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Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten

RAVENSBURG – Der 1. November war für Marcel Rein ein ganz besonderer Arbeitstag bei OBI in Ravensburg: Er hielt seinen unbefristeten Arbeitsvertrag in den Händen. Damit ist ihm nach einem Praktikum und eineinhalb Jahren an einem betriebsintegrierten Arbeitsplatz, der formal einem Arbeitsplatz in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) entspricht, der Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt gelungen. Begleitet wurde der 33-Jährige auf diesem Weg vom Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten.

Der Schritt vom betriebsintegrierten Arbeitsplatz auf den ersten Arbeitsmarkt ist gelungen: Am 1. November hat Marcel Rein bei OBI in Ravensburg seinen Arbeitsvertrag unterschrieben. Foto: Claudia Wörner

Vollwertiges Mitglied im OBI-Team mit unbefristetem Arbeitsvertrag: Mit Marcel Rein freuen sich Janine Flörchinger (links) von OBI und Fatma Tokalakoglu vom Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten. Foto: Claudia Wörner

Schritt auf den ersten Arbeitsmarkt
Täglich wird bei OBI in Ravensburg neue Ware geliefert. Von der kleinen Schraube bis zum Laminatboden ist es Marcel Reins Aufgabe, die Artikel in die Regale einzuräumen. „Braucht ein Kunde Hilfe beim Einladen ins Auto, helfe ich ihm dabei“, berichtet der junge Mann von seinen Tätigkeiten. Er ist im ganzen Geschäft unterwegs, hilft bei Umbauarbeiten, gibt vorbestellte Ware an die Kunden aus und weiß genau, wo welcher Handgriff gefordert ist. Ihm gefällt, dass er bei der Arbeit recht viel Abwechslung hat. Auch die mobile Dispositionseinheit ist für Marcel Rein längst kein Buch mit sieben Siegeln mehr. „Damit scanne ich die Ware direkt beim Einräumen und überprüfe sie auf Qualität und Menge.“ 

 

Aufgaben Schritt für Schritt erweitert
Voll des Lobes ist Janine Flörchinger, die bei OBI unter anderem für die Ausbildung zuständig ist. „Anfangs war Marcel Rein noch schüchtern und wir leiteten ihn bei jeder Tätigkeit an. Mittlerweile ist er sehr selbstständig und das Arbeitspensum und seine Aufgaben haben sich sukzessive erweitert.“ So sei der Schritt zum festen Arbeitsverhältnis eine folgerichtige Entwicklung gewesen. Sei es doch schwer genug, auf dem Arbeitsmarkt gute und zuverlässige Leute zu finden. „Marcel Rein hat Freude an der Arbeit, er ist pünktlich und motiviert“, lobt Flörchinger. Außerdem habe er sich sehr gut ins OBI-Team integriert. 

 

Jobcoach als Bindeglied
Anfangs engmaschig und recht schnell in immer größeren Zeitabständen war Fatma Tokalakoglu vom Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten als Ansprechpartnerin für Marcel Rein und für OBI als Arbeitgeber tätig. Gemeinsam formulierten sie nach dem Praktikum Zielvereinbarungen, damit der Schritt auf den ersten Arbeitsmarkt gelingen konnte. Wichtig sei die eineinhalbjährige Übergangszeit mit betriebsintegriertem Arbeitsplatz gewesen, in der der Arbeitgeber deutlich geringere Lohnkosten zu tragen hat, berichtet Janine Flörchinger. „In dieser Zeit konnten wir erproben, ob er die volle Arbeitszeit leisten kann und ob der Schichtdienst gelingt.“ Fatma Tokalakoglus Arbeit mit Marcel Rein endete mit der Unterzeichnung des festen Arbeitsvertrags. Begleitet wird der junge Mann, der 2016 von Thüringen nach Ravensburg gezogen ist, nun vom Integrationsfachdienst. Die nächsten Ziele hat er bereits im Blick: Den Staplerschein und eine eigene Wohnung. 

 

Im Sinne des Wunsch- und Wahlrechts
Aktuell absolvieren 35 Menschen Praktika oder haben bereits einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz in der Gastronomie, im Einzelhandel, als Stationshilfe, in der Bäckerei, auf dem Pferdehof und in vielen anderen Branchen. Drei Teilnehmer stehen im Moment an der Schwelle zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt, dem Ziel des Jobcoachings. Stellt jemand fest, dass die Arbeit in einer herkömmlichen WfbM doch besser zu ihm passt, ist das völlig in Ordnung. Als niederschwelliges Angebot im Sinne des Wunsch- und Wahlrechts sollen die Menschen Gelegenheit haben, sich zu orientieren und verschiedene Dinge auszuprobieren.

 

 

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