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BBW-Cup 2018: Pink schlägt Blau, aber das Miteinander gewinnt

RAVENSBURG – Fußballplatz statt Klassenzimmer: Acht Mannschaften des Ravensburger Berufsbildungswerks (BBW) der Stiftung Liebenau haben in Oberzell um den diesjährigen „BBW-Cup“ gespielt. Im Vordergrund: das sportliche Miteinander von ganz unterschiedlichen Jugendlichen – seien es Geflüchtete aus Afrika oder dem arabischen Raum oder junge Deutsche mit besonderem Förderbedarf, die alle unter demselben Dach eine Berufsvorbereitende Maßnahme absolvieren oder die Berufsschule besuchen.

Großer Jubel bei den Siegern: Das Team „Pink“ gewann den „BBW-Cup 2018“, und Schulleiter Klaus Hagmann (2. v. r.) und Lehrer Olaf Mahnke (1. v. r.) von der Josef-Wilhelm-Schule des Ravensburger Berufsbildungswerks freuten sich über ein rundum gelungenes Turnier. Anschließend mussten die frisch gebackenen Titelträger gleich nochmal ran. Ihr Match gegen eine Lehrer- und Ausbilderauswahl endete 3:1.

Spannende Spiele, die zum Teil auch erst im Elfmeterschießen entschieden wurden, gab es beim „BBW Cup“, dem Fußballturnier des Berufsbildungswerkes der Stiftung Liebenau.

Das Objekt der Begierde: der Pokal für die Sieger des „BBW Cup“.

Fußball verbindet: Zahlreiche Jugendliche aus dem Berufsbildungswerk machten mit beim Schülerturnier.

Internationales Flair

Fast ein bisschen WM-Flair herrscht beim „BBW-Cup“ am Oberzeller Sportplatz, schließlich treffen hier junge Kicker verschiedenster Nationalitäten, Herkunftsländer und Hautfarben aufeinander. Und zwar in gemischten Mannschaften. So sind die einzelnen, nach ihren Trikotfarben benannten Teams, aus den unterschiedlichsten Schulklassen bunt zusammengewürfelt. Eine bewusste Entscheidung, wie Lehrer Olaf Mahnke, der zusammen mit Kollege Daniel Pieper das Turnier federführend organisiert hat, erklärt: „Wir wollen dadurch unsere Flüchtlingsklassen mit den anderen Mitschülern in Kontakt bringen und so noch besser ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen.“ Und solche Begegnungen funktionieren auf dem Rasen eben am besten: „Fußball ist eine internationale Sprache, die überall verstanden wird.“ Und sowieso seien viele seiner Schüler im speziell für junge Migranten ohne Deutschkenntnisse angebotenen Berufsvorbereitungsjahr VABO in ihrer Freizeit in den Fußballvereinen der Region aktiv.

 

Hohes sportliches Niveau

Das merkt man auf dem Platz am hohen Tempo, den vielen guten Pässen und schön herausgespielten Toren. Im Kasten des Teams mit den orangefarbenen Leibchen: Issa Khalo. Vor fast drei Jahren, so erzählt er in schon recht gutem Deutsch, kam er aus dem Irak hierher. In der Josef-Wilhelm-Schule des BBW hat er soeben sein VABO beendet. Nach den Sommerferien startet er in ein „normales“ VAB. Die Zertifikate für die Sprachlevel A1 und A2 hat er bereits in der Tasche, nächstes Ziel des 17-Jährigen ist die B1-Prüfung.

 

Guter Abschluss: Turnier zum Schuljahresende

Und welche beruflichen Träume hat er? In den Schreiner- und Bäckerjob hat er in Praktika bereits hineingeschnuppert, auch der Beruf Koch würde ihn interessieren. Das Lernen im BBW habe ihm viel Spaß gemacht, als „sehr gut“ hat er die Zeit dort erlebt. Und das Fußball-Turnier jetzt zum Schuljahresabschluss findet Issa Khalo „eine super Idee“. Auf dem Platz klappt es für ihn jedenfalls ganz gut. Immerhin bis ins Halbfinale spielt sich sein Team vor, belegt am Ende Platz vier.

 

Faires Miteinander

Überwiegend fair geht es auf dem Kunstrasenplatz zu. „Es gab bisher noch keine gelbe Karte“, sagt Olaf Mahnke, kurz bevor Schiedsrichter und Lehrer Johann Stroh dann doch pfeift und nach einem Foul die gelbe Karte zückt. Nichts passiert. Handshake, weiter geht‘s. 60 Jugendliche aus dem BBW stehen heute auf dem Platz. Viele weitere sind als Zuschauer gekommen, um ihre Mitschüler anzufeuern.

 

Jährliche Wiederholung geplant

Stimmung, Spaß, Wetter und ein fairer sportlicher Wettkampf – alles passt. Und so soll der „BBW-Cup“ auch zum festen Termin im Jahreskalender des Berufsbildungswerks werden, berichtet Lehrer Mahnke, ehe sein Schulleiter Klaus Hagmann am Ende den Pokal an die jubelnden Sieger vom Team „Pink“ überreicht. Sie haben im Endspiel mit 1:0 die dunkelblaue Mannschaft bezwungen. Doch heute, so die abschließende Durchsage an alle Beteiligten, gebe es „nur Gewinner“. Denn, wie Olaf Mahnke ergänzt: „Viele Unbekannte wurden zu Bekannten, viele Fremde zu Vertrauten. Dies wird auch die Atmosphäre der Schüler untereinander nachhaltig prägen.“

 

 

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