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Arbeit für den Frieden im Elsass berührt Herz und Seele

ULM – Das Regionale Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm der Stiftung Liebenau hat sich erstmals an der Aktion „Arbeit für den Frieden“ beteiligt. Elf Jugendliche und drei Ausbilder haben sich dabei auf den Weg nach Frankreich gemacht, um dort Grabstätten und damit auch die Erinnerung an die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege zu pflegen.

Kriegsgräberfürsorge im Elsass

So übernahm die Gruppe aus dem RAZ Ulm auf einem Soldatenfriedhof in Straßburg Grünland-, Reinigungs- und Maleraufgaben. Ein Engagement, das über die reine Arbeit hinaus zum Nachdenken anregte, angesichts der unzähligen Gräber und der vielen Familienschicksale hinter den Namen der Getöteten. „Bei dem Besuch der Gedenkstätte und des Friedhofs Cronenbourg wurden auch das Herz und die Seele der Teilnehmenden berührt“, berichtet RAZ-Ausbilderin Constanze Schock-Beck von den Erlebnissen im Elsass.

 

Schwarzweiße Nachdenklichkeit

Um ihre Eindrücke von der Frankreichfahrt anschließend in Worte und Bilder zu fassen, entschieden sich die Ulmer Azubis und ihre Begleiter dann für eine ganz besondere Art der Dokumentation. Kein Film entstand, keine Erlebnisberichte wurden geschrieben. Stattdessen ließen die 14 Frauen und Männer  nüchterne Schwarzweiß-Porträts von sich machen, auf denen jeder ein Schild mit selbstgewählten Begriffen in die Kamera hält: „Sinnlos“ steht da, „traurig“ oder mehrmals einfach: „Frieden“.

 

Auseinandersetzung in Gedichtform

Darüber hinaus entstand in gemeinsamer Arbeit ein Gedicht „Arbeit für den Frieden“. Und zwangsläufig taucht sie dann darin auf: die bohrende Frage nach dem „Warum?“ Und am Ende, mit den Erfahrungen der Vergangenheit im Sinn, steht da die Feststellung, „dass Frieden unabdinglich ist“.

 

Das Gedicht:
Arbeit für den Frieden

Wir haben lange darüber nachgedacht.

Wie beschreibt man, was wir in unserem Projekt „Arbeit für den Frieden“ erlebt haben?

Wie beschreibt man Krieg?

Wie beschreibt man den Tod?

Wie beschreibt man,

was man sieht, fühlt und denkt?

Wenn man die vielen Grabsteine sieht,

Wenn man die vielen Namen liest,

Wenn man nachrechnet, wie alt sie waren, als sie gestorben sind,

Wenn man überlegt „Wer war bei ihnen, als sie gestorben sind“,

Wenn man sich Gedanken darüber macht, wie viele Mütter, Väter, Ehefrauen, Großeltern und Geschwister

weinten und trauerten,

um geliebte Menschen, die ihnen weggerissen wurden.

Wir fragen uns alle:

Warum?

Die Begegnung mit den vielen Kriegstoten hat uns sehr nachdenklich gemacht,

uns konfrontiert mit der Vergangenheit,

uns auseinandergesetzt mit den Folgen

von Krieg und Gewalt

Wir begreifen, dass FRIEDEN unabdinglich ist.

 

 

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