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Mit der Egusi Soup beginnt eine kulinarische Reise um die Welt

ULM – Ein Tag ganz im Zeichen Gambias: Im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm der Stiftung Liebenau hat Koch-Lehrling Yusupha Sanneh mit seiner westafrikanischen Küche die zahlreichen Mittagsgäste gleichermaßen überrascht wie begeistert. Die Kochaktion war der Startschuss für ein besonderes kulinarisches Projekt. Unter dem Motto „Über den Tellerrand – interkulturelle Begegnungen in der Azubi-Küche“ stellen Menschen aus der „Schillerstraße 15“, dem Haus für Bildung, Rehabilitation und Teilhabe, ab sofort im monatlichen Rhythmus verschiedenste Spezialitäten aus aller Welt vor.

Küchenchef für einen Tag: Koch-Azubi Yusupha Sanneh aus Gambia kredenzte im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm den Gästen eine Spezialität aus seiner westafrikanischen Heimat.

Ungewöhnlicher Speiseplan im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm: Der Gambier Yusupha Sanneh kochte mit Unterstützung von Teilnehmerinnen der Berufsvorbereitung das landestypische Gericht Egusi Soup mit Pounded Yam.

Als Flüchtling nach Ulm gekommen

Zum Auftakt übernahm Yusupha Sanneh die Regie in der Küche. Als Flüchtling nach Deutschland gekommen, absolvierte er im RAZ ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und bewährte sich dabei so gut, dass er im September 2017 als Koch-Azubi eingestellt wurde. Auf den Speiseplan setzte der 26-Jährige nun eine Spezialität aus seiner westafrikanischen Heimat: Egusi Soup mit Pounded Yam – eine Art Eintopf mit Melonen-Samen, Fleisch und Gemüse, serviert mit Garnelen und großen, aus der Wurzel Yam bestehenden Klößen. Warum er sich gerade dieses Rezept ausgesucht hat? „Es ist einfach mein Lieblingsgericht!“

 

Originalrezept wurde etwas „entschärft“

Doch ob seine für deutsche Gaumen vielleicht etwas exotische Leibspeise auch in Ulm ankommt? Und wie! An der Verkaufstheke bildete sich eine lange Schlange, alle 40 zubereiteten Portionen wurden verkauft, und an jedem Tisch gab es viel Lob für den Koch. Gut, ein paar Zugeständnisse seien gemacht worden, um das ursprünglich sehr würzige Gericht auch dem schwäbischen Publikum schmackhaft zu machen. „Er hat das Ganze nicht so scharf gekocht wie im Original“, erklärt Jochen Gerstner, Bildungsbegleiter im RAZ und einer der Organisatoren des Kochprojektes.

 

Ein Kochbuch entsteht

Die Idee hinter dieser kulinarischen Reise um die Welt: Einmal pro Monat wird eine fremde Nation mit einem landestypischen Gericht vorgestellt – ausgesucht, gekocht und präsentiert von einem Schüler, Azubi oder Mitarbeiter des RAZ oder der unter demselben Dach beheimateten Max-Gutknecht-Schule. Ein wechselndes Team von Jugendlichen hilft dann bei der Zubereitung, andere beschäftigen sich im Vorfeld mit der jeweiligen Region und erstellen eine Infotafel mit Wissenswertem über Land und Leute. Am Ende – so der Plan – soll aus dem gesammelten Material ein Kochbuch entstehen, pünktlich zum großen Jubiläum im kommenden Jahr, wenn die Ulmer Bildungseinrichtung 20 Jahre alt wird.

 

Teamwork in der Küche

Das erste Kapitel ist jedenfalls schon einmal dank Yusupha Sanneh gefüllt. Bei seiner Arbeit in der Küche wurde er von drei Teilnehmerinnen der Berufsvorbereitung tatkräftig unterstützt: Rebeka Harbuzi, Samantha Eisermann und Sibel Yavuz schälten Wurzeln und Zwiebeln, formten die Yam-Klöße und schnitten den Spinat. „Sie haben das gut gemacht“, lobt er. Und er selbst musste sich mit seinem Gericht erst der strengen Geschmacksprobe durch seinen Ausbilder Reinhard Klein unterziehen. Doch auch von Seiten des Küchenprofis hieß es: Daumen hoch für Yusupha Sanneh.

 

Nächster Termin am 13. Dezember

In die nächste Runde geht die Aktion in der „Schillerstraße 15“ am Mittwoch, 13. Dezember 2017. Dann gibt es einen türkischen Mittagstisch. Zwei Auszubildende aus dem Bäckereiverkauf und die Lehrerin Sema Ülker – alle mit Wurzeln in der Türkei – liefern das Rezept. Ab 12 Uhr wird an der Metzgerei-Verkaufstheke serviert.

 

 

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