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Armin Ammann: Der „Co-Pilot“ der Firma Schöllhorn

MECKENBEUREN – Im Mai ging für Armin Ammann ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Er hatte seinen unbefristeten Arbeitsvertrag bei Küchenplanung Schöllhorn in der Tasche. Damit ist ihm der Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt gelungen. Begleitet wurde der 27-Jährige auf diesem Weg vom Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten und einem Netzwerk von Menschen, die ihn unterstützten.

Der Schritt von der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) auf den ersten Arbeitsmarkt ist gelungen: Anfang Mai hat Armin Ammann seinen Arbeitsvertrag bei Küchenplanung Schöllhorn in Meckenbeuren unterschrieben.

Trotz Handicap ein Kollege, auf den man nicht verzichten möchte: Manfred Schöllhorn (rechts) von Küchenplanung Schöllhorn schätzt seinen Mitarbeiter Armin Ammann.

Von der Werkstatt auf den ersten Arbeitsmarkt

Armin Ammann lädt die verpackte Küche auf den Hänger und fährt mit zum Kunden. Dort angekommen werden die Kartons ausgeladen, an Ort und Stelle getragen und ausgepackt. Als Montagehelfer unterstützt er den Monteur, schraubt Griffe an die Küchenfronten und bohrt Löcher für die Hängeschränke. „Für den Vorarbeiter ist Armin eine echte Entlastung. Im Grunde macht er die gleiche Arbeit, nur in einer etwas einfacheren Form“, berichtet Manfred Schöllhorn. Zu seinen Aufgaben gehört außerdem, das Lager in Schuss zu halten. „Ich häcksle Styropor, mache die Kartons klein und trenne die Wertstoffe“, erzählt Armin Ammann von seiner Arbeit. Ganz besonders schätzt er seine netten Kollegen und dass er bei der Montage so viel herum kommt.

 

Jobcoach als Bindeglied

Vor seinem ersten Praktikum bei Küchenplanung Schöllhorn hat Armin Ammann im Hausmeisterservice bei der Stiftung Liebenau gearbeitet. Hier hat Markus Miller, Fachkraft für Arbeit und berufliche Bildung, sein Potenzial gesehen und den Kontakt zur Firma Schöllhorn vermittelt. Im April 2016 wurde aus dem zweimonatigen Praktikum ein betriebsintegrierter Arbeitsplatz, bei dem Jobcoach Kai Wilde als Bindeglied zwischen seinem Klienten und dem Arbeitgeber fungierte. Anfangs engmaschig und schließlich in längeren Zeitabständen besuchte er den jungen Mann am Arbeitsplatz. Gemeinsam mit ihm und Manfred Schöllhorn setzte er Ziele und definierte Regeln, um das Arbeitsleben einfacher zu machen. Mit dem Schritt auf den ersten Arbeitsmarkt hat der Jobcoach die Begleitung an den Integrationsfachdienst des Bodenseekreises abgegeben. Über ihn bezieht die Firma Schöllhorn nun einen Lohnkostenzuschuss.

 

Freude über bestandenen Führerschein

Neben dem Arbeitsvertrag ist auch der im Juni bestandene Führerschein ein Erfolg, der Armin Amman weiter in Richtung Normalität und Selbstständigkeit bringt. Beim Lernen der Theorie half ihm Willi Brinkmann, der sich in Liebenau ehrenamtlich für den jungen Mann engagierte. Außerdem lernte seine Pflegemutter regelmäßig mit ihm. „Armin wurde auf seinem Weg von einem ganzen Netzwerk unterstützt. Dabei griff wie bei einem Zahnrad ein Rädchen ins andere, was letztendlich zum Erfolg führte“, fasst Kai Wilde zusammen.

 

„Ein richtig guter Co-Pilot“

Für den Arbeitsvertrag war der Führerschein ebenfalls förderlich. „Wir hätten ihn aber auf jeden Fall angestellt“, so Manfred Schöllhorn. Mit der Zeit sei Ammann bei der Arbeit immer besser und sicherer geworden, sei zuverlässig und arbeite sorgfältig. Beim Ausliefern der Küchen wisse er genau, wohin er zu fassen hat. „Man kann sagen, dass er ein richtig guter Co-Pilot geworden ist“, lobt der Chef. Den Ausschlag für den Arbeitsvertrag habe gegeben, dass er ins Team passe und es gleichzeitig die richtigen Tätigkeiten für ihn gebe. Von den Kollegen werde er akzeptiert. „Alle sind froh, dass sie Armin als Kollegen haben.“

 

Im Sinne des Wunsch- und Wahlrechts

Aktuell absolvieren 35 Menschen Praktika oder haben bereits einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz in der Gastronomie, im Einzelhandel, als Stationshilfe, in der Bäckerei, auf dem Pferdehof und in vielen anderen Branchen. Drei Teilnehmer stehen im Moment an der Schwelle zur Integration in den Ersten Arbeitsmarkt, dem Ziel des Jobcoachings. Stellt jemand fest, dass die Arbeit in einer herkömmlichen WfbM doch besser zu ihm passt, ist das völlig in Ordnung. Als niederschwelliges Angebot im Sinne des Wunsch- und Wahlrechts sollen die Menschen Gelegenheit haben, sich zu orientieren und verschiedene Dinge auszuprobieren.

Info

 

Die Vorteile für Arbeitgeber

Für Menschen mit Behinderung eignen sich besonders einfache und zeitintensive Routineaufgaben, die die anderen Mitarbeiter entlasten. Findet ein Mensch einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz wird er ebenso wie das Unternehmen von Jobcoaches der Liebenauer Arbeitswelten unterstützt. Die Bezahlung erfolgt nach Leistung. Gemeinsam werden individuelle Lösungen ausgearbeitet. Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ist eine Bereicherung für die Unternehmenskultur. Mit der Anrechnung der Arbeitsleistung auf die Ausgleichsabgabe kann das Unternehmen außerdem Kosten sparen. Nicht zuletzt tragen die besonderen Arbeitsplätze einen Teil zur inklusiven Gesellschaft bei.

 

50 Jahre Liebenauer Arbeitswelten

Vor 50 Jahren eröffnete in Liebenau die erste Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Damit konnten die Beschäftigten erstmals an wirtschaftlicher Produktivität und an einem geregelten Arbeitsleben teilhaben. Heute arbeiten 565 Beschäftigte an 12 Standorten auf vielfältigen Arbeitsplätzen, 71 besuchen den Berufsbildungsbereich, 356 spezielle Förder- und Betreuungsbereiche. Jobcoaches begleiten beim Einstieg in den Ersten Arbeitsmarkt.

 

Lesen Sie mehr über die Liebenauer Arbeitswelten in unserem Themendossier.

 

Kontakt:

Stiftung Liebenau

Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten

Danja Gründler

Gartenstraße 25

88212 Ravensburg

Telefon +49 751 366027-18

danja.gruendler@stiftung-liebenau.de

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
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