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Ravensburger Berufsbildungswerk engagiert sich in Afrika

RAVENSBURG – Fluchtursachen wirksam bekämpfen und jungen Menschen aus Afrika eine berufliche Zukunft in ihren eigenen Ländern ermöglichen: Mit mehreren Projekten kooperiert das Berufsbildungswerk (BBW) der Stiftung Liebenau mit vergleichbaren Einrichtungen in Uganda, Ruanda und Nigeria. Beim Thementag „Bildung für Afrika“ am BBW-Hauptsitz in Ravensburg war auch MdB Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), zu Gast.

Was macht die Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der beruflichen Bildung in Afrika? Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, berichtete bei seinem Besuch im Berufsbildungswerk in Ravensburg aus erster Hand über Strategien, Investitionen und Herausforderungen.

Im Gespräch mit interessierten Schülerinnen und Schülern: Herbert Lüdtke, Geschäftsführer Liebenau Berufsbildungswerk (2. v. li.), und MdB Norbert Barthle (2. v. re.), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

„Jobs, Jobs, Jobs heißt die Devise“

Die Botschaft von Barthle: „Eine gute berufliche Bildung ist die beste Grundlage für gute Lebensperspektiven – hier und in Afrika.“ Dort, so berichtete der CDU-Politiker in seinem Vortrag, liege derzeit der Schwerpunkt deutscher Entwicklungspolitik. Der Kontinent sei geprägt von einer schnell wachsenden Bevölkerung und einem großen Anteil an jungen Menschen. Die Herausforderung sei es, diese auch in Lohn und Brot zu bringen. „Wir tun viel“, betonte Barthle und verwies auf den vom BMZ initiierten „Marshallplan mit Afrika“. Im Fokus stehe dabei insbesondere auch die Ausbildung, der Aufbau eines tragfähigen Mittelstandes und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen: „Jobs, Jobs, Jobs heißt unsere Devise.“

 

BBW übernimmt Verantwortung

Einen Teil dazu beitragen möchte auch das Berufsbildungswerk der Stiftung Liebenau, das schon in der Flüchtlingskrise ab dem Jahr 2015 Verantwortung übernommen hatte, mit der Unterbringung, Betreuung, Beschulung und Qualifizierung zugewanderter Menschen. Aus diesem Engagement heraus, erläuterte BBW-Geschäftsführer Herbert Lüdtke, sei die Idee entstanden, sich nachhaltig in der Bekämpfung von Fluchtursachen zu engagieren und in diesem Sinne direkt in Afrika Projekte zu unterstützen. „Und zwar solche, in die wir unsere Kernkompetenzen als Berufsbildungswerk sinnvoll und erfolgreich einbringen können.“ Klaus Hagmann, Rektor der Josef-Wilhelm-Schule am BBW, ergänzte: „Es geht darum, junge Menschen in den Beruf zu bekommen.“

 

Partnerschaften sind entstanden

Dabei griff man auf bereits bestehende Netzwerke engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück und machte sich auch selbst vor Ort ein Bild von der Situation. Aus einem vor gut zwei Jahren gegründeten Arbeitskreis entwickelten sich – teilweise in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem „Friends of Ruanda e. V.“ oder der Bodensee-Schule  St. Martin Friedrichshafen – Kooperationen mit mehreren afrikanischen Einrichtungen. So unterstützt das BBW mit eingesammelten Spenden und eigenem Know-how nun Ausbildungsstätten in Ruanda sowie Nigeria und hilft beim Aufbau des „Talent Vocational Training Institute“ (TAVOTI), einer Berufsschule in Uganda.

 

Schüleraustausch mit Uganda

Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde auch bereits ein Schüleraustausch realisiert, gefördert vom Entwicklungspolitischen Schulaustauschprogramm ENSA. Im Mai waren ugandische Azubis zu Gast an den BBW-Standorten Ravensburg und Ulm. Derzeit findet der Gegenbesuch der deutschen Jugendlichen in Afrika statt.

 

Kooperation auf mehreren Ebenen

Weitere Bestandteile der „Bildung für Afrika“ sind zum Beispiel die Hospitation eines ruandischen Ausbilders in der Kfz-Lehrwerkstatt des BBW, ein Austausch auf Schulleiterebene sowie der vom Senior Experten Service (SES) finanzierte Einsatz eines pensionierten Physiotherapeuten aus der Stiftung Liebenau in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Ruanda.

 

Lob für Engagement

Norbert Barthle lobte das Engagement aller Beteiligten und das große Interesse der Azubis an dem Thema. Es freue ihn „ungemein, dass sie sich als BBW in die berufliche Bildung in Afrika einbringen“, sagte der Politiker und ermunterte die Verantwortlichen, in der Sache „nicht nachzulassen, sondern weiterzumachen“. Denn: „Es geht um unsere einzige Welt, die wir haben.“

 

 

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