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Niederländisches Unternehmen revolutioniert ambulante Altenpflege

MECKENBEUREN-LIEBENAU – „Buurtzorg“ ist ein niederländisches Wort für Nachbarschaftshilfe. Das niederländische gemeinnützige Unternehmen Buurtzorg ist in der ambulanten Pflege tätig und zeichnet sich aus durch den innovativen Einsatz des Pflegepersonals und ein besonderes Abrechnungsmodell. Bei einem Fachtag der Stiftung Liebenau für Mitarbeitende aus dem Aufgabenfeld Pflege und Lebensräume wurde das Buurtzorg-Konzept von Prof. Dr. Maria Mischo-Kelling von der Hochschule Ravensburg-Weingarten vorgestellt.

Frischer Wind für die ambulante Pflege: Das niederländische Unternehmen Buurtzorg setzt auf Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Pflegenden.

Prof. Dr. Maria Mischo-Kelling, Hochschule Ravensburg-Weingarten, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, und Dr. Alexander Lahl, Geschäftsführer der Unternehmen im Aufgabenfeld Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume, sehen in dem innovativen Konzept des niederländischen Pflegeanbieters Buurtzorg großes Potenzial.

„Menschlichkeit vor Bürokratie“

Buurtzorg wurde 2007 von Jos de Blok unter dem Motto „Menschlichkeit vor Bürokratie“ mit vier Pflegekräften gegründet. De Bloks Idee: „Gebt den Pflegekräften ihre Berufung zurück und schafft Rahmenbedingungen, dass sie die Menschen so betreuen können, wie sie es lieben. Wenn Schwestern und Pfleger ihre Arbeit wieder schätzen, sind auch Patienten und Angehörige glücklich.“ Heute ist Buurtzorg mit über 10 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der größte Anbieter für ambulante Pflege in den Niederlanden. Mittlerweile wurden nach seinem Vorbild auch in den USA, Japan, Schweden und Belgien Homecare-Projekte realisiert. 

 

Ganzheitlich, eigenverantwortlich, innovativ

Bei Buurtzorg ist jede Pflegekraft für die gesamten Pflegetätigkeiten verantwortlich, die sie vornehmlich bei Pflegebedürftigen im Quartier leistet. Neben der pflegerischen Versorgung kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch um die Erstellung und Umsetzung von Pflegeplänen, die Verwaltung von Antragsformularen und die Abrechnung. „Dieser ganzheitliche Ansatz sorgt für ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Selbstständigkeit und wird von den Pflegenden und ihren Kunden sehr gut angenommen“, so Mischo-Kelling, die an der Hochschule Ravensburg-Weingarten an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege lehrt. Ebenso innovativ wie der Einsatz der Pflegerinnen und Pfleger ist auch die Abrechnung: Es wird ausschließlich nach der verbrachten Zeit und nicht wie sonst üblich nach Pflegeleistung abgerechnet. Aufgrund dieser attraktiven Arbeitsbedingungen ist der Ausbildungsgrad der Mitarbeitenden bei Buurtzorg überdurchschnittlich hoch: Rund 70 Prozent sind examiniert und etwa 40 Prozent davon haben sogar einen akademischen Abschluss

 

Buurtzorg auch in Deutschland?

Die Stiftung Liebenau ist interessiert, das Modell Buurtzorg in ihr Portfolio aufzunehmen. Zusammen mit der Hochschule Esslingen und der Hochschule Ravensburg-Weingarten sowie der Samariterstiftung sind Gespräche mit möglichen Partnern geplant. „Zu klären ist, ob Buurtzorg projekthaft an zwei Standorten eingeführt und evaluiert werden kann“, sagt Dr. Alexander Lahl, Geschäftsführer der Unternehmen im Aufgabenfeld Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume. „Wir wollen erheben, ob die Zauberformel Buurtzorg in der Praxis in Deutschland das hält, was allgemein beschrieben wird. Die Evaluation der Hochschulen soll uns dabei objektive Ergebnisse liefern“, so Lahl.

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
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