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Kinder von klein auf gezielt fördern

MARKDORF - Sechs verschiedene Berufsgruppen arbeiten in der „Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle für Eltern und Kind“, einer Einrichtung der Liebenau Teilhabe gemeinnützige GmbH eng zusammen. Von Entwicklungsdiagnostik über Einzelförderung und Gruppenangebote, das Therapeutenteam berät Eltern und fördert Kinder mit Entwicklungsverzögerung oder Behinderung im gesamten Bodenseekreis. 217 junge Klienten zählte die Einrichtung im vergangenen Jahr.

Spielerisch trainieren die Kinder Sprache, Motorik, Sozialverhalten, Wahrnehmung und Kognition.

Wenn ein Kind Förderbedarf in verschiedenen Bereichen hat, dann arbeiten die beteiligten Therapeuten unter dem Dach der Frühförderstelle eng zusammen.

Im Bewegungsraum macht die motorische Entwicklung große Fortschritte.

Mit vorsichtigen Schritten steigt Max die Treppe der Frühförderstelle hinauf. Das gelang ihm vor einiger Zeit noch nicht allein. Im Bewegungsraum hüpft der viereinhalbjährige Junge aufgeregt auf den Zehenspitzen und möchte wieder Angeln spielen. Die Physiotherapeutin Kerstin Bixenmann baut zwei dicke Turnmatten übereinander und gestaltet den Angelplatz so, dass Max´ Füße auf einer schrägen Ebene stehen. Dadurch muss er seinen Vorfuß stärker belasten, wenn er sich beim Angeln vorbeugt. So merkt er gar nicht, dass er während des Spielens seine Fußmuskulatur trainiert und an seiner ausgeprägten Fußfehlstellung arbeitet. „Die motorische Entwicklung von Max verläuft verzögert, und lange Zeit hat er ungewohnte Bewegungsanforderungen ängstlich verweigert“, so die Physiotherapeutin, zu der Max seit zwei Jahren in Therapie geht.

 

Ein maßgeschneiderter Behandlungsplan

„Bei unserer Arbeit nehmen wir das Kind mit allen seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen in den Blick und betrachten immer auch sein familiäres und soziales Umfeld“, erklärt Sylvia Unseld, Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle. „Oftmals sind verschiedene Therapie- und Förderangebote nötig, um ganzheitlich zu helfen.“ Wie dabei die verschiedenen Disziplinen ineinandergreifen, zeigt das Beispiel von Max, der eine sogenannte Komplexleitung, eine Förderung in mehreren Fachbereichen, erhält. Gemeinsam stellten eine Heilpädagogin, eine Logopädin und eine Physiotherapeutin den aktuellen Entwicklungsstand von Max fest und erstellten einen Förderplan. Einmal pro Woche bekommt Max physiotherapeutische Behandlung und zusätzlich heilpädagogische Förderung. „Das Therapeutenteam bringt sein Wissen über kindliche Entwicklung zusammen und gibt damit eine fachlich hochqualifizierte Grundlage dafür, dass jedes Kind die individuell passende Förderung erhält“, so Sylvia Unseld.

 

217 Kinder wurden 2016 betreut

Insgesamt wurden in der Frühförderstelle Markdorf und in der Außenstelle in Meckenbeuren im vergangenen Jahr 217 Kinder individuell gefördert. Die Kleinsten sind einige Monate alt, die Größten stehen kurz vor der Einschulung. Davon erhielten 71 Kinder eine Komplexleistung. „Eine möglichst frühe gezielte Förderung ist enorm wichtig“, weiß Sylvia Unseld. „Je früher therapeutisch unterstützt wird, desto größer sind die Chancen, die Folgen früher Entwicklungsprobleme abzuwenden oder zu mildern.“

 

Auch bei Max sind nach zwei Jahren die Erfolge deutlich sichtbar. Nicht nur, dass seine motorische Entwicklung große Fortschritte gemacht hat. Mittlerweile kann er im Spiel mit anderen Kindern seine Wünsche ausdrücken, kann Handlungsschritte planen und zeigt stolz ein Bild, das er ganz alleine gemalt hat.

 

Kontakt:

Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle für Eltern und Kind, Spitalstraße 3, 88677 Markdorf, Telefon 07544-71838, fruehfoerderstelle.markdorf@stiftung-liebenau.de.

 



Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
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vera.ruppert@stiftung-liebenau.de