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Landtagsabgeordnete Petra Krebs zum Austausch im AIP Wangen- Schauwies

WANGEN-SCHAUWIES – Ein Novum für die Mitarbeitervertretung (MAV) der Liebenau Teilhabe: zum ersten Mal trifft sich eine Delegation der MAV mit einer Vertreterin der Politik zum Austausch über die Veränderungen im Bereich der Behindertenhilfe. Das Treffen fand im AIP in Wangen statt, im Wahlkreis von Petra Krebs (Bündnis 90/Die Grünen).

Landtagsabgeordnete Petra Krebs (Bündnis 90/Die Grünen) beim Einschweißen einer Spieleschachtel im AIP

Reger Austausch im Schauwieser AIP: Ulrike Koch, Marianne Seeger, Beate Heilig, Arnold Fuchs, Jonathan Wolf, Peter Brauchle, Michael Metzger (MAV der Liebenau Teilhabe), Petra Krebs (MdL), Isabella Burgey-Meinel (Leitung AIP) und Jörg Munk (Geschäftsführer Liebenau Teilhabe).

AIP ist qualitativ gut aufgestellt

Zunächst führte Isabella Burgey-Meinel, Leiterin des AIP, die Gäste durch die hellen, offenen Hallen, die Werkstatt und das angeschlossene Hochregallager. Dort arbeiten ca. 80 Menschen mit Behinderung zusammen mit Auszubildenden des Liebenau Berufsbildungswerks und Mitarbeitern der Colorus GmbH in den Bereichen Montage, Verpackung und Logistik. Hier können, im Vergleich zu anderen Werkstätten für Menschen mit Behinderung, auch Großaufträge zeitnah abgewickelt werden. Petra Krebs zeigte sich beeindruckt von der Professionalität und will sich stark machen, das Angebot des AIPs in ihrem Wahlkreis noch mehr in den Blick zu rücken. „Schön, dass Firmen soziale Aufträge vergeben“, so Krebs. Ein Vorteil für die Unternehmer: sie können 50% der Kosten auf die Ausgleichsabgabe anrechnen lassen und zahlen nur den verminderten Mehrwertsteuersatz.

 

Dezentralisierungsprozess bietet Chancen

Bei der anschließenden Diskussionsrunde ging es konkret um Chancen und Herausforderungen des Dezentralisierungsprozesses der Wohn-, Betreuungs- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf. Peter Brauchle, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung der Liebenau Teilhabe sowie sechs seiner Kolleginnen und Kollegen betonten, dass dieser Prozess eine große Flexibilität der Arbeitnehmer nötig macht, um „die gigantische Herausforderung bewältigen zu können“. Früher ging es um die Auflösung von Schlafsälen, heute um die Entwicklung der Stammorte, hin zu Orten mit fachkompetenten Zentren mit ausdifferenzierten Angeboten. Dabei stand das Thema Inklusion ebenso im Mittelpunkt, wie die Frage von Selbstbestimmung und Fürsorge im Rahmen des Leistungs- und Ordnungsrechts und der Aufsichtsorgane.

 

Bei politischen Entscheidungen müssen immer die besonderen Bedürfnisse und die Lebensqualität der zu betreuenden Menschen im Mittelpunkt stehen. Die Rahmenbedingungen sollten so gestaltet sein, dass der Verwaltungsaufwand nicht die eigentliche Assistenzhilfe der Mitarbeiter übersteigt. „Kleinere Einheiten sind zwar teurer, aber notwendig für gelebte Teilhabe“ betont Petra Krebs. Diese müssten finanziell so ausgestattet werden, damit die Mitarbeiter sinnvoll arbeiten können. Dabei nahm sie auch die Arbeitgeber in die Verantwortung, die aktiv nach Lösungen suchen müssen, denn „Politik ist langatmig“.

 

Bundesteilhabegesetz stärkt Rechte

Entscheidend für die Wahl des Wohn- und Betreuungsangebots ist die persönliche Situation und Lebenswelt des Einzelnen. Dabei werden die individuellen Rechte der Menschen mit Behinderung durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG), das zu Beginn des Jahres in Kraft getreten ist, explizit unterstützt. Die Verbesserungen, die das BTHG bietet, betreffen vor allem diejenigen, die weitgehend frei und selbstständig entscheiden können. Für manche Menschen wird aber auch in Zukunft das ausdifferenzierte Angebot an den Stammorten die beste Hilfestellung sein. Nicht nur für dieses Betreuungsangebot benötigt man deswegen auch in Zukunft breit qualifiziertes Personal.

 

Zeiten des Wandels

Jörg Munk, der als Geschäftsführer der Liebenau Teilhabe ebenfalls an dem Austausch teilnahm, betonte, dass Zeiten des Wandels immer von Unsicherheiten geprägt sind, sowohl für Mitarbeiter als auch für die Träger von Einrichtungen und Dienste zur Hilfe für Menschen mit Behinderung. So können sich „mehr Stolpersteine als förderliche Bausteine“ auf dem Weg zur Inklusion befinden. Dennoch gelte es die Stammorte als Teil des Gesamtsystems so zu gestalten, dass sie durchlässig für Teilhabe sind. Der Spannungsbogen zur Umsetzung der Inklusion kann nur gemeinsam gelingen, wenn die Bedürfnisse der Menschen mit Assistenzbedarf, der Leitungen sowie der Mitarbeiter der Einrichtungen im Veränderungsprozess berücksichtigt werden.

 

 

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