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Wohngruppenleiter Eric Albrecht über die Corona-Zeit: "Die Gespräche sind intensiver"

MECKENBEUREN-HEGENBERG – Normalerweise sind die Bewohner der Wohngruppe Leo 12 aus Hegenberg in der Schule oder in ihrer Ausbildungsstätte. Die sind aber nun geschlossen, also spielt sich das Leben meist auf der Gruppe ab. Das kann für alle Beteiligten schon mal etwas herausfordernd sein, hat aber auch gute Seiten. Wohngruppenleiter Eric Albrecht erzählt uns mehr über die Lage in Hegenberg.

Wohngruppenleiter Eric Albrecht erzählt übr die Lage in Hegenberg

Was hat sich im Zusammenleben auf der Gruppe verändert?

Wir haben hier ein recht enges Verhältnis miteinander, da fällt es natürlich schwer zu erklären warum wir uns plötzlich nicht mehr nahe kommen sollen. Die Betreuten können auch einigen von ihren gewohnten Freizeitaktivitäten nicht mehr nachgehen, womit ein wichtiges Ventil für sie wegfällt. Das wiederum führt auf der Gruppe zur Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten, die sich selten mit der Einhaltung eines Abstandes von 1,50 Meter klären lassen. Auf der anderen Seite verändert sich gerade das Zusammenleben innerhalb der Wohngruppe – unsere Bewohner spielen mehr miteinander und die Gespräche sind intensiver, es entstehen neue Freundschaften.

 

Wie versucht ihr angespannte Situationen zu vermeiden?

Im Moment ist unsere wichtigste Aufgabe auf der Wohngruppe, Ruhe und Gelassenheit reinzubringen und dem Lagerkoller entgegenzuwirken. Das einzige, was wir derzeit tun können ist, die Tagesstruktur so gut wie möglich aufrechtzuerhalten und nicht zu „verlottern“. Aber da geht es den Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice ja nicht anders.

 

Fällt euch die Decke denn schon auf den Kopf?

Naja, gemeinsame Spaziergänge werden für uns zunehmend zum Problem, da wir schon als Vierergruppe in der Öffentlichkeit angesprochen, teilwiese sogar laut und unfreundlich zurechtgewiesen werden. Dabei sind wir ja ein gemeinsamer Haushalt, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so aussehen mag. Positiv ist in jedem Fall, dass wir im Hegenberg über einen großzügigen Garten verfügen.

 

Wie erklärt ihr den Bewohnern die neue Situation?

Viele unserer Betreuten sind sehr selbständig und bekommen natürlich einiges mit, zum Teil über die Medien aber auch durch Telefonate mit ihren Angehörigen. Das Besuchsverbot mussten wir hier ausgiebig besprechen und erklären, dazu liegt uns Material in leichter Sprache vor und es gibt auch hilfreiche Videos auf Youtube.

 

Siehst du auch Chancen in der Krise?

Spannend ist ja, dass wir in den sozialen Berufen auf einmal diejenigen sind, die die Gesellschaft am Laufen halten. Hoffentlich bleibt von der momentanen Solidarität und dem Respekt etwas übrig, wenn diese Krise vorbei ist und wir wieder zur Tagesordnung übergehen

 

 

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