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Außenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen bereichern alle

ALDINGEN – Sechs Beschäftigte der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) aus Spaichingen haben seit März Außenarbeitsplätze beim Spezialisten für Wärmebehandlungen, H + K Härte- und Oberflächentechnik GmbH + Co. KG, bekommen. Für sie wurde ein Traum wahr, denn so sind sie nun in die Arbeits- und Produktionsabläufe des Unternehmens vor Ort eingebunden, ohne ihren Status als Werkstattbeschäftigte zu verlieren.

Alex Mehler ist als Chargierkraft tätig und verrichtet Steckarbeiten.

Barbara Reichstein, Pavel Frolov, Maria Samman und Peter Keller (v. li.) zusammen mit den Außenarbeitskräften der Stiftung Liebenau bei H + K.

Als im September 2018 der erste Kontakt zwischen der Stiftung Liebenau und H + K stattgefunden hat, ahnte man noch nicht, wie fruchtbar die Zusammenarbeit für beide Seiten werden würde. Zunächst bekam die WfbM Aufträge für ein paar Steckarbeiten, die im Dienstleistungszentrum in Spaichingen ausgeführt wurden. Kontinuierlich wurde das Angebot erweitert und ergänzt, bis nunmehr sechs Beschäftigte täglich die Werkhallen mit ihren eigenen Eingangschips betreten können. „Das ist ein tolles Vorzeigeprojekt, an dem wir nie gezweifelt haben und das allen Spaß macht“, so Peter Keller, Geschäftsführer von H + K.

 

Mit einem Lachen bei der Arbeit

Wenn die „Neuen“, an die sich die Mitarbeitenden von H + K sehr schnell gewöhnt haben, mit einem Lachen die Produktionsstätte in Aldingen betreten, wird schnell klar, warum Stefan Menke, Leitung Business Unit, sich „mehr als glücklich“ über die Zusammenarbeit schätzt und sich über die „erfrischende Atmosphäre“ freut. Evelyn Zisterer, Teamleiterin Vakuum/Gasnitrieren, ergänzt: „Die Stimmung im Team ist deutlich besser geworden. Sie sind eine große Bereicherung für uns alle!“. Für Keller bestand nie ein Zweifel am Sinn und Nutzen dieser Zusammenarbeit für beide Seiten.

 

Motivation und Erfolgserlebnis

Maria Samman, Fachkraft für Arbeit und Bildung, sieht besonders die Vorteile für die Beschäftigten. So haben sich ihre kognitiven Fähigkeiten deutlich verbessert, die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu und die Sozialkompetenzen entwickeln sich weiter. Das wichtigste für Samman ist aber, dass die Motivation zur Arbeit zu gehen, deutlich gestiegen ist. Schließlich sind alle sehr stolz auf ihre täglichen Erfolgserlebnisse an ihrem neuen Arbeitsplatz. Wenn es dann doch mal zu Schwierigkeiten kommt, ist immer eine Fachkraft der Stiftung Liebenau vor Ort, und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Manchmal heißt es aber auch „Da muss er jetzt durch“ so Pavel Frolov, der als Teamleiter und Betriebspate von H + K erster Ansprechpartner für einige Beschäftigte ist und sie an die Hand nimmt. So entsteht dann eine „alltägliche Normalität“.

 

Vom betriebsintegrierten Arbeitsplatz zur Festanstellung

Für Barbara Reichstein, Regionalleiterin der Stiftung Liebenau, ist das Ziel, so viele Beschäftigten der WfbM wie möglich so zu qualifizieren, dass sie anschließend eine einfache Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben können. Die Außenarbeitsplätze bieten ihnen die Möglichkeit, berufliche Erfahrungen zu sammeln. Die Dauer der Beschäftigung auf einem Außenarbeitsplatz variiert je nach individuellem Einzelfall und Wunsch der Beschäftigten und des Unternehmens. In der Regel wird mit einem mehrwöchigen Praktikum begonnen, welches dann bei positiver Prognose auf mehrere Monate verlängert werden kann. „Ideal wäre es, wenn am Ende des Außenarbeitsplatzverhältnisses eine unbefristete Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis erfolgen könnte“, so Reichstein.

 

 

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