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Gerinove schließt Lücke zwischen Krankenhaus und Pflege

WEINGARTEN (MCB) – Mit einem Tag der offenen Tür wurde am Samstag die neue Station zur Geriatrischen Notfallversorgung – kurz Gerinove – am Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten eröffnet. Das multiprofessionelle Team nimmt am 1. Juli seine Arbeit auf, die ersten Patienten für insgesamt 18 Betten werden eine Woche später erwartet. „Gerinove ist weder Krankenhaus noch Pflegeheim, sondern eine neue, sektorenübergreifende Versorgungsform für ältere Menschen, die kurzfristig pflegerisch versorgt werden müssen“, erklärte Jochen Wolf, Geschäftsführer des Medizin Campus Bodensee (MCB).

Offizielle Eröffnung der Geriatrischen Notfallversorgung (Gerinove) am Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten (von links): Dr. Markus Nachbaur, Vorstand Stiftung Liebenau, Jochen Wolf, Geschäftsführer Medizin Campus Bodensee, Strategische Gesamtprojektleiterin Ingrid Jörg, Professor Dr. Maik Winter von der Hochschule Ravensburg-Weingarten und Barbara Birnbaum, Projektleitung und Pflegedienstleitung Krankenhaus 14 Nothelfer, durchschneiden das symbolische Band. Bild: MCB

Segen für Patienten, Mitarbeiter und alle Menschen, die in Gerinove ein- und ausgehen: Pfarrer Benno Ohrnberger (rechts) von der katholischen Kirche und Pfarrer Horst Gamerdinger von der evangelischen Kirche weihten die Räume. Bild: MCB

Sie freuen sich auf ihren neuen Arbeitsplatz in der Gerinove: Julia Seubert (links), akademische Pflegefachkraft, und Miriam Braun, Pflegefachkraft für Altenpflege. Bild: MCB

Die Kunstwerke der IWO-Beschäftigten schmücken die Wände der Gerinove (von links): Alexander Keller, Monika Heinz und Tanja Assfalk finden, dass ihre Bilder hier einen guten Platz gefunden haben. Bild: MCB

Wohnortnah und niederschwellig soll Gerinove als gemeinsames Modellprojekt des MCB und der Stiftung Liebenau unnötige Krankenhauseinweisungen verhindern und eine Versorgungslücke schließen. „Orientiert am Bedarf wird die Station mit ambulanten und stationären Akteuren zusammenarbeiten“, kündigte Jochen Wolf an. Dabei hätten die Pflegekräfte eine ganz besondere Verantwortung. „Angesichts des Fachkräftemangels sind wir besonders stolz auf gutes und motiviertes Personal, das für die bestmögliche Betreuung der hilfsbedürftigen Patienten sorgen wird.“

 

Pflegegeleitete Station reizvoll für Mitarbeiter

„Mich reizt die neue Versorgungsform und mir gefällt, dass hier damit begonnen wird, eine Versorgungslücke zu schließen“, sagt Julia Seubert, die als akademische Pflegefachkraft bei Gerinove tätig ist. Auch Miriam Braun, Pflegefachkraft für Altenpflege, sieht ihre künftige Stelle als neue berufliche Herausforderung. „Interessant ist, dass das Team gemischt ist und hier Pflegemitarbeiter, Geriater, Sozialarbeiter, Case-Manager und Servicekräfte zusammenarbeiten“, freut sie sich auf ihre neue Aufgabe. Auch die Strategische Gesamtprojektleiterin Ingrid Jörg freut sich besonders, dass auf der pflegegeleiteten Station Gerinove alle Stellen besetzt werden konnten.

 

Bund fördert Projekt mit 4,6 Millionen Euro

Unzählige Stunden seien von der ersten Projektidee bis zur Umsetzung nötig gewesen, stellte Jochen Wolf fest. „Nötig waren politische Unterstützung, fachliche Planung sowie kompetente Entscheidungen.“ Aus dem von der Bundesregierung aufgelegten Innovationsfonds wird Gerinove für die Dauer von drei Jahren mit 4,6 Millionen Euro gefördert. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Hochschule Ravensburg-Weingarten. Überzeugt ist der MCB-Geschäftsführer bereits jetzt davon, dass Gerinove zu einem wichtigen und zukunftsweisenden Projekt für die Patienten werden wird. Der Lehrstuhl von Professor Dr. Maik Winter von der Hochschule Ravensburg-Weingarten begleitet und evaluiert Gerinove. „Interessant ist, dass das Projekt bisher in Deutschland einzigartig ist und dass die Pflege die Leitdisziplin ist“, so Professor Dr. Winter.

 

Hilfe in der akuten Notsituation

Dr. Markus Nachbaur, Vorstand der Stiftung Liebenau, unterstrich den Bedarf an geriatrischer Notfallversorgung. Würden Mitarbeiterinnen von Sozialstationen doch immer wieder von Notsituationen berichten. Auch wenn jemand einen demenziell erkrankten Menschen betreue und selbst erkranke, breche die ohnehin labile Struktur oft zusammen. „Mit Gerinove wird erstmalig ein sozialpflegerischer Versorgungsschwerpunkt unter dem Dach eines Krankenhauses gesetzt“, so Dr. Nachbaur.  Damit schließe sich eine Lücke zwischen Krankenhaus und Pflege, wenn jemand in einer Akutsituation kurzfristig Hilfe benötige. „Das Projekt soll nachhaltig sein. Ich würde es übersetzen mit dem Verbleib älterer Menschen in ihrem angestammten Umfeld bei Erhalt größtmöglicher Selbstständigkeit.“

 

„Hier hätte ich mich nach der OP wohlgefühlt“

Die Besucher des Tags der offenen Tür zeigten sich beeindruckt von den angenehmen Räumlichkeiten für die bis zu 18 Patienten in der Gerinove. „Zum Glück war mein Mann fit genug, um mich nach meiner Operation zu Hause zu betreuen. Aber hier hätte ich mich mit Sicherheit auch wohl gefühlt“, sagte Christine Greisert aus Weingarten. Auch Konstantin Hummel aus Baienfurt hält das neue Versorgungskonzept für eine gute Lösung. „Gerade für Menschen, die vorübergehend mehr Hilfe benötigen, ist Gerinove sinnvoll.“

 

Bilder von IWO-Beschäftigten schmücken die Wände

Zur angenehmen Atmosphäre tragen auch die vielfältigen Bilder bei, die von Beschäftigten der Integrations-Werkstätten Oberschwaben gGmbH Weingarten (IWO) gemalt wurden. „Die Bilder hängen gut hier“, meint Tanja Assfalk. Auch Monika Heinz freut sich, dass ihre Bleistiftzeichnungen in der Gerinove einen festen Platz gefunden haben. Zu besichtigen waren nicht nur die modern eingerichteten Zimmer und Aufenthaltsbereiche. Die Besucher konnten sich Blutdruck und Blutzucker messen lassen sowie in einen Anzug schlüpfen, um zu erfahren, mit welchen Einschränkungen man als älterer Mensch zurechtkommen muss.

 

Kirchlicher Segen für Gerinove

Pfarrer Benno Ohrnberger von der katholischen Kirche und Pfarrer Horst Gamerdinger von der evangelischen Kirche erbaten den Segen für Patienten, Mitarbeiter und alle Menschen, die in Gerinove ein- und ausgehen. „Segenskraft ist Lebenskraft und Menschen können durch ihren Einsatz und ihre Menschlichkeit zum Segen für andere werden“, sagte Pfarrer Gamerdinger. Pfarrer Ohrnberger machte deutlich, wie wichtig ein heilsames Netzwerk ist. „Die Patienten brauchen nicht nur Medizin, sondern auch Zuwendung und dass man sie in ihrer Würde ernst nimmt.“

 

 

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