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Dritte Veranstaltung von „Start (k)up. Ravensburg“

RAVENSBURG – „Im kup. ist es normal verschieden zu sein“ – so lautete das Motto der dritten Veranstaltung aus der Reihe „Start (k)up. Ravensburg“, eine gemeinsame Initiative der PRISMA Unternehmensgruppe, der Stiftung Liebenau, von Steinbeis, der Wirtschaftsförderung des Landkreises Ravensburg, der Hochschule Ravensburg-Weingarten, der Stadt Ravensburg sowie von bwcon. Rund 100 Besucher sind in die Schule für Gestaltung gekommen. Im „kup. Ravensburg“, einem neuen Standort für Unternehmen aus der Technologie- und Kreativwirtschaft in der Parkstraße, wird ab Frühjahr 2018 auch ein Förderbereich für 30 Menschen mit Behinderungen eröffnet.

Im kup. ist es normal, verschieden zu sein (von links): Moderator Alex Nieß befragte Dr. Markus Nachbaur (Vorstand der Stiftung Liebenau) und Stefan Nachbaur (Geschäftsführer der PRISMA Unternehmensgruppe) zum Thema Inklusion.

Kreativ mit Farbe und Pinsel: Gemeinsam mit Menschen mit Behinderung arbeiteten Bernhard Hösch (Zweiter/dritter von links) von der Liebenau Teilhabe und Dr. Markus Nachbaur (dritter/vierter von rechts), Vorstand der Stiftung Liebenau, bei „Start (k)up. Ravensburg“ an einem großen Bild.

Kreativ mit Farbe und Pinsel: Gemeinsam mit Menschen mit Behinderung arbeiteten Bernhard Hösch (Zweiter/dritter von links) von der Liebenau Teilhabe und Dr. Markus Nachbaur (dritter/vierter von rechts), Vorstand der Stiftung Liebenau, bei „Start (k)up. Ravensburg“ an einem großen Bild.

Gelungene Inklusionsprojekte aus der Praxis (von links): Im Gespräch mit Moderator Alex Nieß berichteten Franziska Rief von der Arche Ravensburg und Markus Wursthorn von der Liebenau Teilhabe.

Die Theatergruppe „Die Außergewöhnlichen“ aus Rosenharz brachten bei „Start (k)up. Ravensburg“ Knigge-Tipps für Inklusion auf die Bühne.

Bitte nicht unerwünscht füttern! Die Schauspieler zeigen eindrucksvoll, wie sich jemand fühlt, dem man ungefragt das Essen in den Mund schiebt.

Inklusives Arbeitsumfeld für 30 Menschen

Bei einer Talkrunde stellten Dr. Markus Nachbaur, Vorstand der Stiftung Liebenau, und Stefan Nachbaur, Geschäftsführer der PRISMA Unternehmensgruppe, ihre Ideen und gemeinsamen Ziele für „kup. Ravensburg“ vor. Von Moderator Alex Nieß kurzerhand in „Herr Liebenau“ und „Herr Prisma“ umbenannt, schilderten sie, wie auf insgesamt 5 000 Quadratmetern Räume für unterschiedlichste Firmen und Start-Ups sowie ein inklusives Arbeitsumfeld für 30 Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf entstehen. 24 sind Klienten der Liebenau Teilhabe, sechs sind Klienten der Arche Ravensburg. „Als Stiftung wollen wir unseren Teil für die gesellschaftliche Weiterentwicklung leisten und innovative Projekte anstoßen“, sagte Dr. Markus Nachbaur. Für ihn ist die zentrale Lage des Standorts von besonderer Bedeutung. Das sieht auch der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, der dieses Projekt als besonders innovativ-inklusiv eingestuft hat und einen Zuschuss in Höhe von 692.000 Euro genehmigt hat.

 

Inklusion ist eine Frage der Haltung

Als Standortentwickler für Arbeits-, Lebens- und Stadträume bringt die PRISMA Unternehmensgruppe ihre Erfahrungen ein. „Wir schätzen die Partnerschaft mit der Stiftung Liebenau. Das Thema Inklusion ist für uns Neuland, und wir sind gespannt“, so Stefan Nachbaur. Gut vorstellen kann er sich gemeinsame Aktivitäten, damit Wirtschaft und Inklusion zusammen kommen. „Vielleicht gibt es auch in den Firmen Möglichkeiten zur Kooperation.“ Dr. Markus Nachbaur sieht das Gelingen von Inklusion als eine Frage von Haltung und Offenheit. „Gehen wir es positiv an. Es ist sicher für uns alle gewinnbringend.“

 

Knigge-Tipps für Inklusion

Die Theatergruppe „Die Außergewöhnlichen“ aus Rosenharz sorgte mit ihren „Knigge-Tipps für Inklusion“ für zahlreiche Aha-Effekte: Rede mit den Menschen und nicht über sie hinweg, streiche den Menschen nicht einfach über den Kopf, starre sie nicht an und achte auf deine Sprache. So heiße es beispielsweise nicht taubstumm, sondern gehörlos, und man spricht nicht von Behinderten, sondern von Menschen mit Behinderungen. Mit kleinen Sketchen zeigten die Schauspieler eindrucksvoll, wie sich jemand fühlt, dem man ungefragt das Essen in den Mund schiebt.

 

Künstler mit Behinderungen machen Mut

Von gelungener Inklusion in der Praxis berichteten Franziska Rief von der Arche Ravensburg und Markus Wursthorn von der Liebenau Teilhabe. Unter dem Motto „Gemeinsam Grenzen überwinden“ wanderten mehr als 100 Menschen mit und ohne Behinderung mehr als 300 Kilometer – teils die komplette Strecke, teils nur einzelne Etappen. Schon mehrmals haben Mitarbeiter der HypoVereinsbank, vom Auszubildenden bis zur Führungskraft, die Kreativwerkstatt der Liebenau Teilhabe in Rosenharz besucht. „Gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen entstanden Kunstwerke“, berichtete Wursthorn. Von einem Bankmitarbeiter weiß er, dass ihm die Künstler mit Behinderung Mut gemacht haben, sich selbst im Umgang mit Farbe und Leinwand mehr zuzutrauen. Genau das konnten die Besucher im Anschluss an einem großen Tisch ausprobieren. Zusammen mit Künstlern aus Rosenharz galt es, Farbe auf die Leinwand zu bringen und dabei der eigenen Kreativität und Inspiration zu folgen. Zu sehen sind die entstandenen Bilder bald im „kup. Ravensburg“.

 

 

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