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Stiftung Liebenau startet ins Jubiläumsjahr

MECKENBEUREN-LIEBENAU – 150 Jahre Stiftung Liebenau – das feiert das Sozialunternehmen 2020 ganz groß, mit mehr als 60 Veranstaltungen im Jahreslauf. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wurde erst einmal zurückgeschaut – auf eine bewegte Geschichte, bei der stets der Mensch im Mittelpunkt stand und auch weiterhin steht, entsprechend dem Leitwort der Stiftung: In unserer Mitte – Der Mensch.

Dr. Markus Nachbaur und Dr. Berthold Broll, Vorstand Stiftung Liebenau, mit Besuchern bei der Austellungseröffnung

Impressionen von der Ausstellungseröffnung "150 Jahre Stiftung Liebenau"

Stete Veränderung – solides Wertfundament

Diese Entwicklung hätte sich Adolf Aich wohl auch nicht träumen lassen, als er im Jahr 1870 für 17.500 Gulden das Schloss Liebenau und zehn Morgen Güter für den St. Johann-Verein kaufte. Ziel der Gründer war, eine Pfleg- und Bewahranstalt für Unheilbare einzurichten, wie es damals hieß. Mit vier zu betreuenden Menschen und einigen Ordensschwestern begann die Arbeit im Schloss Liebenau. „Adolf Aich war offen für Veränderung gegeben. Sein Wahlspruch war: Da sollte doch Wandel geschafft werden“, sagte Dr. Berthold Broll, Vorstand Stiftung Liebenau, bei der Auftaktveranstaltung. Und in der Tat: Heute nehmen etwa 30 000 Menschen die Leistungen der Stiftung Liebenau in Anspruch, in 112 Standortgemeinden in sechs europäischen Ländern. 8000 Mitarbeiter zählt die Stiftung Liebenau derzeit. Damals wie heute stehen die Bedürfnisse der Menschen im Fokus. „Was die Stiftung Liebenau seit 1870 prägt, sind ihre Werte: eine christlich fundierte Menschlichkeit, eine hohe Fachlichkeit und eine solide Wirtschaftlichkeit.“, so Broll weiter. „Auf dieser Grundlage entwickeln wir uns weiter.“

 

Ausstellung im Schloss Liebenau eröffnet

Mehr über die Anfänge der Stiftung Liebenau und ihre Entwicklung bis heute erzählt eine Ausstellung, die es jetzt im Schloss Liebenau auf drei Etagen zu sehen gibt. Und nicht nur dort. Als Wanderausstellung wird sie an zwölf verschiedenen Orten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz zu sehen sein. Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die Stiftungsgeschichte gibt es auch im Internet. Dort werden auch Geschichten erzählt, die vom Leben in der Stiftung Liebenau handeln. „Bislang haben wir mehr als 30 Geschichten, die online zu lesen sind. 150 sollen es in diesem Jahr werden“, sagte Broll und bat: „Erzählen Sie uns Ihre Liebenauer Geschichte!“

Neue historische Erkenntnisse

Keine Zeit für lange Diskurse und geschichtliche Ausführungen? Kein Problem. „Wir haben die Geschichte der Stiftung Liebenau schlaglichtartig dargestellt, einen kurzweiligen Überblick geschaffen und die Geschichte knapper gefasst“, sagte Dr. Michael Kamp bei der Ausstellungseröffnung. Der Historiker hat gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Agentur Neumann & Kamp – Historische Projekte die Geschichte der Stiftung Liebenau fürs Jubiläum aufgearbeitet. Und dabei einiges neu gefasst: „Die Situation der Stiftung im Ersten Weltkrieg wurde bisher kaum behandelt.“ Die Beschäftigung mit dem Thema Euthanasie habe neue Erkenntnisse gebracht: „Wir haben sechs weitere Menschen ausfindig gemacht, die von den Nationalsozialisten ermordet worden sind.“ Es handelt sich dabei um sechs Menschen jüdischen Glaubens, die bereits seit Ende 1938 verlegt und später umgebracht worden sind. „Deshalb wurden sie bisher nicht unter die Liebenauer Opfer gezählt. Doch auch diese Menschen lebten mehrere Jahre in Liebenau.“ Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gibt es nun im Rahmen der Ausstellung ein digitales Erinnerungalbum. Einzelne Biografien sind dort herausgestellt - so wie die Geschichte von Helene Mackle, die im Wissen um ihren nahen Tod einen Abschiedsbrief an ihren Vater schrieb.

 

Geschichte zum Lesen, Anschauen, Hören

Zu sehen gibt es in der Ausstellung außer Bildern und Texten historische Exponate und ein Jubiläumskunstwerk. Auch ein Film über die Stiftungsgeschichte sowie Geschichten aus dem Alltag sind dort anzuschauen und zu hören. „Man muss die Ausstellung nicht ganz anschauen, um zu erfassen, was die Stiftung Liebenau ausmacht“, sagte Dr. Kamp. Den Kern bildet eine chronologische Darstellung der 150 Jahre Stiftungsgeschichte.

 

Herausforderung Mitarbeitergewinnung

Und heute? „Die größte Herausforderung ist heute, Menschen dafür zu begeistern, in diesem Bereich beruflich tätig zu werden“, sagte Dr. Broll. „Unser Ziel ist es, Menschen für die soziale Arbeit zu gewinnen, mit  Qualifizierungsoffensiven sowie Aus- und Weiterbildungen. Sicher sei: Die Berufe verändern sich im Laufe der Zeit, technische Entwicklungen und neue Forschungserkenntnisse wirken sich auf die Tätigkeit aus. Aber das, was die Berufe im Grunde prägt, bleibt: die Zuwendung von Mensch zu Mensch. Diese braucht es heute wie morgen genauso dringend. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“

 

Die Ausstellung im Schloss Liebenau ist montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr geöffnet.

 

Rund um die Uhr gibt es das Jubiläum im Internet: 150jahre.stiftung-liebenau.com

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
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