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70 Pausen wünsch ich dir

von Prälat Michael H. F. Brock - Pausen werden im Allgemeinen unterschätzt. Endlose Sitzungen reihen sich Tag für Tag aneinander.

Ein Arbeitsablauf jagt den anderen. Aufgaben häufen sich und wir fühlen uns gejagt und gehetzt. Irgendwann bricht alles zusammen. Am Ende wir selbst. Also schenke ich dir Pausen: Zwischen den Arbeitsschritten und Abläufen, der Vielzahl der Aufgaben sagen wir einmal zwölf Pausen am Tag à drei Minuten. Aufatmen, frische Luft genießen, die Stille oder ein kurzes Gespräch.

 

Auch innerhalb von Gesprächen braucht es hin und wieder Pausen. Nachdenken, bevor ich spreche! Nicht zuletzt, wenn es um Bewertungen geht, um Meinungen, Kritik, Reaktionen. Ich schenke dir sieben Pausen für gelingende Kommunikation. Erst nachdenken, dann sprechen. Innehalten vor Wertungen!
Manchmal sind Pausen wichtiger als Worte im Gespräch: Mimik, Gesten, Schweigen.

 

Geduldige Worte statt hastiger Bemerkungen. Vor allem, wenn mich etwas oder jemand ärgert. Sagen wir zehn „Ärger-Pausen“ am Tag. Ich schenk' sie dir! Kurz Türe schließen und schweigen, anstatt dem Ärger sofort freien Lauf zu lassen. Einmal tief durchatmen, bevor eine unbedachte Äußerung den Ärger noch verstärkt. Milde Worte suchen statt großer Gebärden. Ärger wird in einer Pause meist unbedeutender, zumindest leichter zu handhaben. Lieber eine Pause mehr!

 

Und gerne schenke ich dir Pausen, um Glück und Freude zu genießen. Sagen wir zehn an der Zahl für jeden Tag. Wieviel Glück und Freude wird übersehen, nur weil wir keine Zeit haben, es wahrzunehmen. Welch ein Jammer! Dabei ist das Glück für unsere Seele so wichtig wie der Trost in unserem Herzen. Also schenke ich dir noch zehn „Trost-Pausen“ zu den „Glücks-Pausen“ für jeden Tag. Trost zu spenden oder zu empfangen, ist dabei vollkommen gleichwertig. Denn empfangener Trost ist des gespendeten Trostes Freund.

 

Und dann für die Woche. Ich möchte dir gern für jeden neuen Tag genügend Raum für Schlaf und Erholung wünschen. Und das an sieben Tagen in der Woche. Also siebenmal eine „Schlaf-Pause“, sie mögen dir gut tun. Und übers Jahr mindestens drei Wochen richtigen Urlaub. Füße und Seele baumeln lassen. Freizeit genießen mit Freunden oder Familie oder allein. So, wie es gut tut. Neue Eindrücke sammeln, neue Kraft tanken, einfach einmal abschalten vom Alltag. Denn der kommt wieder! Und dann ist es wieder so weit. Ich schenke dir zehn Pausen am Tag einfach zum Nachdenken. Damit die Worte nicht zum Plappern verkommen. Nachdenken: Was möchte ich eigentlich sagen? Wie kommen meine Worte an? Wollen sie einen anderen Menschen aufbauen?

 

Ich liebe leise aufbauende Worte. Ich schenke dir die Pausen dazu, sie zu finden. Und also schenke ich dir noch zehn Pausen für liebende Worte: Worte der Wertschätzung und Dankbarkeit, Worte der Freundschaft und der Geduld. Worte zum Verschenken, und Worte zum Empfangen. Pausen machen uns eine Spur menschlicher. 70 Pausen wünsch ich dir!