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20 Jahre Spuren hinterlassen: Jubiläum für RAZ Ulm und Max-Gutknecht-Schule

ULM – Seit 20 Jahren ermöglichen das Regionale Ausbildungszentrum (RAZ) und die Max-Gutknecht-Schule in Ulm jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf eine nachhaltige Teilhabe am Arbeitsmarkt. Bei einem Festakt zur Feier des Jubiläums haben zahlreiche Gäste, darunter auch Oberbürgermeister Gunter Czisch, den beiden Einrichtungen der Stiftung Liebenau gratuliert.

20 Jahre RAZ (wie Regionales Ausbildungszentrum) und MGS (wie Max-Gutknecht-Schule) in Ulm (v. li.): RAZ-Einrichtungsleiterin Birgit Simon, die Geschäftsführer des Liebenau Berufsbildungswerks Herbert Lüdtke und Christian Braun sowie MGS-Schulleiter Roland Groner.

Auch das Stadtoberhaupt gratulierte: Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch beglückwünschte RAZ und Max-Gutknecht-Schule zum 20-jährigen Jubiläum.

Geburtstagstorte zum 20-jährigen Jubiläum - gebacken und angeschnitten von der ehemaligen RAZ-Auszubildenden und heutigen Konditormeisterin Stephanie Frieden, die für den Festakt an ihre alte Ausbildungsstätte zurückkehrte.

„Wertvoller Beitrag“

Der Ulmer Rathauschef lobte die im Haus „Schillerstraße 15“ beheimateten Bildungsträger für ihren „wertvollen Beitrag“ für ein Zusammenleben in der Stadt, in der es heute mehr denn je darum gehe, gemeinsam „Wohnen und Arbeit für alle zu ermöglichen“. Chancen für diese Teilhabe erhalten Jugendliche im RAZ und in der Max-Gutknecht-Schule (MGS), wo aktuell rund 200 junge Frauen und Männer eine Maßnahme der Berufsvorbereitung oder Ausbildung absolvieren – in erster Linie finanziert von der Agentur für Arbeit.

 

Recht auf Teilhabe als Auftrag

Die Umsetzung des Rechts auf Teilhabe, Bildung und Förderung für jeden jungen Menschen – verankert etwa in der baden-württembergischen Landesverfassung oder in der UN-Behindertenrechtskonvention – sei der Auftrag des Liebenau Berufsbildungswerks, zu dem RAZ und MGS gehören. „Dafür setzen wir uns in Ulm seit nun 20 Jahren ein“, so die Geschäftsführer Christian Braun und Herbert Lüdtke. Das runde Jubiläum sei jetzt ein Moment, um innezuhalten und zu schauen, „welche Spuren wir hinterlassen haben“.

 

Viele Spuren in Ulm hinterlassen

„Spuren hinterlassen“ – so lautet das Motto des ganzen Jubiläumsjahres 2018. Gemeint sind die Spuren der zahlreichen Jugendlichen auf ihrem Weg in das Berufsleben. Aber auch jene Spuren, die RAZ und MGS in der Bildungslandschaft in Ulm und Region bisher hinterlassen haben. Diese zeichneten RAZ-Einrichtungsleiterin Birgit Simon und Schulleiter Roland Groner nach: vom Ausbildungsstart im Spätsommer 1998 mit seinerzeit 27 Jugendlichen und drei Berufen, über den gemeinsamen Umzug aus der Ulmergasse in die Schillerstraße vor acht Jahren, die Vervielfachung der Teilnehmer- und Berufsanzahl, bis hin zu den vielen Aktivitäten und Netzwerken außerhalb von Ausbildung und Unterricht, sei es die regelmäßige Teilnahme an örtlichen Veranstaltungen, die Einbindung in das Stadtviertel und die AG West oder die Beteiligung an der Fairtrade-Stadt Ulm.

 

Zukunftsperspektiven geschaffen

Stellvertretend für die Kammern beglückwünschte Martina Doleghs, Leiterin des Geschäftsbereiches Bildung bei der IHK Ulm, die beiden Jubilare: „Jedes Talent zählt“, betonte sie mit Blick auf Jugendliche mit Benachteiligungen und freute sich, dass RAZ und MGS schon viele dieser jungen Menschen erfolgreich als Nachwuchsfachkräfte ins Arbeitsleben geführt hätten. Hier in der Schillerstraße 15 gebe es „offene Türen für jeden und für jede Begabung“. Man schaffe den Jugendlichen Zukunftsperspektiven und gewähre ihnen Zugang „zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ressourcen der Gesellschaft“.

 

„Starke, verlässliche, sympathische Partner“

Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm, lobte RAZ und Max-Gutknecht-Schule als „starke, verlässliche und auch sympathische Partner“. Die jahrelange Zusammenarbeit sei getragen von einem gemeinsamen Auftrag: „für Menschen, die sich uns anvertrauen, das Beste zu erreichen“, nämlich „ein Maximum an sozialer Teilhabe“. Der Erfolg lasse sich nicht zuletzt an den jährlichen Vermittlungsquoten der Absolventen messen: „Da sind sie sehr sehr gut mit dabei. Kompliment hierfür.“

 

Großes Engagement für Jugendliche

Komplimente und viel Applaus erntete auch das Trio aus Johannes Hettrich, Nicole Häußler und Mike Knehr, das die musikalischen Akzente beim Festakt setzte. Und so verglich Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, in seinem Grußwort das Zusammenspiel der Musiker mit der täglichen Arbeit in der Schillerstraße, wo es auch darum gehe, zu harmonieren, eine Botschaft zu haben und so sein zu dürfen, wie man ist. Dazu griff er Textzeilen aus dem von der Band gespielten Lied „Fliegen“ auf: „Ich helf´ dir schwimmen“, heißt es da. Und im übertragenen Sinne gelte dies auch für RAZ und MGS: „Wir begleiten Jugendliche, die noch nicht alles alleine können.“ Deshalb bedankte sich Prälat Brock bei den Mitarbeitenden für ihr Engagement und betonte: „Die jungen Menschen spüren, ob wir sie meinen oder eine Sache, ob sie ein Fall sind oder ein Mensch.“

 

Lernen fürs Leben

Das Jubiläumsmotto „Spuren hinterlassen“ ist auch der Titel einer Schülerausstellung, die in der hauseigenen „Max-Galerie“ derzeit zu sehen ist. Dieses Kunstprojekt habe zum Nachdenken angeregt, wie die beiden Schülersprecherinnen Ana Filipa Vieira Frias und Sandra Harbuzi in ihrer Festaktrede betonten. „Vielen von uns wurde bewusst, welche Spuren wir schon hinterlassen haben und wo wir unsere Spuren privat und beruflich noch hinterlassen werden.“ Das Lernen hier im RAZ und der Max-Gutknecht-Schule diene dazu, „uns auf das Leben vorzubereiten und uns als Menschen zu prägen“. Lehrer, Ausbilder, Psychologen und Bildungsbegleiter – so bedankten sich die beiden jungen Frauen – seien dabei „Vorbilder und Wegweiser“.

 

 

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