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Ungezählte Themen, die Menschen mit Handicap bewegen

MECKENBEUREN – Wir mittendrin – zwei Wörter, die es in sich haben, besonders für Menschen mit Behinderungen. Bedeuten sie doch, dass sie dazugehören oder zumindest dazugehören sollten. Man nennt es auch Inklusion oder gesellschaftliche Teilhabe. „wir mittendrin“ heißt deshalb auch die Zeitung, die von Menschen mit und ohne Behinderungen gemacht wird und die zweimal im Jahr unter Federführung der Stiftung Liebenau eine Fülle an verschiedensten Themen liefert: Menschen mit Behinderungen schreiben darin, was sie erlebt haben und erleben, wie sie ihr Leben gestalten und nach was sie sich sehnen. Fachkräfte der sozialen Arbeit berichten, wie sie Menschen unterstützen, damit Teilhabe gelingen kann. Am 3. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, wird sie veröffentlicht. Sie liegt der Schwäbischen Zeitung bei – genau mittendrin.

Gebärden sind eine Kommunikationsform für Joachim Mosch. Mit ihrer Hilfe bestellt er in der Kneipe auch seine Getränke.

Elena Riedmayer ist auf YouTube unter Ellabell la Flor zu finden. Das Internet macht es der Asperger-Autistin möglich, mit der Umwelt in Verbindung zu stehen.

Einzigartige Persönlichkeiten

Florian Jaenicke, Freier Fotograf, begleitet das Leben seines schwerstmehrfach behinderten Sohnes mit der Kamera. Immer mit der Frage: Wer bist du? Was der inzwischen 15-Jährige versteht und was er von seiner Umwelt wahrnimmt, bleibt rätselhaft. Aber viele Bilder des Jungen zeigen Momente des Glücks. Physisch ist es für Elena Riedmayer schier unmöglich, mittendrin zu sein. Sie ist Asperger-Autistin. Das Internet aber hat ihr Möglichkeiten eröffnet, digital mit anderen in Kontakt zu treten. Auf YouTube unter Ellabell la Flor erlebt man eine offene, humorvolle junge Frau, die sich persönlichen Themen widmet – auch fernab ihres Handicaps. Verblüffend dabei: Ihre Wünsche und Ansichten sind so alltäglich wie die von anderen 27-Jährigen. Joachim Mosch hört fast nichts und unterhält sich mit Gebärden. Neuerdings auch mithilfe des Tablets. Seine Beeinträchtigung hält ihn auch nicht davon ab, mit Freunden auf Tour zu gehen. In Zeiten, in denen kein Corona-Lockdown ist, ist er dann mit ihnen zum Beispiel in die Ravensburger Räuberhöhle anzutreffen. Dort wird seine Bestellung mit Gebärden längst verstanden, und manch andere Wörter ebenso.

 

Vielseitige und bunte Themen

Drei Beispiele von vielen. In der „wir mittendrin“ berichten Menschen mit Einschränkungen aus unterschiedlichen Einrichtungen. Menschen mit Handicap schildern ihre guten und schlechten Erlebnisse, aber auch ihre Sehnsüchte. Als Autoren greifen sie in der aktuellen Ausgabe wieder Themen auf, die sie selbst interessieren, sei es der Besuch einer Stadtführung oder die Recherche von historischen Themen wie der ehemaligen Heeres-Munitionsanstalt – kurz Muna – nahe Leutkirch.

 

Ein Tag wie jeder andere?

In der aktuellen „wir mittendrin“ beschreibt Holger Kiesel, der Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Bayern, warum es einen Tag der Menschen mit Behinderungen noch immer braucht. Zwar sei schon viel erreicht auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung. Aber er gibt auch zu bedenken: „Von Inklusion als fest verankerter gesellschaftlicher Grundhaltung sind wir für ein reiches Industrieland teilweise noch erstaunlich weit entfernt.“ Am liebsten wäre es ihm, es bräuchte den Tag irgendwann nicht mehr, „weil die Belange von Menschen mit Behinderungen an jedem Tag, immer und überall, ganz selbstverständlich mitgedacht und berücksichtigt werden. Dann wäre der 3. Dezember ein Tag wie jeder andere.“ Ein Tag für alle – mit und ohne Behinderungen.

Die aktuelle "wir mittendrin" 2/2020

ebook
pdf, 2 MB

Informationen:

Die Zeitung „wir mittendrin“ erscheint zweimal pro Jahr. Ein festes Team aus Menschen mit und ohne Behinderungen, unter Federführung der Stiftung Liebenau, stellt die Inhalte zusammen. Sie schreiben auch einen Teil der Beiträge. Weitere Artikel kommen unter anderem von Menschen, die von Trägern begleitet werden, etwa der Stiftung Liebenau, der Diakonie Pfingstweid, den Zieglerschen und der Arche. Gastbeiträge sind nicht nur erwünscht, sondern finden regelmäßig Platz. Die Zeitung wird gefördert von Aktion Mensch.

 

Beiträge und Manuskripte sowie Feedback dürfen eingesendet werden an: anne.luuka@stiftung-liebenau.de. Die Redaktion behält sich die Entscheidung über eine Veröffentlichung vor. Unter der Adresse können auch einzelne Exemplare der „wir mittendrin“ nachbestellt werden.

 

 

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Pressekontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon +49 7542 10-1181
presse@stiftung-liebenau.de