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Bürger-Mentoren machen Tettnang noch ein bisschen bunter

TETTNANG – Mit ihren originellen Ideen sorgten die zehn frisch ausgebildeten Bürger-Mentoren der Stadt Tettnang am Städtlesmarkt bei der Präsentation ihrer Projekte für Aufsehen. Die Besucher des Marktes zeigten sich begeistert von der Vielfalt und Kreativität der Angebote. "Barrierefrei und offen für alle" lautet das Motto der acht Projekte, die mit Blick auf die Bedürfnisse der Tettnanger Bürger konzipiert wurden. Egal ob Kultur, Sport oder Ernährung - es ist für jeden etwas dabei.

Passend zum Tagesmotto wurden hier fleißig bunte Blumen gebastelt.

Auch Tettnangs Bürgermeister Bruno Walter informierte sich über die Projekte der Bürger-Mentoren.

Dorothea Blum (links) und Rebekka Wolber möchten ein Kochprojekt für Kinder starten. Beim Städtlesmarkt gab es als kleinen Vorgeschmack Pfannkuchen in süßen und sauren Variationen.

Leichte Sprache erleichtert Wissensvermittlung

Gleich mit zwei Projekten sind Christine Barth, Marguerite Wind und Amara Keck vertreten. "Leichte Sprache" ist ihr Thema. Schwer verständliche Texte allen zugänglich zu machen, ist ihr Anliegen. Dabei soll ein Erzähl- Café in Leichter Sprache in der Stadtbibliothek helfen. "Wir haben Märchen, Kurzgeschichten und bekannte Stücke wie "Romeo und Julia", "Ziemlich beste Freunde" oder "Tschick" im Angebot", berichtet Christine Barth. Mittlerweile seien viele berühmte Werke in Leichte Sprache übersetzt. "Wir wollen im Lesecafé aber nicht nur vorlesen, sondern auch gemeinsam", erläutert Mentorin Barth. Darüber hinaus sollen künftig Stadtführungen in Leichter Sprache angeboten werden. Probeführungen gab es bereits am Samstag unter der Leitung von Gerda Höfer, die es geschickt verstand, mit kurzen Zwischenfragen ihr zahlreiches Publikum in das Geschehen mit einzubinden. Rathaus, Torschloss und Mittelmühle erschienen den Teilnehmern der Führung plötzlich in ganz neuem Licht.

 

Auch an die Jüngsten ist gedacht

In Ruhe am Samstag über den Tettnanger Markt schlendern und den eigenen Nachwuchs bestens betreut wissen? Für Bürger-Mentorin Maria Calamiello muss das kein Wunschdenken mehr bleiben. Sie möchte eine Kinderbetreuung im Haus Josefine Kramer während der Marktzeiten anbieten. Am Samstag gab sie eine Kostprobe ihres handwerklichen Geschickes, das von den jüngsten Marktbesuchern begeistert angenommen wurde. Neben bunten Basteleien stand aber auch gesunde Ernährung auf dem Programm. "Kochen für Kids" heißt das Kochprojekt für Kinder, das von Rebekka Wolber und Dorothea Blum angeboten wird. Auf spielerische Art sollen hier junge Teilnehmer die Zubereitung und Verarbeitung regionaler Lebensmittel lernen. Die beiden Mentorinnen bieten zudem an, dass sie mit ihrem Projekt für bestimmte Anlässe und Gelegenheiten gebucht werden können.

 

Gemeinsam etwas erleben

Gemeinsam etwas unternehmen oder sich einfach nur bei einer guten Tasse Kaffee auszutauschen, auf dieser Grundidee basieren weitere Projekte der Bürger-Mentoren. So möchte etwa Manfred Aumiller Mitstreiter finden, die seine Begeisterung fürs Theater teilen und mit ihm auf "Theaterreise" gehen. Für Torsten Calamiello ist dagegen der Weg das Ziel. Er liebt es zu laufen und möchte einen "ILA"- einen Inklusiven Lauftreff- gründen. Wer schon immer mal faire Produkte kostenlos probieren wollte, ist bei Gisela Imhofs neu gegründeter "CafeTTeria" in der Montfortstrasse 2 an der richtigen Adresse. Unterstützt wird sie dabei von Melanie Friedrich, die die dort ansässige Anlaufstelle für Bürgerengagement leitet. Gespräche führen möchte Bürger-Mentor Erich Haller zwar auch, doch er hat das Thema bereits vorgegeben. Die Verkehrssicherheit in Tettnang liegt ihm besonders am Herzen. Beim Städtlesmarkt sammelt er Anregungen und Kritikpunkte der Besucher und will die Ergebnisse dieser Befragung später beim Agenda-Arbeitskreis "Tettnang zugänglich für alle" einbringen.

 

Ehrenamtliches Engagement und Inklusion

Die zehn Bürger-Mentoren, fünf mit einer Lern- und einer mit einer Körperbehinderung, haben eine 40-stündige Fortbildung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements absolviert. Dabei wurden sie unter anderem in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Projektorganisation und Werbung geschult. Ihre Ausbildung und der Aktionstag wurden im Rahmen des Programms "Gemeinsam sind wir bunt" des Landes Baden-Württemberg gefördert. Das Besondere an dem Tettnanger Bürger-Mentoren-Projekt ist die Einbeziehung von Menschen mit Einschränkungen. Projektpartner sind neben der Stadt Tettnang die Diakonie Pfingstweid und die Stiftung Liebenau.

 

Weitere Informationen unter: www.tettnang.de/buergermentoren

 

 

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