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Lothar Riebsamen MdB besucht Stiftung Liebenau

26.08.2010 – Auch die Stiftung Liebenau in Meckenbeuren war Station auf der Sommer-Tour von Lothar Riebsamen durch den Wahlkreis. Im Fokus der Gespräche stand die Bedeutung der St. Lukas-Klinik. Außerdem adressierte der Vorstand sein Anliegen, bei der Abrechnung medizinischer Leistungen in der Psychiatrie als eigenständiges Segment berücksichtigt zu werden.


Pfeiler der sozialen Infrastruktur in der Region

Der Besuch von Lothar Riebsamen in der St. Lukas-Klinik und der Austausch mit
Verantwortlichen der Stiftung Liebenau erfolgte in doppelter Funktion: Zum einen würdigte er als Abgeordneter des Wahlkreises Bodensee die wichtige Funktion der Stiftung als Pfeiler der sozialen Infrastruktur in der Region. Als Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages und Berichterstatter der CDU/CSUFraktion u. a. für das Krankenhauswesen sprach er zum anderen über die bevorstehende Einführung von Klassifizierungsmerkmalen zur Abrechnung medizinischer Leistungen in der Psychiatrie.

Kompetenz der St. Lukas-Klinik ausbauen

Die St. Lukas-Klinik bietet medizinische, zahnärztliche und therapeutische Betreuung für Menschen jeden Alters mit geistigen Behinderungen, Entwicklungs- oder Kommunikationsstörungen, mit großem Erfolg: "Unsere Kapazität ist dauerhaft ausgeschöpft", bestätigte Dr. Wolfgang Wasel. Und Dr. Markus Nachbaur betonte: "Psychiatrische Erkrankungen bei behinderten Menschen zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln, ist eine große Herausforderung". Die St. Lukas-Klinik habe sich darin einen Namen gemacht und wird von anderen Ärzten und Kliniken um Rat gefragt. "Hier decken wir einen eher kleinen aber hoch spezialisierten Bereich ab", so Nachbaur weiter. Credo der Stiftung sei daher, die Lukas-Klinik weiter zu einem Kompetenzzentrum auszubauen.

Herausforderung: DRGs in der Psychiatrie

Sorge bereite allerdings die bevorstehende Neuausrichtung des Abrechnungssystems. Diagnosebezogene Fallgruppen – oder kurz "DRGs" genannt ("Diagnosis Related Groups") – werden zwar seit 2003 erfolgreich in Krankenhäusern eingeführt. Beim bevorstehenden Übertrag auf psychiatrische
Einrichtungen kommt es aber darauf an, ein an die Bedürfnisse der Psychiatrie und Psychotherapeutischen Medizin adaptiertes System mit fachspezifischen Prozeduren und Möglichkeiten der Schweregradabbildung zu schaffen.

Hintergrund ist die oft besonders aufwendige – und damit teure – Behandlung von behinderten Menschen. So berichtete Wasel, dass man für eine Wurzelbehandlung eine Vollnarkose benötige und ein Beinbruch nur während eines mehrwöchigen Krankenhausaufenthalts ausheile. Und Nachbaur bestätigte: "Wegen der hohen Komplexität der Behandlung reichen die veranschlagten Kennziffern für klinische Leistungen auf unserem Fachgebiet oftmals nicht aus. Notwendig sind entsprechende Zusatzentgelte, die es zwar grundsätzlich gibt, jedoch bislang nicht ausreichend finanziert sind." Nun erhoffen sich Stiftungs- und Klinikleitung wenigstens bei den DRGs in der Psychiatrie nicht "hinten runter zu fallen".

Lothar Riebsamen: Mehraufwand muss sich im Entgeltsystem widerspiegeln

Lothar Riebsamen MdB versicherte, sich in seiner Fraktion und im
Gesundheitsausschuss des Bundestages für eine Lösung einzusetzen. Ebenso
müssten Gespräche mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft geführt werden. "Klar ist jedenfalls: Der notwendige Mehraufwand muss sich im Entgeltsystem widerspiegeln", so Riebsamen. Um dies zu finanzieren, komme man aber an
Einsparungen an anderer Stelle nicht vorbei. So müsse etwa nicht jede Taxifahrt
zum Facharzt bezahlt und nicht jede Kur genehmigt werden. Zwar könne das von manchen dann wieder als "sozial ungerecht" empfunden werden. "Aber da kommen wir wohl nicht drum herum", so Riebsamen abschließend.

 


Kontakt:
Stiftung Liebenau Kommunikation
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren

Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117

erstellt am 06.09.2010


Lothar Riebsamen MdB in Liebenau

v.l.n.r.: Dr. Markus Nachbaur, Stiftung Liebenau; Dr. Edgar Kessler, St. Lukas-Klinik; Lothar Riebsamen MdB; Wolfgang Oppholzer, St. Lukas-Klinik; Dr. Wolfgang Wasel, Stiftung Liebenau.

Quelle: Büro Lothar Riebsamen MdB