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Neue Wege mit allen für alle - Minister Lucha besucht Tettnanger Inklusionsklassen

TETTNANG – Ein Minister in der Schule: Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration Baden-Württemberg, hat sich in Tettnang über das inklusive Schulangebot für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf informiert. Die Don Bosco Schule der Stiftung Liebenau und die Manzenbergschule haben hier eine wegweisende Kooperation unter Federführung der beiden Rektoren Közle und Weber entworfen und realisiert.

Vorne links: Markus Wursthorn (Geschäftsleitung Schule, Bildung, Erziehung und Arbeit der Liebenau Teilhabe gemeinnützige GmbH), Bruno Walter (Bürgermeister der Stadt Tettnang), Eugen Weber (Rektor Gemeinschaftsschule Manzenberg), Manfred Lucha (Minister für Soziales und Integration Baden-Württemberg), Wolfgang Közle (Schulleiter SBBZ Don Bosco). Mitte: Prälat Michael H. F. Brock (Vorstand Stiftung Liebenau), Änne-Kathrin Unger (Lehrerin Manzenbergschule), Carina Wehr (Fachbereichsleitung Familie, Bildung & Betreuung der Stadt Tettnang), Thomas Pätzold (Schulrat, Staatliches Schulamt Markdorf), Christoph Berthele (Lehrer Uhlandschule). Hinten: Edgar Wöhrle (Schulamtsdirektor, Staatliches Schulamt Markdorf), Dr. Otto Reichert (Sonderschulrektor Uhlandschule), Aninna Dietrich und Christian Urff (Inklusionslehrer der Don Bosco Schule).

Hospitierten direkt vor Ort in einer Klasse der Manzenbergschule: Dr. Otto Reichert, Markus Wursthorn, Minister Manfred Lucha, Christian Urff, Bürgermeister Bruno Walter, Änne-Kathrin Unger.

Inklusive Bildung im Gespräch

Das inklusive Bildungssystem, ein zentraler Punkt der UN-Behindertenrechtskonvention, stand im Mittelpunkt des Austausches zwischen Minister Manfred Lucha und Vertretern der Don Bosco Schule, der Manzenberg- und der Uhlandschule sowie des Staatlichen Schulamts, Vertretern der Stadt Tettnang und der Stiftung Liebenau. Konkret ging es um die Frage, wie Inklusion gelingen kann. Eine mögliche Antwort gibt eine Kooperation zwischen dem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) der Don Bosco Schule und der Gemeinschaftsschule Manzenberg. Seit dem Schuljahr 2014/2015 ist hier das inklusive Beschulungsangebot verlässlich geregelt. Alle Schülerinnen und Schüler werden durchgehend gemeinsam unterrichtet. Kinder mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf werden von einem Sonderschullehrer der Don Bosco Schule ebenso begleitet, wie jedes andere Kind, das Hilfe benötigt. Trotz unterschiedlicher fachlicher Vorbereitungsschwerpunkte sind alle Lernbegleiter für alle Kinder da. In diesem Teamteaching wird Verantwortung geteilt und solidarisches Lernen neu gestaltet. Für Minister Lucha ist dies ausschlaggebend für „die tolle Atmosphäre und angenehme Ruhe an der Schule, wo von allen, mit allen, für alle, neue Wege gefunden werden.“ Schüler erhalten individuelle Lernangebote, die ihrem Lern- und Entwicklungsstand entsprechen. Größter Wert wird dabei darauf gelegt, dass die Unterrichtsmaterialien, wie zum Beispiel Lernblätter, sich optisch stark ähneln, sodass keine Ausgrenzung geschieht.

 

„Down-Syndrom ist nicht ansteckend!“

Bei einer Hospitation in den Klassen konnte sich Lucha selbst ein Bild von der neuen Form des „Individuellen Lernens“ machen. Die Kinder sitzen nicht mehr an Zweiertischen und werden frontal unterrichtet, sondern jeweils an Einzeltischen. Jeder hat eine Fächerbox vor sich, in welcher sich die wichtigsten Unterlagen befinden. Dort sitzt auch Tim, ein inklusiv beschulter Schüler. Seine Mutter betont, dass Inklusion von klein an gelebt und spielerisch gelernt werden muss, damit sie in unserer Gesellschaft selbstverständlich wird. Nur dann muss sie nicht mehr anderen Kindern erklären: „Das Down-Syndrom ist nicht ansteckend!“

 

Musterprojekt für inklusive Bildung

Zwar waren sich die Anwesenden einig, dass echte gesellschaftliche Inklusion noch lange nicht verwirklicht ist und dass es noch Jahrzehnte dauern kann. Aber durch die Offenheit und Bereitschaft der Lehrer, werde das Unmögliche möglich gemacht, betonte der Tettnanger Bürgermeister Bruno Walter. Markus Wursthorn, Geschäftsleiter Schule, Erziehung, Bildung und Arbeit der Liebenau Teilhabe, ergänzt: „Hier haben wir ein Musterprojekt für gelungene inklusive Bildung.“ Dafür brauche es allerdings förderliche Rahmenbedingungen. So gewährt das staatliche Schulamt Markdorf Spiel- und Freiräume, damit ein individualisiertes und kooperatives Lernen möglich ist. Aber auch die Grundhaltung und Motivation der Lernbegleiter zusammen mit dem Zwei-Pädagogen Prinzip spiele eine große Rolle, damit Wege für Inklusion gefunden werden.

 

Am Ende zeigte sich der Minister beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, mit der an der Manzenbergschule inklusive Bildung gelebt wird und verabschiedete sich mit den Worten „Wir sind alle Inklusionisten!“

 

 

 

 

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