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„Haus der Vielfalt“ – ein neuer Ort für alle in Ulm

ULM – Spatenstich für ein außergewöhnliches inklusives Projekt: Am Ehinger Tor baut die Stiftung Liebenau ein „Haus der Vielfalt“. Auf sechs Etagen entstehen hier verschiedene Wohn-, Ausbildungs- und Betreuungsangebote für Menschen mit und ohne Behinderungen sowie eine Kindertagesstätte mit exklusiver Dachterrasse.

Symbolischer Start zum Bau des „Hauses der Vielfalt“ am Ehinger Tor in Ulm: Zum Spaten griffen (von rechts vorne nach links hinten): Volker Munk (Volker Munk Immobilien e. K., „Ypsilon“), Birgit Simon (Einrichtungsleiterin RAZ Ulm), Ina Wind-Schön (Leiterin Ambulante Dienste Ulm), Christian Braun (Geschäftsführer Liebenau Berufsbildungswerk), Prälat Michael H. F. Brock (Vorstand Stiftung Liebenau), Gunter Czisch (Oberbürgermeister Stadt Ulm), Peter Fink (Architekten mühlich, fink & partner), Philip Kling (Finanzabteilung Stiftung Liebenau) und Christian Schmid (Matthäus Schmid GmbH & Co. KG).

Inklusion heißt: Mittendrin sein

„Wir sind dankbar, dass wir mitten in Ulm für Menschen, die wir begleiten, Angebote machen dürfen, die in die Normalität der Kommune einfließen“, sagte Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, beim Baubeginn. Zu diesen Menschen zählen Jugendliche mit beruflichem Förderbedarf ebenso wie Menschen mit Behinderungen, die so selbstbestimmt wie möglich wohnen wollen – und das mittendrin im städtischen Leben.

 

„Wir sind in Ulm willkommen!“

Ohne Partnerschaften und ohne ein Willkommen-Sein in einer Kommune und bei ihrer Bevölkerung seien solche Vorhaben wie das „Haus der Vielfalt“ aber nicht möglich, sagte Prälat Brock und stellte fest: „In Ulm sind wir willkommen!“ Die Stiftung Liebenau ist schon seit vielen Jahren und mit mehreren Einrichtungen in der Münsterstadt aktiv. Diese gute Partnerschaft mit der Stadt Ulm unterstrich auch Oberbürgermeister Gunter Czisch in seinem Grußwort beim Spatenstich.

 

Teilhabe und Inklusion in Praxis umgesetzt

Rund um das Ehinger Tor im Sanierungsgebiet Dichterviertel tue sich gerade viel, so Czisch. Das „Haus der Vielfalt“ bezeichnete er in diesem Zusammenhang als einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung und als eine „sehr spannende Geschichte“. Kinder, Jugendliche, Menschen mit und ohne Behinderungen unter einem Dach – hier werde Teilhabe und Inklusion praktisch umgesetzt. Grundgedanke sei es, „Orte für alle“ zu schaffen. Denn „diese Form von Gemeinschaft“, so der OB, „soll unsere Stadt prägen“.

 

Ausbildung und unterstütztes Wohnen

Zwei der sechs Geschosse sollen vom benachbarten Regionalen Ausbildungszentrum Ulm (RAZ) der Stiftung Liebenau genutzt werden. Jugendliche mit Förderbedarf, die auf dem regulären Ausbildungsmarkt keine Perspektive haben, werden hier durch Berufsvorbereitung und Ausbildung nachhaltig für ihren Berufseinstieg fit gemacht. In zwei weiteren Etagen entstehen ambulant unterstützte Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen. Unter den insgesamt acht Wohnungen sind auch zwei Appartements für die so genannte „Begleitete Elternschaft“. „Auch Menschen mit Behinderungen haben Kinder oder einen Kinderwunsch“, erläuterte Projektleiter Christian Braun, Geschäftsführer Liebenau Berufsbildungswerk, dieses Angebot. Mit entsprechender Betreuung durch Fachkräfte wird so das Zusammenleben von Eltern mit Handicap und ihren Kindern ermöglicht. Aber auch Menschen ohne Behinderung finden im „Haus der Vielfalt“ ein neues Zuhause. Zwei weitere Wohnungen sind zur freien Vermietung vorgesehen.

 

Kinderspielplatz auf Dachterrasse

„Wir werden uns von Kindern aufs Dach steigen lassen“, kündigte Prälat Brock an. Denn in die oberen Ebenen des neuen Gebäudes zieht ein Ganztageskindergarten für 40 Kinder von drei bis sechs Jahren ein, der vom Verein „Ulmer Kinderladen“ betrieben wird und der mit einem ungewöhnlichen Angebot aufwartet: Als Außenspielbereich dient eine Dachterrasse.

 

Ort der Begegnungen

Im „Haus der Vielfalt“ ist der Name also Programm. „Das Haus soll aber mehr sein als die Summe seiner Einzelteile“, betonte Christian Braun. Mit entsprechenden Räumen, Veranstaltungen und weiteren Aktionen solle das Gebäude zu einem Ort der Begegnungen und zu einem offenen Haus werden und richtete sich mit seinen Worten auch an die beim Spatenstich anwesenden Anwohner. Apropos Nachbarschaft: Die Tiefgarage teilt man sich mit dem angrenzenden „Ypsilon“-Bau, der dort schon deutliche Formen angenommen hat. Die Lücke daneben an der Ehinger Straße 26 wird nun in den kommenden rund anderthalb Jahren mit dem „Haus der Vielfalt“ gefüllt. Dessen Fertigstellung ist für Dezember 2019 geplant.

 

Gelder von Aktion Mensch und Regierungspräsidium

An den mit 6,3 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten beteiligt sich die „Aktion Mensch“ mit Zuwendungen für den Begegnungsraum Ausbildung (circa 35.000 Euro) sowie das Ambulant Betreute Wohnen (200.000 Euro). Und vom Regierungspräsidium Tübingen gibt es für die Einrichtung der Kindertagesstätte einen Zuschuss von 240.000 Euro.

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
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Telefon +49 7542 10-1181
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