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Upcycling macht einzigartige Taschen möglich

Aus alt mach neu, das kennt man bereits vom Recycling. In der Nähwerkstatt der Liebenau Service GmbH werden vermeintliche Abfallstoffe unter pädagogischer und fachlicher Anleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf sogar direkt zu neuen Produkten verarbeitet. Upcycling nennt man das in der Fachsprache. In diesem Verfahren entstanden in Liebenau Tragetaschen, die aus alten Bannern gefertigt wurden – für Auftraggeber wie die Baugenossenschaft Familienheim Schwarzwald-Baar-Heuberg eG und der Bad Waldseer Lauffieber e. V.

Mitarbeiter der Stiftung Liebenau übergeben die ersten 120 Taschen, die aus dem ehemaligen Baubanner gefertigt wurden (v.l.): Sarah Enzenshöfer, Melanie Pees, Gabi Fürgut, Dirk Moraru (Mitarbeitende in der WfbM), Claudia Grassmann (Liebenau Service GmbH).

Wow! Bernhard Schultes vom Bad Waldseer Lauffieber (v. l.) nahm mit Begeisterung die Lauffieber-Taschen von den Mitarbeitern der Stiftung Liebenau Gabi Fürgut, Sonja Buemann und Markus Lerner entgegen.

Gabi Fürgut bearbeitet eine der insgesamt 200 Taschen in der Nähwerkstatt der Liebenauer Service GmbH.

Top-Start für gute Entwicklung
An die Anfänge der Nähwerkstatt erinnert sich Sarah Enzenhöfer noch gut: „Erst vor wenigen Jahren haben wir damit begonnen, Knöpfe anzunähen und jetzt entstehen hier wirklich tolle Produkte. Darauf sind wir stolz“, sagt die pädagogische Fachkraft der Stiftung Liebenau. Vier Beschäftigte mit Unterstützungsbedarf werden in der Werkstatt von ihr begleitet. Alle haben hier das Nähen gelernt und entwickeln ihre Fähigkeiten stetig weiter. Der Auftrag der Familienheim war eine erste große Belastungsprobe, denn insgesamt werden rund 200 Taschen gefertigt, von denen die ersten 120 unlängst ausgeliefert wurden.

Vom Baubanner zur Tasche
„Aufgrund zahlreicher Kooperationen mit der Stiftung Liebenau war sie für uns der einzig logische Partner für unser Taschenprojekt“, erinnert sich Melanie Pees, Prokuristin der Baugenossenschaft. Das 8 mal 20 Meter große Baubanner, welches zuvor an einem Tübinger Bauvorhaben zu sehen war, wollte die Baugenossenschaft nicht einfach wegwerfen. Eine Mitarbeiterin hatte dann den entscheidenden Tipp und stellte den Kontakt zur den Liebenauer Arbeitswelten her. „Dort war man direkt Feuer und Flamme für dieses Projekt, und das spiegelt sich auch deutlich in dem Ergebnis wider“, so Pees.

Weitere Partner gesucht
Weitere Aufträge für die Nähwerkstatt sind bereits in Planung. An den nötigen Werkstoffen wird es jedenfalls nicht scheitern. So sollen die Banner aus einem aktuellen Kooperationsprojekt, dem St. Anna-Quartier in Tettnang, später ebenfalls in Liebenau weiterverarbeitet werden. Andere Rohstoffe sind hingegen deutlich schwieriger zu akquirieren. Für einen konkreten Auftrag fehlt derzeit noch eine ausreichende Menge an Fleece. „Wir sind weiterhin auf der Suche nach Partnern, wie der Familienheim, die uns Werkmaterialien zur Verfügung stellen und im Idealfall auch Interesse an neuen Produkten haben “, sagt Markus Lerner, Bereichsleitung Produktion und Vertrieb in der Liebenau Service GmbH. Dann könne man auch über einen Ausbau der Nähwerkstatt und die Anschaffung neuer Maschinen nachdenken.

Schöne Accessoires – attraktive Arbeit
Über einzigartige Taschen freute sich auch der Bad Waldseer Lauffieber e. V.: Taschen und weitere Sport-Accessoires aus Upcycling-Materialien werden spätestens zum Event im kommenden Mai auch zum Verkauf angeboten. Gabi Fürgut und Sonja Buemann händigten zusammen mit Markus Lerner vom Vertrieb die Taschen in Bad Waldsee aus. Gemeinsam mit ihren Kollegen haben die Frauen die Unikate aus ehemaligen Lauffieber-Werbebannern genäht. Das mehrfache „Wow“ von Bernhard Schultes, dem Vorsitzenden des Lauffieber-Orga-Teams, sagte alles über seine Begeisterung.

Geräumig und regional
Die geräumigen Umhängetaschen haben neben dem Hauptfach innen ein zusätzliches Einschubfach, sind mit orange-rotem Band umrandet und werden von einem schwarzen Gurt gehalten. Die Taschen sind nicht nur einmalig, sondern auch regional verortet. Mehrere Partner stellten Material zur Verfügung: Das Einfassband stammt von der Firma A&R Textil in Neukirch, die Lederstücke für die Produktkennzeichnung sind von Maikel Auer´s Lederei in Bad Waldsee, die Sicherheitsgurte von einem lokalen Autoverwerter.

Mützen, Running-Wraps: Alles ist möglich
Wer Sport macht, möchte heutzutage gut ausgestattet sein. Bei der Übergabe diskutierten Bernhard Schultes und Markus Lerner angeregt darüber, welche Produkte etwa auch aus den überzähligen T-Shirts früherer Events gefertigt werden könnten. Möglicherweise entstehen bald Mützen und Running Wraps, die dann ebenso beim nächsten Bad Waldseer Lauffieber zum Einsatz kommen und zum Verkauf angeboten werden.

Attraktive Arbeitsplätze
Durch Partnerschaften wie mit dem Familienheim und dem Bad Waldseer Lauffieber gelingt es, attraktive Arbeitsplätze für Menschen mit Unterstützungsbedarf zu schaffen. Die Modelle entwickeln und entwerfen Mitarbeiter und Beschäftigte in Teamarbeit. Jeder kann sich mit den eigenen Ideen einbringen. Auf der Suche nach neuen und interessanten Aufträgen verfolgen die Verantwortlichen verstärkt die Idee, nicht mehr benutzte Werbe-, Baustellen- oder andere nicht mehr gebrauchte Materialien zu verwerten. Dadurch leistet die Stiftung Liebenau einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
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