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Neu aufgestellt: Das Ethikkomitee der Stiftung Liebenau

MECKENBEUREN-LIEBENAU – Die Auseinandersetzung mit moralischen Fragen hat in der Stiftung Liebenau Tradition. Bereits die Gründungssatzung von 1873 verwies auf ein ethisches Handeln im Sinnhorizont des christlichen Glaubens. Mit den ethischen Aspekten der Stiftungsarbeit und ihren Entwicklungen befasst sich das Ethikkomitee der Stiftung Liebenau, seit September unter neuer Geschäftsführung.

Zum ersten Treffen in neuer Besetzung begrüßte Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand Stiftung Liebenau (hinten Mitte), die Mitglieder des Ethikkomitees: (v. li.) Thomas Löffler, Prof. Dr. Herbert Rommel, Dr. Helmut Schädler, Matthias Haag, Marie-Theres Selbitschka, Ruth Hofmann (vorne), Dr. Janina Loh.

Fachlich breit aufgestellt

Seit September 2021 hat die Ethikerin Dr. Janina Loh, als Nachfolge von Dr. Bernhard Preusche auf der Stabsstelle Ethik, die Geschäftsführung des Ethikkomitees inne. Dr. Janina Loh hat Philosophie und Germanistische Linguistik in Berlin studiert, war an der Universität Kiel und an der Universität Wien im Bereich Technik- und Medienphilosophie beschäftigt. Prof. Dr. Herbert Rommel, Theologe und Ethiker an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, ist Vorsitzender des Komitees. Und auch neben der ethischen und theologischen Expertise ist das Ethikkomitee fachlich breit aufgestellt. Ruth Hofmann vom Pädagogischen Fachdienst vertritt die Teilhabe, Marie-Theres Selbitschka als ehemalige Pflegedienstleiterin die Altenhilfe. Dr. Helmut Schädler ist ehemaliger Chefarzt der St. Lukas-Klinik. Matthias Haag war bis zu seinem Ruhestand im Juli dieses Jahres, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Stuttgart und steht für die juristische Sachkenntnis des Ethikkomitees. Mit Thomas Löffler schließlich, Diplom-Kaufmann und Managementberater, ist die wirtschaftswissenschaftliche Fachlichkeit gesichert.

 

Positionen zu aktuellen Themen

Das Ethikkomitee reflektiert die ethischen Aspekte in der Entwicklung der Stiftung Liebenau, ihrer Gesellschaften und des politischen Umfeldes. Darüber hinaus stärkt es die Ethikkompetenz der Mitarbeitenden. Es erarbeitet Handreichungen zum internen Gebrauch und nimmt Stellung zu relevanten ethischen Diskussionen. In den letzten Jahren entstanden Stellungnahmen etwa zum Tarifkonflikt, zum Freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) sowie über den Einsatz von Technik in der Pflege. Noch unter der Geschäftsführung von Dr. Bernhard Preusche wurde unlängst eine Stellungnahme zum Thema Menschenwürde und Selbstbestimmung veröffentlicht.

 

Handlungsleitlinien für die Praxis

Im nächsten Jahr möchte das Ethikkomitee noch praxisnäher arbeiten. Die nächste Stellungnahme wird sich mit einem Wertekonflikt befassen, der in vielen Arbeitskontexten in der Stiftung Liebenau auftritt: Auf der einen Seite steht die Autonomie und Selbstbestimmung einer anvertrauten Person, auf der anderen die notwendige Kontrolle und Fremdbestimmung durch etwa eine Pflegekraft. Drei konkrete Praxisbeispiele werden analysiert, um hernach konkrete Vorschläge zur Handlungsorientierung zu geben. Die ethische Theorie steht bei dieser Schrift im Hintergrund. Es geht um die Formulierung ethischer Ratschläge für die Praxis.

 

Ethisches Bewusstsein fördern

Darüber hinaus erarbeitet das Ethikkomitee weitere Formate, wie etwa kurze Flyer oder Reflexionsbögen, um die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Stiftung Liebenau zu stärken und die Entwicklung eines Bewusstseins für die ethischen Fragen der Arbeit in möglichst allen Bereichen zu fördern.

 

 

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