Die einzige Fläche, die vorhanden ist, ist der Fußballplatz. Diese Entscheidung fiel schweren Herzens, denn die Bedeutung des Platzes liegt auf der Hand. Ein neuer Fußballplatz soll zwar später mitten im Ort in Abstimmung mit der Gemeinde Bodnegg den Abschluss der Ortsentwicklung krönen. Doch werden bis zur Umsetzung Jahre ins Land ziehen.
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erstellt am 16.08.2010