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Made in Liebenau

von Prälat Michael H. F. Brock – Ein Markenzeichen. Ein Versprechen. Ein Anspruch. Eine Herausforderung. Und wunderbare Produkte. Unsere Liebenauer Nähwerkstatt sprudelt vor Kreativität. Sie steht stellvertretend für eine große Zahl fantasievoller, nachhaltiger Produkte. Aber das Versprechen „made in Liebenau“ bezieht sich nicht nur auf eine Produktpalette. Es beschreibt unsere Haltung in der Stiftung Liebenau. Unser Markenzeichen: der Dreiklang aus Menschlichkeit, Fachlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Es ist das Versprechen, dass kein Bereich dominiert, aber auch keiner untergeht in unserem Alltagsverhalten. Aber ist das so?

Wirtschaftlichkeit ist messbar. Zahlen, Daten, Fakten. Gut ausbalanciert unsere Kontrollsysteme. Zahlen werden ausgewertet, diskutiert, sind handlungsleitend für die Steuerung unserer Stiftung. Das sind wir der Zukunft der Stiftung auch schuldig. Denn sie gehört nicht uns. Sie gehört sich selbst und der Zukunft. Auch für unsere Fachlichkeit, die im Alltag in all unseren Einrichtungen sichtbar wird, haben wir ein Entwicklungsinstrument: das Qualitätsmanagement. Die Art, wie wir begleiten, pflegen, lehren, muss fachlich immer auf hohem Niveau sein. Das ist Selbstverpflichtung, und Menschen verlassen sich darauf. Standards wollen unser Arbeiten erleichtern, damit einmal gefundene Erkenntnisse auch in der Fläche gelebt werden. Fort- und Weiterbildungen, der Blick aufs Marktgeschehen, die Kundeninteressen: Auch diese Perspektiven helfen Fachlichkeit zu bewahren und zu entwickeln. Wie aber steht es mit der Menschlichkeit „made in Liebenau“?

 

Es gibt kein Qualitätsmanagement in Sachen Menschlichkeit bei uns. Können wir Menschlichkeit, den menschlichen Umgang miteinander überhaupt lernen und entwickeln? Oder haben wir das per se, weil wir christlich, kirchlich, gläubig sind? Lange haben wir das gemeint. Wir haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen und Kunden, Patientinnen und Patienten als christlich, kirchlich und gläubig subsumiert. Und da jede und jeder etwas anderes darunter versteht, sind wir sprachlos geworden in Sachen Menschlichkeit. Das darf aber nicht sein. Also versuche ich eine Übersetzung: Sagen wir statt gläubig zukünftig vertrauend, dann sind wir auf der richtigen Spur. Können wir einander vertrauen? Sind wir vertrauenswürdig, in unserer Sprache und unserem Handeln? Dann ist man einen wichtigen gemeinsamen Weg gegangen. Sind wir verbindlich? Das wäre mir wichtiger als reine Kirchlichkeit, die uns doch nicht einen kann. Sind wir in unserer Haltung gegenüber Menschen verbindlich? Leben zu schützen und zu bewahren, zu fördern und zu begleiten. Können sich Menschen darauf verlassen? Den Begriff der Christlichkeit können nur wenige von uns in alltagstaugliches Handeln übersetzen. Ich versuche es mit der Übersetzung in die Haltung der Menschlichkeit. Wissen wir noch, warum wir uns um Menschen kümmern? Wir tun es, weil wir Menschen sind. Menschen brauchen einander. Egal an welcher Stelle seines Lebens er oder sie hilfebedürftig ist an Leib oder Seele.

 

Diese Haltung bedarf der Übung. Achtsamkeit, den Blick für uns selbst und alle, die uns anvertraut sind, müssen wir einüben und auch an mancher Stelle wieder neu lernen. Wie das gehen kann? Indem wir darüber sprechen. Uns aufmerksam machen. Uns unserer Wirkung bewusst werden. Vorbilder finden, an denen wir Menschlichkeit erleben. Zahlen, Daten, Fakten? Fehlanzeige! Aber ob Menschen sich geborgen fühlen bei uns, ob wir uns geborgen fühlen miteinander, das ist spürbar. Made in Liebenau.

 

 

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