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„Netz-Checker“ schreiben nur, was sie auch persönlich sagen würden

FRIEDRICHSHAFEN – Das garstige Wetter draußen macht es drinnen umso angenehmer: In den Räumen vom Kreismedienzentrum Bodenseekreis wird angeregt kommuniziert, sowohl analog als auch digital. Sieben Interessierte mit Handicap und drei Begleitpersonen ließen sich zum Messenger-Dienst WhatsApp schulen. Organisiert haben den Workshop „Netz-Checker“ die Offenen Hilfen der Stiftung Liebenau. Kooperationspartner ist das Kreismedienzentrum Bodenseekreis. Die „Netz-Checker“-Kurse bilden einen wichtigen Baustein bezogen auf die digitale Teilhabe und Gleichstellung von Menschen mit Einschränkungen.

Neue Erkenntnisse für die „Netz-Checker“: Alexander Beer (2. v. re.), Leiter Kreismedienzentrum Bodenseekreis, lieferte Tipps und Tricks in Sachen WhatsApp. Julia Liehner (re.) von den Offenen Hilfen der Stiftung Liebenau hat mehrere Kurse für die digitale Teilhabe von Menschen mit Handicap organisiert.

Viele Tipps und etliche Kniffe

Die Kursteilnehmer waren allesamt keine Anfänger in Sachen WhatsApp, aber hinzugelernt haben sie dennoch einiges. Begriffe wie Broadcast-Liste und Gruppe, Status und Blockieren fallen in dem zweistündigen Lehrgang. Die Anwesenden waren alle ausgestattet mit mobilen Geräten und zeigten sich engagiert und interessiert. „Wenn ihr die Broadcast-Liste nehmt, müsst ihr nur einmal ‚an alle‘ schreiben“, erklärt Alexander Beer, Leiter des Kreismedienzentrums Bodenseekreis. Videos als auch Sprachnachrichten lassen sich gleichzeitig an viele Empfänger verschicken. Das kommt vor allem auch jenen zugute, die nicht gut lesen und schreiben können. Die Empfänger sehen nicht, dass andere den gleichen Inhalt bekommen haben. Man kann also die persönliche Ansprache wählen. Ein Unterschied zur Kommunikation in einer Gruppe.

 

Wichtig: die drei Punkte

Zwischendurch kommt immer wieder die Frage einer Teilnehmerin: „Wie kann man das löschen?“ Beer verweist auf die drei Punkte, unter denen auch der entsprechende Befehl zu finden ist. Ein Thema war der „Status“, der für die meisten Teilnehmenden neu war: „Status ist wichtig für die, die sehr mitteilsam sind“, meinte Beer. Fotos und Nachrichten, die man postet, werden nach 24 Stunden automatisch von WhatsApp gelöscht. Selbstverständlich wird gleich ausprobiert. Mancher findet den Status eines anderen Teilnehmers nicht und muss ihn deshalb zunächst in seiner Kontakte-Liste aufnehmen. Und wieder sind es die drei Punkte, die weiterhelfen.

 

Digitale Teilhabe

Julia Liehner von der Stiftung Liebenau, die insgesamt vier Kurse an zwei Terminen organisiert hat, hat im Vorfeld intensive Recherchearbeit betrieben. Etwa hat sie in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) und bei der Beteiligungsgruppe im Bodenseekreis abgefragt, welche Themen interessant sind. Herausgekommen sind drei Kurse zu je zwei Stunden: Smartphone und Tablet, Instagram sowie WhatsApp. Aufgrund des großen Interesses werden einige Kurse erneut angeboten. Auch das Kreismedienzentrum ist dann wieder mit im Boot. Termine werden frühzeitig bekanntgegeben. Den wichtigen Stellenwert der digitalen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, zeigt auch die Förderung der Kurse durch „Aktion Mensch“. Ein wichtiger Baustein für die Vermittlung von Medienkompetenz für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sind auch Arbeitsmaterialien. In leicht verständlicher Sprache wurden sie an die Teilnehmer ausgehändigt.

 

Wichtiger Rat für den Weg

„Alles was ihr schreibt, solltet ihr jemandem auch ins Gesicht sagen können“, gab Alexander Beer zum Schluss als Rat mit auf den Weg. Manche haben schon per WhatsApp Schluss gemacht. Diese Erfahrung kann ein Teilnehmer bestätigen. „Das tut in der Seele weh, nicht äußerlich, aber in der Seele“, meinte er. „Wir wollen nicht, dass es sowas gibt!“, waren sich die Anwesenden einig.

 

„Netz-Checker“-Café

Wer Fragen rund um Internet, Smartphone, Tablet, Laptop und vieles mehr hat, kann das „Netz-Checker“-Café besuchen. Es findet am Freitag, 23. Oktober und am Freitag, 20. November statt, jeweils von 16 bis 18 Uhr im Gemeinschaftsraum in den „Lebensräumen für Jung und Alt“ (gegenüber vom Bahnhof Meckenbeuren). Eine Anmeldung ist erforderlich bei Julia Liehner, Tel. 0172 4426063. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

 

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