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20 Jahre – zuhören, annehmen, begleiten

FRIEDRICHSHAFEN – Sterben und Tod stehen am Ende jeden Lebens. Wir alle wissen das. Und doch ist es für viele Menschen ein schwieriges Thema. Im stationären Hospiz in Friedrichshafen bietet die Stiftung Liebenau seit nunmehr zwei Jahrzehnten Begleitung und Unterstützung an – für schwerkranke Menschen, die vom Leben Abschied nehmen müssen sowie für deren Angehörigen, die zurückbleiben. Am 11. September wurde das 20-jährige Jubiläum mit einem Festakt im Graf-Zeppelin-Haus als Auftakt weiterer Jubiläumsveranstaltungen gefeiert.

Der Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe, Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, bei seiner Festansprache anlässlich des 20-jährigen Bestehens des stationären Hospizes im GZH in Friedrichshafen.

Wie gelingt das Sterben
Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe, stellte in seiner Jubiläumsrede die Frage, wie Sterben gelingen kann. Die Antwort sieht er in einer „lokalen sorgenden Gemeinschaft, die im Idealfall aus einem komplexen Netzwerk professionell Pflegender, der Familie, Freunden, Nachbarn und Ehrenamtlichen besteht“. Schulz-Nieswandt ist sich sicher: „Die Zukunft liegt in der Kommunalisierung, in der die Gemeinde als Genossenschaft gegenseitiger Hilfe funktioniert. Dabei darf auf bürgerschaftliches Engagement gebaut, dieses aber auf keinen Fall ausgebeutet werden.“

Sensible Aufgabe
Auf die zentrale Rolle des Hospizes am Ende des Lebens ging Oberbürgermeister Andreas Brand in seinem Grußwort ein: „Menschen in ihren letzten Lebenstagen eine Hand zu reichen und sie friedlich gehen zu lassen, ihnen bis zum letzten Atemzug ihre Würde zu lassen, das ist eine sensible Aufgabe, der sich das Hospiz im Franziskuszentrum gestellt hat. Die Mitarbeitenden des Hospizes erleichtern mit ihrem Wirken Kranken und Sterbenden in Friedrichshafen sowie deren Angehörigen und Freunden die schweren Stunden und ermöglichen ihnen das Abschiednehmen. Dafür möchte ich allen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, die im Hospiz tätig sind sowie allen, die das Hospiz in unterschiedlicher Weise unterstützen, von Herzen danken“, so Brand.

„Den Tagen mehr Leben geben“
Dass die Zeit der zugewandten Sterbebegleitung lebenswert sein kann, wird im Rahmen der Hospizarbeit immer wieder erfahrbar. Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises, betonte: „Durch die Hospizarbeit und die Palliativversorgung wird der letzte Lebensabschnitt aktiv mitgestaltet und der Tod als Teil des Lebens angenommen“ und zitierte die britische Medizinerin und Mitbegründerin der Hospizbewegung: „Es geht schließlich nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Danke für den Einsatz
Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, sprach neben den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden auch allen Förderern und Unterstützern des Hospizes – wie der Christlichen Hospizstiftung, dem Hospizverein, den Kirchengemeinden, der Zeppelin-Stiftung, der Josef-Wagner-Stiftung, dem Institut für Soziale Berufe Ravensburg, der Sparkasse Bodensee, der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang sowie allen Ärzten und Therapeuten – großen Dank für Ihre wertvolle Arbeit und ihren unermüdlichen Einsatz aus.

Gute Balance finden
Wie wichtig es ist, die Notwendigkeit einer umfassenden Hospiz und Palliativversorgung im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, unterstrich Dr. Alexander Lahl, Geschäftsführer der Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume, in seinem Schlusswort: „Der Tendenz in unserer Gesellschaft nach Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit auf der einen Seite, steht auf der anderen Seite die zunehmende Anzahl der Hochbetagten gegenüber, die auf Hilfe angewiesen sind. Hier eine gute Balance zu finden, wird uns gesellschaftlich herausfordern. Deshalb müssen wir uns weiterhin und mit vereinten Kräften für das Thema Hospiz- und Palliativversorgung stark machen.“ Musikalisch umrahmt wurde der Jubiläumsfestakt vom Lothar-Kraft-Trio.

Im Rahmen des Jubiläums finden außerdem folgende Veranstaltungen statt:

Konzert des Opernstudios der Staatsoper Stuttgart
Mittwoch, 3. Oktober 2018, 15 Uhr, Franziskuszentrum Friedrichshafen

 

Benefizkonzert des MTU-Orchesters
Sonntag, 14. Oktober 2018, 17 Uhr, Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen

 

Gottesdienst mit Weihbischof Matthäus Karrer
Sonntag, 28. Oktober 2018, 9.30 Uhr, St. Petrus Canisius Friedrichshafen

 

Buchvorstellungen zum Thema »Heute endlich leben«
Dienstag, 6. November 2018, 19.30 Uhr, Buchhandlung Gessler 1862 Friedrichshafen

 

Rahmendaten zum stationären Hospiz im Franziskuszentrum Friedrichshafen:
Das stationäre Hospiz im Franziskuszentrum bietet neun Einzelzimmer. 14 hauptamtliche Pflegekräfte, 1 Seelsorgerin, 1 Sozialarbeiterin, 1 Koordinatorin der derzeit 43 Ehrenamtlichen sowie 1 hauswirtschaftliche Mitarbeiterin. Es werden zwischen 90 und 110 Menschen pro Jahr auf ihrem letzten Lebensweg betreut. Seit der Eröffnung im August 1998 bis August 2018 fanden im stationären Hospiz im Franziskuszentrum in Friedrichshafen 1 675 Verstorbene ihr letztes Zuhause.

 

 

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