Seitlich streichen für weitere Aufgabenfelder <>

Gesicht – Gestik - Gefühl

WOLFEGG – Das Spital Neutann ist ein ganz spezielles Pflegeheim: Dort leben ausschließlich Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Wie hat sich seit dem Ausbruch des Coronavirus die Lage dort verändert wollten wir von Hausleiterin Alexandra Büchler wissen.

Ausschließlich Menschen, die an Demenz erkrankt sind, leben in Neutann.

Seit rund drei Wochen dürfen die 29 Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen keine Besuche mehr erhalten. Wie hat sich dadurch das Leben im Spital Neutann verändert?

 

Zunächst muss man sagen, dass unser Haus aufgrund der Erkrankung unserer Bewohner eh schon einen geschützten Rahmen bietet. Einige Menschen haben vor der Krise jeden Tag Besuch bekommen. Hier versuchen wir natürlich den Kontakt durch gezieltere Zuwendung etwas zu ersetzen Wir sind auch mit allen Angehörigen in regelmäßigem Austausch und berichten, wie es den Menschen geht, zum Teil auch täglich. Und auch die Angehörigen können jederzeit anrufen.

 

Wie werden digitale Kontaktmöglichkeiten genutzt, etwa Videoanrufe oder auch Telefonate?

 

Bei Menschen mit Demenz spielt der direkte und nahe Kontakt eine sehr große Rolle in der Kommunikation. Sie läuft bei dieser Erkrankung über Gefühl, Gesten, Mimik und über die emotionale Bindung. Daher scheiden diese Kontaktmöglichkeiten nahezu aus. Einen Geburtstag haben wir zum Beispiel so gestaltet, dass wir an der Geburtstagstafel die Grüße der Angehörigen vorlesen haben. Da uns nun ein Laptop zur Verfügung steht, werden wir allerdings eine Face-to-Face-Kommunikation zu den Angehörigen über Skype ausprobieren, wo diese es möchten.

 

Für die gesamte Gesellschaft gibt es ja das Abstandsgebot. Wie gehen Sie im Spital Neutann damit um?

 

Wir arbeiten hier ohnehin nach den regulären Hygiene-Vorschriften. Diese haben wir in der aktuellen Situation noch verstärkt. Pflegerische Verrichtungen finden natürlich weiterhin statt. Das geht überhaupt nicht ohne Körperkontakt. Und wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner unsere Hand nimmt, dann ziehen wir sie nicht weg.

 

Wie ist im Allgemeinen die Stimmung im Haus?

 

Zum Glück sind alle gesund. Unsere Schichten konnten wir bisher beibehalten und auch die Koordination unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern läuft wirklich sehr gut. Wir spüren bei den Bewohnerinnern und Bewohner keine verstärke Traurigkeit oder Unruhe, die Situation wirkt sich nicht negativ aus.

 

 

Wenn Sie sich für unseren Newsletter Inklusion interessieren, melden Sie sich bitte hier an >

 



Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon +49 7542 10-1181
presse@stiftung-liebenau.de