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Offene Worte am „Tag der Freien Schulen“

ULM – Zum „Tag der Freien Schulen“ durften sich Schülerinnen und Schüler der Max-Gutknecht-Schule (MGS) über eine spannende Abwechslung vom Schulalltag freuen. Landtagsabgeordneter Martin Rivoir folgte der Einladung von Schulleiter Gernot Schlecht und stellte sich den Fragen der Jugendlichen, die in der Ulmer Schillerstraße eine Vorqualifizierungsmaßnahme Arbeit und Beruf durchlaufen. Im Gegenzug erhielt der SPD-Politiker und Vorsitzende des Finanzausschusses im Landtag einen Einblick in die Vielfalt einer Freien Schule in kirchlicher Trägerschaft.

Der Landtagsabgeordnete Martin Rivoir (SPD) diskutiert mit einem Schüler der Ulmer Max-Gutknecht-Schule.

Das Selfie für den Instagram-Feed verbindet Generationen: SPD-Landtagsabgeordneter, Martin Rivoir, mit den Schülerinnen und Schülern der Max-Gutknecht-Schule in Ulm.

Fragen und Zwischenfragen erwünscht

Einen ausgeprägten Hang zu Statussymbolen kann man Martin Rivoir nicht unterstellen. Die wenigen Minuten von seinem Ulmer Bürgerbüro bis in die Schillerstraße 15 bewältigt er mit seinem E-Bike. „Das Rad habe ich jetzt gut zwölf Jahre. Es ist eine tolle Möglichkeit, den Wagen in der Stadt auch mal stehenzulassen. Früher wäre ich die Strecke zu Euch sicher mit dem Auto gefahren“, erzählt Rivoir. Für die „außerparlamentarische Fragestunde“ hat er den Stuttgarter Plenarsaal gegen die Aula der MGS eingetauscht – Fragen und Zwischenfragen unbedingt erwünscht. Und das lassen sich die Jugendlichen im Plenum nicht zweimal sagen. Sie stehen selbst am Beginn ihres beruflichen Werdegangs und durchlaufen gerade unterschiedlichste Bildungsangebote der Sonderberufsschule der Stiftung Liebenau: einige haben bereits ihre Ausbildung, beispielsweise im Bäckerhandwerk begonnen, andere orientieren sich noch, welcher Beruf infrage kommt und machen parallel dazu ihren Hauptschulabschluss.

 

Politik zunächst nur Hobby

Logisch, dass zunächst der Werdegang des Abgeordneten abgefragt wird. „Wie wird man Politiker, eine Ausbildung gibt es dafür ja nicht?“, lautet die erste Frage einer Schülerin. Rivoir geht für die Antwort weit in seine eigene Jugendzeit zurück. Schon sein Vater sei stets gesellschaftlich engagiert gewesen, das habe auch ihn geprägt und für die Initialzündung gesorgt. Er beschließt, selbst aktiv zu werden. „Mit 28 Jahren bin ich in den Gemeinderat von Ulm gewählt worden. Damals war Politik aber eher ein Hobby. An meinen Aufgaben bin ich dann gewachsen, und als mein Vorgänger im Wahlkreis irgendwann aufgehört hat, fielen alle Blicke auf mich“, so Rivoir. Heute gebe es viele Möglichkeiten mitzugestalten, und dazu ermutigte Rivoir auch seine Zuhörer: „Jede Partei, aber auch Fridays for Future, hat eine Jugendorganisation. Die sind alle in Ulm vertreten. Wer sich engagieren möchte, für den habe ich eine ganz einfache Empfehlung: hingehen, anhören und eine eigene Meinung bilden.“

 

„Wer kann, soll sich impfen lassen“

Prägnant, nahbar und meinungsstark präsentiert sich Martin Rivoir dann auch, als die Fragen heikler und politischer werden. Wie er zur Debatte um die Corona-Impfung stehe? „Ich erwarte, dass jeder, der die Möglichkeit dazu hat, sich impfen lässt.“ Was er von Corona-Leugnern hält? „Der Klügere soll ja nachgeben. Aber wenn alle Klügeren nachgeben, regieren uns irgendwann die Idioten.“ Die Krawallnächte in Stuttgart? „Geht gar nicht!“

 

Die offene und pointierte Art Rivoirs kommt an, ist für die Schülerinnen und Schüler leicht verständlich und ermutigt schließlich einen der Jugendlichen zur finalen Charakterfrage: „Sie sind doch Besserverdiener. Was für eine Uhr tragen Sie eigentlich?“ Während noch vereinzelt über die forsche Frage gelacht wird, zögert der Abgeordnete keine Sekunde, löst das Lederarmband vom Handgelenk und präsentiert eine solarbetriebene Funkuhr aus dem Schwarzwald. „Die habe ich mir selbst zu meinem 40. Geburtstag geschenkt“, sagt Rivoir. „Ist zwar schick, aber auch nicht zu bonzenmäßig für einen SPD-Mann.“ So ganz ohne Statussymbol kommt Martin Rivoir dann aber doch nicht aus. Bevor er sich wieder auf sein Rad schwingt, bittet er die Jugendlichen um ein gemeinsames Selfie. Für seinen Instagram-Status versteht sich.

 

 

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