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Kursleiterin Hede Miller-Saup: Abschied von der Akademie Schloss Liebenau

MECKENBEUREN-LIEBENAU – 35 Jahre lang prägte Hede Miller-Saup eine der wichtigsten Weiterbildungen an der Akademie Schloss Liebenau: Etwa 300 Teilnehmern gab die Supervisorin und Organisationsberaterin das nötige Rüstzeug für die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen mit. „Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) in Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung mit Sonderpädagogischer Zusatzqualifikation (SPZ)“ nennt sich die sperrige Bezeichnung für diesen Kurs. Im Juli nun endet für Hede Miller-Saup dieser Teil ihres Berufslebens.

Abschied von der Akademie Schloss Liebenau: Hier war Hede Miller-Saup mehr als 35 Jahre als Referentin und Kursleiterin tätig.

Für viele Personen, die in Werkstätten arbeiten, ist ihr Name untrennbar mit dieser jeweils zweieinhalbjährigen Weiterbildung verbunden. „Du hast diese Ära persönlich und fachlich geprägt, hast den Kurs konzeptionell gestaltet. Dafür sind wir von Herzen dankbar“, sagt der Akademieleiter Willi Hafner-Laux beim Abschlusskolloquium ihres letzten Kurses.

 

Berufung in der Weiterbildung gefunden

Das Liebenauer Schloss spielte im Berufsleben von Hede Miller-Saup eine besondere Rolle. Bereits während ihres Studiums im Bereich Sozialwesen absolvierte sie an diesem Ort Anfang der 1970-er Jahre ein zweimonatiges Praktikum. „Zu der Zeit befanden sich hier noch Wohngruppen mit Schlafsälen“, erinnert sie sich an ihren ersten Kontakt mit der Stiftung Liebenau. Nach drei Jahren als Heimleiterin in Rosenharz fand sie ihre Berufung im Bereich der Fort- und Weiterbildung.  „Mich mit fachlichen und theoretischen Inhalten immer wieder neu auseinanderzusetzen macht mir an dieser Arbeit besonders viel Freude“, sagt Hede Miller-Saup. Auch die stets unterschiedliche Zusammensetzung der einzelnen Gruppen sei für sie eine Bereicherung.

 

Kursleiterin seit 1991

1982 begann Hede Miller-Saup als Referentin an der Akademie Schloss Liebenau, und seit 1991 war sie Kursleiterin. Immer sei die Zusammenarbeit von gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen geprägt gewesen. Mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrien und Altersspektrum zwischen Anfang 20 und 60 Jahren erlebte sie die Weiterbildung stets als sehr vielfältig. „Waren es in meiner Anfangszeit als Kursleiterin überwiegend Männer, ist das Geschlechterverhältnis heute nahezu gleich“, berichtet Hede Miller-Saup. „Einen guten Weg für die Werkstattbeschäftigten zu entwickeln stellt die Fachkräfte in den Werkstätten vor hohe Anforderungen.“ Personen- und kompetenzorientiert anzuleiten und zu begleiten sei die zentrale Herausforderung dabei.

 

Zahlreiche persönliche Entwicklungen

Der berufliche Hintergrund der meisten gFAB-Teilnehmer ist ein handwerklich-technischer oder sie kommen aus Gastronomie und Hauswirtschaft. „Zu Beginn der Weiterbildung erwarteten manche eine Art Gebrauchsanleitung, aber im Umgang mit Menschen geht es vor allem darum, mutig Dinge auszuprobieren und Flexibilität zu zeigen“, weiß die Sozialwissenschaftlerin. So sei es für sie immer ein besonderer Moment gewesen, wenn der Transfer vom Wissen hin zu Vorstellungsvermögen und Empathie gelungen ist. „Diese zahlreichen persönlichen Entwicklungen haben meine Arbeit so spannend und interessant gemacht.“

 

Schritt fühlt sich gut und richtig an

Nach ihren Kursen und nach dem Liebenauer Schloss werde sie schon manchmal Heimweh haben, ist sich Hede Miller-Saup sicher. „Aber mit 66 Jahren fühlt sich dieser Schritt für mich jetzt auch gut und richtig an.“ Wichtig ist ihr, dass sich mit Dorothea Wehle-Kocheise und Lena Sachsenmaier zwei gute Nachfolgerinnen bei der gFAB-Fortbildung mit sonderpädagogischer Zusatzqualifikation gefunden haben. „Jetzt kann ich gut abgeben und loslassen.“

 

 

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