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Spatenstich in Singen für heimatnahe Förder- und Wohnangebote

SINGEN – Regional, heimatnah, gemeindeintegriert und inklusiv: Die Stiftung Liebenau baut in Singen zwei neue Häuser mit Wohn- und Beschäftigungsangeboten für Menschen mit Behinderung und erhöhtem Unterstützungsbedarf. Mit einem symbolischen Spatenstich starteten nun die Bauarbeiten für das in enger Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Landkreis Konstanz sowie dem Kommunalverband für Jugend und Soziales realisierte Projekt. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes in der Bruderhofstraße ist für Ende 2018 geplant.

Machten mit dem offiziellen Spatenstich den Weg frei für ein umfassendes Wohn-, Förder- und Betreuungsangebot der Stiftung Liebenau in der Singener Nordstadt (v. li.): Axel Gossner (Sozialdezernent Landkreis Konstanz), Pfarrerin Bärbel Wassmer (Evangelische Dietrich-Bonhoeffergemeinde Singen), Oberbürgermeister Bernd Häusler, Robert Böhler (Architekt bgi Böhler Großhardt GmbH & Co. KG), Karl-Edmund Haug (Firma Stocker), Prälat Michael H. F. Brock (Vorstand Stiftung Liebenau), Jörg Munk (Geschäftsführer Liebenau Teilhabe gemeinnützige GmbH), Brigitte Sauter-Servaes (Vorsitzende Angehörigenbeirat Liebenau Teilhabe), Michael Künstle (Baustatik Relling) und Bernhard Hösch (Projektmanagement Liebenau Teilhabe).

Individuelle Wohnangebote

In dem ersten, dreigeschossigen Gebäude finden 27 Menschen mit Behinderung – aufgeteilt in fünf Wohngemeinschaften mit unterschiedlicher Betreuungsintensität – ein dauerhaftes Zuhause. Dazu kommt ein Gastzimmer als Kurzzeit-Wohnplatz. Darüber hinaus wird es auch drei eigenständige Appartements geben. Dieses besondere Angebot richtet sich an Mütter mit Behinderung, die hier – mit entsprechender Unterstützung im Rahmen der sogenannten „begleiteten Elternschaft“ – zusammen mit ihren Kindern leben können.

 

Nebenan entsteht eine Förder- und Betreuungsstätte

Ergänzt wird der Neubau durch ein zweites Haus gleich nebenan. In dieser Tagesstätte erhalten 20 Menschen mit Handicap werktäglich individuelle, die Selbstständigkeit fördernde Angebote. Insgesamt entstehe in dem Gebäudeensemble ein „sehr attraktives Angebot für Menschen mit Behinderung“, sagte Jörg Munk, Geschäftsführer der Liebenau Teilhabe gemeinnützige GmbH. Diese Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau wird die beiden Häuser in Singen betreiben. „Und das Schöne ist, dass sie ein Teil der Stadt sind“, verwies Munk auf die unmittelbare Anbindung an das Quartier in der Singener Nordstadt.

 

Näher an den Menschen

Mit solchen Versorgungs- und Hilfsangeboten, direkt in den Gemeinden und Städten, treibt die Stiftung Liebenau ihre Regionalisierung weiter voran: Für die Angehörigen von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf werden die Wege zu ihren Familienmitgliedern kürzer, und diese können heimatnahe Angebote in Anspruch nehmen, wie Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, beim Spatenstich erklärte. Diese Entwicklung sei auch Ausdruck eines Umdenkens bei der Planung neuer Einrichtungen. Heute gehe es insbesondere darum, die Menschen „dort zu begleiten, wo sie herkommen und wo sie zuhause sind“.

 

Angehörige schätzen gemeindenahe Angebote

Brigitte Sauter-Servaes, Vorsitzende des Angehörigenbeirats der Liebenau Teilhabe, weiß aus eigener Erfahrung und aus den Berichten Betroffener, wie wichtig solche gemeindeintegrierten Angebote auch im Sinne des Inklusionsgedankens sind. Die Neubauten in Singen seien ein guter Weg, „individuelle Bedürfnisse und das gemeinsame Leben in der Stadt miteinander zu verbinden“. Sie rief dazu auf, die Förder- und Betreuungsstätte als ein offenes Haus zu begreifen, das Begegnungen ermögliche. Denn: „Inklusion ist keine einseitige Sache!“

 

„Guter Tag für die Eingliederungshilfe“

Von einem gelungenen Projekt, das aber seine Zeit gebraucht habe, sprach Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler und verwies auf die lange Planungsphase und die „nicht ganz einfachen Grundstücksverhandlungen“. Umso mehr freue er sich jetzt über den Startschuss für ein Vorhaben, bei dem man die Anwohner früh ins Boot geholt und dabei auf ausgesprochen gute Resonanz gestoßen sei. „Der heutige Tag ist ein guter Tag für die Eingliederungshilfe im Kreis Konstanz“, so Kreissozialdezernent Axel Gossner. Wie zuvor schon Prälat Brock, betonte auch Gossner das gute Miteinander der verschiedenen sozialen Akteure vor Ort. Und demnach seien die neuen Häuser der Stiftung Liebenau in Singen auch „keine Konkurrenz, sondern eine wertvolle Ergänzung zu den bestehenden Angeboten“.

 

Zuschüsse vom Land und Aktion Mensch

Gut sechs Millionen Euro investiert die Stiftung insgesamt. Das Land Baden-Württemberg unterstützt den Neubau des Wohnhauses dabei mit 1,024 Millionen Euro. Für die Förder- und Begegnungsstätte wurde aus Stuttgart eine zusätzliche Zuwendung von 401.000 Euro bewilligt, zudem gibt es hierfür einen 110.000-Euro-Zuschuss von der Aktion Mensch.

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon +49 7542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de