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Gemeinsam gegen Spielverderber

MECKENBEUREN-LIEBENAU – Mit seinem Buch „Journeyman“ landet der Blogger und Weltenbummler Fabian Sixtus Körner 2013 einen Bestseller. Das zweite Buch liegt schon in der Schublade, als sich sein Leben und das seiner Frau schlagartig verändert: Tochter Yanti kommt mit dem Down-Syndrom zur Welt. Wie die junge Familie damit umgegangen ist und warum die Diagnose für sie nicht das Ende der Freiheit bedeutete, davon erzählt „Mit anderen Augen“. Sein neues Buch hat Fabian Sixtus Körner nun im Liebenauer Landleben vorgestellt.

Voll besetzt war das Glashauscafé im Liebenauer Landleben: Bestsellerautor Fabian Sixtus Körner lud die Zuhörer zur Lesung ein.

Beststeller-Autor Fabian Sixtus Körner las im Liebenauer Landleben aus seinem Buch „Mit anderen Augen“.

„Bis zur Geburt meiner Tochter hatte ich keinen Bezug zum Thema Downsyndrom“, sagt Fabian Sixtus Körner. Als er Yanti zum ersten Mal in seinen Armen wiegt, beschleicht ihn gleich ein Gefühl, dass etwas an ihr anders ist. Die mandelförmigen Augen, die verdickte Zunge. Schnell äußert auch eine Krankenschwester einen ersten Verdacht. „Nach der Diagnose musste ich zunächst mal meine eigenen Vorurteile abschaffen“, sagt Sixtus Körner. Er wird zu einem Fachmann in eigener Sache, knüpft Kontakte zu anderen Betroffenen und deren Angehörigen. Schließlich entscheidet er sich dafür, die Pläne für sein zweites Buch umzuwerfen und über das Leben mit Yanti zu schreiben.

 

Glücklicher als die „Normalen“

Als der Autor die ersten Stunden nach der Geburt beschreibt, ist die Atmosphäre im Liebenauer Landleben bedrückend. Dann folgen heitere Episoden, etwa wenn es um die Befreiung von einem großen Popel geht, der – womöglich – für die schlechten Sauerstoffwerte des Säuglings verantwortlich war. Die gut 50 Gäste erfahren aber auch, dass, laut einer US-Studie, 99 Prozent der befragten Menschen mit Down-Syndrom angegeben haben, glücklich zu sein. Zum Vergleich: Lediglich jeder dritte „normale“ US-Bürger kann das von sich behaupten. Probleme entstünden oft erst im gesellschaftlichen Kontext, so konnte er auf seinen Reisen gravierende kulturelle Unterschiede ausmachen. „In der Dominikanischen Republik gibt es keine Frühforderung oder sonstige staatliche Unterstützung. Trotzdem werden die Menschen dort nicht ausgegrenzt, sie gehören ganz normal dazu und haben ihren Stellenwert“, so Körner.

 

Inklusiver Nachholbedarf in Deutschland

Was die gesellschaftliche Akzeptanz angeht, sieht der Autor im Übrigen noch deutlichen Nachholbedarf für das inklusive Zusammenleben in Deutschland: „Wir mögen zwar eine sehr fortschrittliche Gesetzeslage haben, aber ich habe bisher nicht den Eindruck, dass sich das bereits in allen Köpfen manifestiert hat.“ Um seinen Beitrag gegen diese „Spielverderber“, wie er sie nennt, zu leisten, habe er letztlich auch das Buch geschrieben. „Die Behinderung entsteht, weil die Gesellschaft die Menschen behindert, nicht weil sie es sind.“

 

 

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