1850 |
Adolf Aich war Realschullehrer in Rorschach, Kanton Sankt Gallen/Schweiz. Er reist viel in Europa und sammelt Eindrücke im Umgang mit sozialen Aufgabenstellungen. Besonderes Interesse hat er an den Privatkrankenanstalten. |
1859 |
Adolf Aich wird Kaplan in Tettnang St. Johann |
1866 |
 |
| Kaplan Adolf Aich |
Kaplan Adolf Aich und sozial engagierte Tettnanger Bürger gründen in Tettnang gemeinsam den St. Johann-Verein mit dem Ziel, das Tettnanger Spital St. Johann auf einen modernen Stand zu bringen. Dieses Ziel wird wegen Undurchführbarkeit ("weil der Spitalvater bei Wohlverhalten auf Lebenszeit angestellt war") ebenso aufgegeben wie die angestrebte "public-private-partnership" für ein gemischtes kommunal-privates Krankenhaus (wegen der absehbaren Erfolglosigkeit der Verhandlungen mit den Gemeinden).
Der Verein fasst den Entschluss, "ein ganz unabhängiges Krankenhaus aus lauter freiwilligen Beiträgen" zu gründen. |
1870 |
 |
| Schloss Liebenau |
Adolf Aich kauft als Privatperson das Schloss Liebenau. Er bezieht das Schloss im gleichen Jahr mit einigen Pfleglingen und sechs barmherzigen Schwestern. Adolf Aich ist bis 1878 Anstaltsvorstand, gegen den ausdrücklichen Wunsch des Bischofs. |
1873 |
Aus dem zwischenzeitlichen Ziel, eine Kleinkinderkrippe für die vielen ledigen Mütter in Oberschwaben zu schaffen (damit diese einer Erwerbsarbeit nachgehen können) wird eine Anstalt für Unheilbare.
Rechtliche Gründung der Stiftung Liebenau
"Seine Königliche Majestät haben vermöge Höchster Entschließung vom 10. September v. J. der Pfleg- und Bewahr-Anstalt für Unheilbare in Liebenau, Oberamts Tettnang, auf den Grund der vorgelegten Statuten das Recht der juristischen Persönlichkeit gnädigst verliehen, was hiemit öffentlich bekannt gemacht wird."
"Der Charakter der Anstalt soll der einer Privatanstalt sein, hervorgegangen aus christlicher Liebe, bestehend durch die freithätige christliche Liebe; ruhend auf katholisch kirchlicher Grundlage. Unterstützungen aus öffentlichen Kassen können den Charakter der Anstalt als einer Privat-Anstalt nicht ändern." |
1874 |
Adolf Aich wird als Pfarrer nach Wilhelmskirch versetzt, bleibt aber Anstaltsvorstand. Caspar Bueble, Bankkaufmann, wird Vorstand der Pflegeanstalt Liebenau (bis 1889). In diesem Jahr wird Caspar Bueble in den Landtag gewählt. Er ist außerdem Mitgründer und Gründungsvorstand der Tettnanger Volksbank. |
1889 |
Inspektor Kaplan Josef Hekler wird Vorstand (bis 1901) |
1893 |
Die Anstalt kauft Adolf Aich das Schloss Liebenau ab. |
1902 |
Inspektor Otto Weber wird Vorstand (bis 1910) |
1909 |
Kaplan Adolf Aich stirbt in Untermarchtal |
1910 |
Inspektor Josef Wilhelm wird Vorstand (bis 1953) |
1916 |
Todesjahr von Caspar Bueble. |
1925 |
Kauf einer Wirtschaft und eines Hofs in Rosenharz. Hier wird der zweite große Wohnbereich für Menschen mit geistiger Behinderung entstehen. |
1927 |
Kauf des St. Gebhardi-Hauses in Hegenberg, dem heutigen Standort des Kinder- und Jugendbereichs der St. Gallus-Hilfe. |
1929 |
Landerziehungsheim mit neunklassiger Hilfsschule und Berufsausbildung in Rosenharz. |
1940 |
Durch politischen Druck Beschränkung der Pflege auf "Volksgenossen". Ab Juli "Verlegung" mit Bussen in die Landespflegeanstalt Grafeneck und Ermordung von 510 Bewohnern. Weitere 150 Personen konnten von der Anstaltsleitung und dem Personal gerettet werden. Rückgang der Belegung von 1121 auf 531 Personen. Liebenau wird Internierungslager für Frauen aus "Feindländern".
|
1942 |
Tbc-Lazarett der Wehrmacht in Rosenharz. |
1943 |
Eine Abteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin lässt sich in Liebenau nieder. |
1950 |
Liebenau wieder frei von fremden Belegungen. |
1952 |
In Liebenau wird ein Schulhaus gebaut. Daraus geht die Don-Bosco-Schule hervor. |
1953 |
Direktor Max Gutknecht wird Vorstand (bis 1968). |
1968 |
Direktor Norbert Huber wird Vorstand (bis 1996). Gründung der Werkstätten für Behinderte |
1969 |
Bau einer Mitarbeitersiedlung in Hegenberg. Eröffnung einer Schule für Heilerziehungspflege in Liebenau. Umbau der Tbc-Heilstätte Rosenharz in eine Behinderteneinrichtung mit Wohnheimen und einer Werkstatt für Behinderte. |
1970 |
100-jähriges Jubiläum: Die "Heil- und Pflegeanstalt Liebenau" nennt sich nun Stiftung Liebenau. |
1971 |
Gründung des Instituts für soziale Berufe in Ravensburg. |
1972 |
Neubau Kinder- und Jugenddorf Hegenberg. Gründung einer Sonderberufsschule. |
1973 |
Die Krankenabteilung im Liebenauer Schloss wird zum Fachkrankenhaus und zieht 1975 ins St. Anna-Haus. Daraus entsteht die St. Lukas-Klinik. |
1980 |
Neubau des Berufsbildungswerkes Adolf Aich in Ravensburg für lernbehinderte Jugendliche. Fertigstellung des Hegenbergs. |
1989 |
Einrichtung einer Schule für Kranke in der St. Lukas-Klinik |
1990 |
Einstieg in die Altenhilfe durch die Zustiftung eines Altenpflegeheimes von den Sießener Franziskanerinnen (Haus St. Antonius, Friedrichshafen). |
1992 |
Helmut Staiber, seit 1968 Verwaltungsleiter und stv. Vorstand, wird Vorstand bis 30.06.2002. |
1993 |
Übernahme der Fachkliniken Wangen. Gründung der Frühförder- und Beratungsstelle für Eltern und Kind in Markdorf. |
1994 |
Gründung der Salvator Altenhilfe gGmbH. Erste Wohnanlage nach dem Konzept "Lebensräume für Jung und Alt" in Vogt. |
1995 |
Neue Organisationsform mit Holding und fünf gemeinnützigen Gesellschaften (gGmbH). Stiftung Liebenau feiert ihr 125-jähriges Bestehen. |
1996 |
Vorstand Norbert Huber scheidet aus. Dekan Dieter Worrings wird Vorstand bis 30.06.2008.
|
1998 |
Gründung der St. Anna Hilfe und der St. Anna Sozialzentren gGmbH in Österreich.
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
3340 Mitarbeiter, 166.375 TEUR Umsatz. |
1999 |
Übernahme der Kuratorenrolle für die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist, Kißlegg.
Gründung der Liebenau Service GmbH.
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
3670 Mitarbeiter, 174.553 TEUR Umsatz. |
2000 |
Verkauf der Fachkliniken Wangen an die Waldburg-Zeil Kliniken.
Dr. Berthold Broll wird mit Wirkung zum Januar 2002 zum Vorstand gewählt.
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
3420 Mitarbeiter, 158.726 TEUR Umsatz. |
2001 |
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
3560 Mitarbeiter, 174.586 TEUR Umsatz. |
2002 |
Dr. Berthold Broll wird ab Januar Vorstand der Stiftung Liebenau.
Gründung der Heilig Geist – Leben im Alter gGmbH. (25% Beteililgung)
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
3770 Mitarbeiter, 186.693 TEUR Umsatz. |
2003 |
Umwandlung des Caritas Sozialwerks e.V. in Sachsen in die Christliches Sozialwerk gGmbH mit einer 50 Prozent-Beteiligung der Stiftung Liebenau.
Gründung der St. Nikolaus Süddeutsches Kinderhospiz gGmbH. (50% Beteiligung)
Patronat über die Schweizer Stiftung Villa Helios.
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
3870 Mitarbeiter, 193.291 TEUR Umsatz. |
2004 |
Gründung der Liebenau - Leben im Alter gGmbH.
Gründung der Christlichen Hospizstiftung zur Unterstützung der Hospizarbeit im Bodenseekreis.
Gründung der Stiftung Kulturdenkmal Bad Wurzach zur Erhaltung und zur Zukunftssicherung des berühmten Barockschlosses in Bad Wurzach.
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
3880 Mitarbeiter, 201.610 TEUR Umsatz. (nicht konsolidiert) |
2005 |
Das Vorstandsgremium wird neu strukturiert: Dr. Berthold Broll wird zum Vorstandsvorsitzenden, Pfarrer Dieter Worrings zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bis 30.06.2008 berufen.
Dr. Markus Nachbaur wird drittes Vorstandsmitglied.
Gründung der Liebenau Kliniken gGmbH sowie der Liebenau - Beratung und Unternehmensdienste GmbH und der Liebenau - Gebäude und Anlagenservice GmbH.
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
4500 Mitarbeiter, 201.313 TEUR Umsatz. (konsolidiert) |
2006 |
Gründung der St. Anna Service gGmbH (Bregenz).
Gründung der Gesellschaft für Entwicklungspsychiatrie und Integration gGmbH (zu je 50 Prozent Liebenau Kliniken gGmbH und Fachkliniken Mariaberg GmbH).
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
4900 Mitarbeiter, 217.617 TEUR Umsatz. (konsolidiert) |
2007 |
Eintritt in die Genossenschaft Dorfplatz Oberhelfenschwil (Schweiz).
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
5200 Mitarbeiter, 232.122 TEUR Umsatz. (konsolidiert) |
2008 |
Pfarrer Dieter Worrings scheidet im Juni 2008 aus dem Vorstand aus.
Gründung LBU Systemhaus AG (33 Prozent Liebenau Beratung und Unternehmensdienste GmbH).
Gründung CaSa Sozialeinrichtungen gGmbH (Wien) (zu je 50 Prozent Stiftung Liebenau und Caritas der Erzdiözese Wien)
Aufstockung der Genossenschaftsanteile an der Genossenschaft Dorfplatz Oberhelfenschwil auf 91 Prozent.
Start der Sozialmedizinischen Nachsorge für Familien mit chronisch-, krebs- und schwerkranken Kindern sowie Früh- und Risikogeborenen (Kooperation mit der Oberschwabenklinik).
Kennzahlen Stiftung Liebenau Verbund:
5500 Mitarbeiter, 246.789 TEUR Umsatz. (konsolidiert) |
2009 |
Gründung der Fondazione Santa Elisabetta Bozen (Italien) mit der Caritas der Diözese Bozen-Brixen.
Ende des Rechtsstreits um den Status der Stiftung Liebenau. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim entscheidet, dass die Stiftung Liebenau eine kirchliche Stiftung des privaten Rechts auf katholisch-kirchlicher Grundlage ist. |
2010 |
 |
| Gedenkfeier für die Liebenauer Euthanasie-Opfer |
Erster Gedenktag für die Liebenauer Euthanasie-Opfer am 27. Januar 2010. |