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Herausforderung Digitalisierung für die Arbeitswelt von morgen

ULM – Wie wirkt sich die fortschreitende Digitalisierung auf unser Berufsleben aus? Welche Vor- und Nachteile bringt uns die sogenannte „Arbeit 4.0“? Und welche Chancen haben Jugendliche mit besonderem Teilhabebedarf in dieser Arbeitswelt der Zukunft? Mit diesen Themen hat sich ein Podiumsgespräch in der „Schillerstraße 15“, dem Haus für Bildung, Rehabilitation und Teilhabe, beschäftigt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachstelle Jugend.Arbeit.Bildung (J.A.B.) des BDKJ Rottenburg-Stuttgart.

Die Arbeitswelt in Zeiten der Digitalisierung: Einen Ausblick auf den Lern- und Arbeitsalltag von morgen wagten unter anderem (v. li.): Daniela John (Ausbilderin im Berufsbildungswerk der Stiftung Liebenau), Dr. Thomas Frank (IHK Ulm) und Johannes Aubele (Fachstelle Jugend.Arbeit.Bildung des BDKJ Rottenburg-Stuttgart).

Digitalisierung wirft viele Fragen auf

Selbstfahrende Autos, lernende Maschinen, Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, Produkte aus dem 3D-Drucker und Big Data: Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Lebensbereiche grundlegend verändern – insbesondere auch die Berufswelt. Dementsprechend viele Fragen hatte Moderator Johannes Aubele von der Fachstelle J.A.B. an die Podiumsteilnehmer. Diese kommen mit dem Thema „Arbeiten 4.0“ in ganz unterschiedlicher Weise in Berührung.

 

„Am Puls der Zeit bleiben“

So hat der Gastgeber der Veranstaltung, das Regionale Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm, die Aufgabe, benachteiligte Jugendliche fit zu machen für eine dauerhafte Teilhabe am Ersten Arbeitsmarkt. Wie gelingt das auch noch in der durchdigitalisierten Berufswelt von morgen? Im Berufsbildungswerk der Stiftung Liebenau, zu dem das RAZ gehört, hat die Digitalisierung jedenfalls längst Einzug gehalten. „Ausbildung 4.0“ heißt hier nicht nur, dass die Lehrstätten auf dem neuesten Stand der Technik sind. Auch die Vermittlung des Lernstoffes wird digitaler. „Wir wollen am Puls der Zeit bleiben“, so Ausbilderin Daniela John über die zunehmende Bedeutung von „E-Learning“, also das Lernen mit Unterstützung elektronischer Medien.

 

„E-Learning“ als Chance

So gibt es virtuelle Ausbildungsmodule, zum Beispiel zum Thema Arbeitsschutz, eine Wissens- und Lernplattform ist im Aufbau, Berichtshefte werden elektronisch geführt. Filme, Tutorials, Chat-Dienste und Online-Tests kommen beim Lernen zum Einsatz. Berührungsängste kennen die Jugendlichen hier kaum. Und für Daniela John bietet das „E-Learning“ eine gute Möglichkeit, auf die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten der Jugendlichen einzugehen und zudem Eigenverantwortung zu fördern. Sie sprach deshalb auch von „Hilfsmitteln, um das Selbstlernen zu lernen“. Insgesamt gehe es darum, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und Schritt für Schritt das Neue umzusetzen.

 

Offenheit ist gefragt

Egal ob beim Lernen oder später am Arbeitsplatz: „Was der junge Mensch mitbringen muss, ist Offenheit“, betonte Dr. Thomas Frank von der IHK Ulm. Denn dass sich die Ausbildungsberufe im Zuge der Digitalisierung zum Teil ganz deutlich verändern werden und damit auch die Anforderungen an die Berufsstarter, sei klar. Gefragt sei immer mehr ein Blick fürs Ganze. Für die Fachkräfte von morgen bedeute das: „Ich bin nicht mehr nur das kleine Rädchen, ich brauche grundlegendes Prozessverständnis.“

 

Mensch als Dirigent der Maschinen

Aber wo werden Menschen überhaupt noch gebraucht, wenn Maschinen die Arbeitsschritte immer weiter automatisieren? Der menschliche Mitarbeiter werde wohl „mehr und mehr zum Dirigenten“, wie der Betriebsseelsorger Michael Brugger meinte. Die Digitalisierungsdiskussion sieht er relativ gelassen. Innovationen habe es schließlich schon immer gegeben. Nun gelte es eben, diese gesellschaftlich und politisch zu ordnen und dabei vielleicht auch ganz neue Modelle bei der Besteuerung von Arbeit in Betracht zu ziehen. Und so fällt sein Blick in die Zukunft nicht pessimistisch aus, zumal „nicht alle Jobs digitalisiert werden“.

 

„RAZ Ulm wird weiter seinen Platz haben“

Gleichwohl seien in der beruflichen Bildung permanente Anpassungen an die Anforderungen des Arbeitsmarktes nötig, sagte Dr. Thomas Frank, betonte aber gleichzeitig: „Das RAZ Ulm wird weiter seinen Platz haben.“ Auch RAZ-Einrichtungsleiterin Birgit Simon sieht weiterhin Bedarf auf dem Arbeitsmarkt für ihre Auszubildenden und schloss die Diskussion deshalb mit einem Zitat: „Es braucht nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer.“

 

 

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