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Elternglück trotz Handicap

SINGEN – Menschen mit Behinderungen gehen nicht nur Partnerschaften ein und leben in einer Beziehung, sie haben auch den Wunsch, eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen. Diesen Wunsch zu realisieren, ist jedoch für diese Menschen oft mit Hindernissen verbunden und wird von der Gesellschaft mit Skepsis betrachtet. Mit dem Angebot einer „Begleiteten Elternschaft“ bietet die Stiftung Liebenau Hilfe.

Die „Begleitete Elternschaft“ ermöglicht Elternglück trotz Handicap.

Mia (Name geändert) ist gerade 5 Monate alt geworden und ist das Wunschkind von Frau P. und ihrem Partner. Die junge Frau, die ihren vollen Namen nicht in der Öffentlichkeit lesen möchte, ist 24 Jahre alt und stolz, Mutter zu sein. All ihre Freundinnen haben bereits Kinder, und so verwundert es nicht, dass sich Berge von Babykleidung im Kinderzimmer türmen. Eines ist jedoch anders: Frau P. hat eine psychische Beeinträchtigung und benötigt Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags. Beistand erhält sie von Ulrike Merk, Diplom-Sozialarbeiterin bei den Ambulanten Diensten der Liebenau Teilhabe im Kreis Konstanz. Sie verbringt elf Stunden in der Woche mit Mutter und Kind und trägt so wesentlich zur Stabilisierung der Lebenssituation bei. „Ich bin froh über die Unterstützung. Wir reden über Gott und die Welt. Und wenn es mal Probleme gibt, dann ist Frau Merk auch immer für mich da!“, so Frau P., die die kleine Mia in den Armen hält und herzt.

 

Begleitete Elternschaft unterstützt ambulant bei der Alltagsbewältigung

Frau P. erhält diese Unterstützung im Rahmen des Projektes „Begleitete Elternschaft“. Dieses Projekt hilft Müttern oder Eltern mit Handicap, weiterhin eigenständig zu wohnen und in ihrem sozialen Kontext zu bleiben. Unterstützt werden sie darin, sich in ihrer neuen Rolle als Eltern zurechtzufinden. Dabei stehen das Wohl und der Schutz des Kindes bei der Begleitung immer im Mittelpunkt. Neben Erziehungsfragen und einer altersangemessenen Entwicklung des Kindes, gehören auch Themen wie Ernährung, Hygiene, Aufbau von Tagesstrukturen, lebenspraktische Aufgaben wie Einkaufen und Ordnung Halten zum Unterstützungsangebot. Die „Begleitete Elternschaft“ der Stiftung Liebenau wird von der Aktion Mensch gefördert und findet in enger Kooperation mit den beteiligten Leistungsträgern Jugendamt und Sozialamt statt.

 

(Selbst-)Vertrauen als Grundlage

Voraussetzung für ein Gelingen ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen der Klientin und der Mitarbeiterin des Fachdienstes. Manchmal gibt es Zweifel und Verunsicherung: Bin ich wirklich eine gute Mutter? Dies wird thematisiert und es wird versucht, den Frauen dabei zu helfen, eine innere Stabilität aufzubauen. Denn wenn das Vertrauen in sich und in die Befähigung zur Erfüllung der Elternrolle da ist, können Mütter mit Handicap enorm viel leisten.

 

Neues Wohnangebot für Mütter mit Unterstützungsbedarf

In der Nordstadt in Singen entsteht zurzeit ein wohl einmaliges Wohnangebot im Landkreis Konstanz für Mütter mit geistigen oder psychischen Behinderungen und ihren Kindern. Die Stiftung Liebenau baut dort ein sozialtherapeutisch gestütztes Wohnhaus mit 28 Plätzen. In diesem Haus können ab Anfang 2019 in drei Apartments Mütter zusammen mit ihrem Kind, mit der entsprechenden Unterstützung im Rahmen der „Begleiteten Elternschaft“, eigenständig als Familie leben.

Information und Kontakt:

 

Liebenau Teilhabe gemeinnützige GmbH

Ambulante Dienste Landkreis Konstanz

Ulrike Merk

Telefon: +49 7731 596963

ulrike.merk@stiftung-liebenau.de

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon +49 7542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de