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„Ambulante Pflegepraxis“ – Land Baden-Württemberg fördert neues Pilotprojekt

MECKENBEUREN/OBERTEURINGEN – Es gibt Arztpraxen und es gibt Praxen für Physio- und Ergotherapie. Doch es gibt keine Praxis, die den Bedarf an Pflege abdeckt. Pflege hat bisher immer hauptsächlich ambulant oder vollstätionär stattgefunden. Diese Lücke zwischen „Altenheim“ und Sozialstation soll das neue Projekt der „Ambulanten Pflegepraxis“ nun schließen. Beteiligt sind die Stiftung Liebenau und die Gemeinde Oberteuringen, in der das Projekt im Frühjahr 2021 starten soll.

Das neue Projekt „Ambulante Pflegepraxis“ soll die Lücke zwischen Pflegeheim und Sozialstation schließen.

Bedarfe decken

Entstanden ist die Idee im Jahr 2017 im Rahmen eines internen Strategieprozesses in der Stiftung Liebenau. Damit folgt sie der aktuellen öffentlichen, politischen sowie fachlichen Diskussion in der Pflege, welche einen stärkeren Fokus auf ambulante Versorgungskonzepte fordert. Zunehmende Versorgungslücken der hausärztlichen Versorgung, vor allem im ländlichen Raum, sollen damit geschlossen werden. Carelutions, ein Telemedizinpartner, ergänzt das Angebot durch adäquate Beratung und Unterstützung durch verschiedene Fachärzte.

 

Zielgruppe(n)

Zielgruppe sind zunächst einmal ältere Menschen, die keine oder nur wenige Einschränkungen in der eigenen Mobilität haben - der eigene Gang in eine Pflegepraxis also noch gut möglich ist. Langfristig soll die Pflegepraxis ein Angebot sein, die auf Grundlage der generalistischen Grundausbildung, die es seit dem 1. Januar 2020 gibt, vermehrt den Fokus auch auf medizinische Kompetenzen legen wird. Mit der Pflegepraxis sollen neue und attraktive Arbeitsfelder für professionell Pflegende entstehen und diese Berufsgruppe gleichzeitig innerhalb der Gesellschaft aufgewertet werden.

 

Angebote und Organisation

Die Pflegepraxis soll mit der Übernahme von delegationsfähigen Leistungen ortsansässige Arztpraxen entlasten. So soll sie zum Beispiel Monitoring (Blutdruck- und Blutzuckermessung), Blutentnahmen, Betreuung bei Diabetes und chronischen Wunden sowie Früherkennungsleistungen (Blut, Stuhl, Seh- und Hörtest) anbieten. Durch die multiprofessionelle Arbeit der Pflegepraxis soll sichergestellt werden, dass ein längerer Verbleib in der eigenen Häuslichkeit möglich ist. Zudem soll die Pflegepraxis die enge Kooperation mit den Haus -und Fachärzten, aber auch mit anderen medizinischen und/oder therapeutischen Berufsgruppen übernehmen. Eine Gemeinschaftspraxis, zwischen Arzt und professionell Pflegenden wäre ein erweitertes Zukunftsmodell. Organisatorisch wird die Pflegepraxis durch die ansässige Sozialstation geführt und verantwortet von einer akademischen Pflegekraft. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt nach bisherigem System im Rahmen der häuslichen Krankenpflege. Die Abstimmung mit den Krankenkassen läuft aktuell.

 

„Innovationsprogramm Pflege 2020“ des Landes Baden-Württemberg

Das Projekt wurde ins Förderprogramm „Innovationsprogramm Pflege 2020“ aufgenommen. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg unterstützt es mit circa 170.000 Euro. Geplant ist, dass die „Ambulante Pflegepraxis“ nach entsprechender konzeptioneller Vorarbeit, im Frühjahr 2021 ihren Betrieb in Oberteuringen aufnimmt.

 

 

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Pressekontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon +49 7542 10-1181
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