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Preisträger von „Jugend musiziert“ begeistern bei Liebenauer Konzerten

MECKENBEUREN-LIEBENAU – Klarinette, Klavier, Violine und Schlagwerk: Mehrfache Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ auf Landes- und Bundesebene spielten beim 2. Liebenauer Konzert im Schloss und begeisterten ihr Publikum. Auch bei diesem inklusiven Konzert der Stiftung Liebenau, das offen für alle Besucher war, ging es nicht nur um musikalisches Erleben auf höchstem Niveau, sondern um die Teilhabe an Kultur für Menschen mit Einschränkungen. Haben sie doch sonst wenig Gelegenheit zu einem Konzertbesuch.

Preisträger von „Jugend musiziert“ begeisterten beim zweiten Liebenauer Konzert im Schlosssaal (v. li.): Franziska Wientges, Sara Schlumberger-Ruiz, Moritz Imrecke, Clemens Barth, Jamie Meyer-Eggen und Tim Vögele.

Ein junges Talent aus der Region beherrscht die Trommel: Tim Vögele besucht die neunte Klasse des Tettnanger Montfort-Gymnasiums.

Ohne Noten und mit geschlossenen Augen: Fransika Wientges spielte hingebungsvoll Musik von Robert Schumann und Sergej Rachmaninow.

Das Klarinetten-Trio „Radici“ spielte mit großer Fingerfertigkeit und langem Atem (v. li.): Clemens Barth, Moritz Imrecke und Jamie Meyer-Eggen.

Große Resonanz im Konzertsaal

Jeder der sechs jungen Künstler – die älteste ist gerade mal 19 Jahre alt – übt täglich mehrere Stunden auf seinem Instrument. Den Auftakt mit Trommelwirbel machte Tim Vögele aus Meckenbeuren, der die neunte Klasse des Tettnanger Montfort-Gymnasiums besucht. Bei „Licorice & Molasses“ von John S. Pratt, einem Stück mit ausgeklügelter Rhythmik, spielte er die kleine Trommel. Mehr als eine Nummer größer war das Marimbaphon, auf dem Vögele „Marimba Music“ von Eckhard Kopetzki hören ließ. Mit je zwei Schlägeln in jeder Hand arbeitete er die Dynamic des Stückes gekonnt heraus und ließ ein meisterliches Klangwerk hören.

 

Virtuose Violine macht atemlos

Mit der „Ballade“ aus der Sonate op. 27, Nr. 3 des belgischen Komponisten Eugène Ysaye zeigte Sara Schlumberger-Ruiz aus Stuttgart an der Violine, welch großes Talent in ihr steckt. Virtuos, mit energischem Strich und rasanten Läufen präsentierte sie das Werk. Am Flügel begleitet von ihrer Mutter Carmen Ruiz-Merino gelangen ihr auch „Introduction et Rondo capriccioso op. 28“ von Charles Camille Saint Saëns ganz hervorragend. Ihrem atemberaubenden Spiel zuzuhören, wurde für die Zuhörer zum Hochgenuss. Es war so still im Schlosssaal, dass man eine fallende Feder gehört hätte.

 

Noten sind überflüssig

Dasselbe galt für das Spiel von Franziska Wientges am Flügel. Mit „Aufschwung“, „Warum?“, „Grillen“ und „In der Nacht“ spielte sie aus den Fantasiestücken von Robert Schumann und ließ „Etudes tableaux op. 39, Nr. 3“ von Sergei Rachmaninoff folgen. Ebenso wie ihre Kollegin an der Violine brauchte auch die Biberacher Musikerin keine Noten. Einfühlsam, mit Hingabe und nicht selten mit geschlossenen Augen, intonierte sie die Stücke und ließ ihre Finger über die Tasten fliegen.

 

Trio an der Klarinette

Die Klarinette stand beim Trio „Radici“, zu dem sich Moritz Imrecke, Clemens Barth und Jamie Meyer-Eggen gefunden haben, im Mittelpunkt. Beim „Allegro maestoso“ aus „Second Grand Trio Concertante“ von James Waterson und bei dem von ihrem Lehrer Markus Kern auf ihren Leib komponierten „Radici“, überzeugten die drei jungen Stuttgarter durch Spielfreude, große Fingerfertigkeit und einen langen Atem. Ob bei eher melancholischen Tönen oder im schwungvollen Walzertakt – ihr Zusammenspiel gelang harmonisch und mit viel Ausdruck. Am Ende sparte das Publikum nicht mit Applaus und ein begeisterter Zuhörer dankte jedem einzelnen Musiker mit einem Händedruck. „Ich werde jetzt auch wieder üben“, sagte er beim Verlassen des Konzertsaals voller Motivation und Freude.

 

Das nächste Liebenauer Konzert mit Ulrich Schlumberger am Akkordeon findet am Sonntag, 15. Oktober, um 16 Uhr in der Liebenauer Kirche statt.

 

 

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