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Stiftung Liebenau unterzeichnet Charta für Schwerstkranke und Sterbende

MECKENBEUREN-LIEBENAU – Die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Mit ihrer Unterschrift verpflichtet sich die Stiftung Liebenau, die Ziele der Charta zu verfolgen und die damit verbundenen Anforderungen umzusetzen.

Mit Unterzeichnung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen verpflichtet sich die Stiftung Liebenau, die Ziele der Charta zu verfolgen und die damit verbundenen Anforderungen umzusetzen

Ganzheitliche Palliativversorgung in Einrichtungen der Stiftung Liebenau

„In allen unseren Einrichtungen ist für uns die ganzheitliche Palliativversorgung schwerkranker Bewohnerinnen und Bewohner bedeutend“, so Dr. Alexander Lahl, Geschäftsführer der Unternehmen der Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume. „Die Ganzheitlichkeit fängt bei uns mit der Information und persönlichen Beratung der Bewohnenden und ihrer Angehörigen an und setzt sich in der individuellen Umsetzung des Gewünschten fort. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf die regelmäßige Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden“, betont Lahl. Der nächste Fachtag zum Thema Palliativversorgung der Stiftung Liebenau findet am Dienstag, 18. Juni 2019 statt.

 

Fünf Leitsätze für ein Sterben unter würdigen Bedingungen

In fünf Leitsätzen formuliert die Charta Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei immer der betroffene Mensch. Der Zentrale Leitsatz der Charta beschreibt das Recht eines jeden Menschen auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen. Ziel ist, allen Menschen, die einer hospizlich-palliativen Betreuung bedürfen, hierzu auch einen Zugang zu ermöglichen. Einen entscheidenden Einfluss auf ein Sterben in Würde haben gesellschaftliche Wertvorstellungen und soziale Gegebenheiten, die sich auch in juristischen Regelungen widerspiegeln. Schwerstkranke und sterbende Menschen müssen außerdem darauf vertrauen können, dass sie in ihrer letzten Lebensphase mit ihren Vorstellungen, Wünschen und Werten respektiert werden und dass Entscheidungen unter Achtung ihres Willens getroffen werden.

 

Die vier weiteren Leitsätze fordern außerdem:

  • Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht auf eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung und Begleitung, die seiner individuellen Lebenssituation und seinem hospizlich-palliativen Versorgungsbedarf Rechnung trägt. Versorgungsstrukturen müssen vernetzt und bedarfsgerecht für Menschen jeden Alters und mit den verschiedensten Erkrankungen mit hoher Qualität so weiterentwickelt werden, dass alle Betroffenen Zugang dazu erhalten.
  • Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht auf eine angemessene, qualifizierte und bei Bedarf multiprofessionelle Behandlung und Begleitung. Der Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen muss thematisch differenziert und spezifiziert in die Aus-, Weiter- und Fortbildung der Beteiligten in den verschiedensten Bereichen integriert werden.
  • Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht darauf, nach dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse behandelt und betreut zu werden. Ziel ist, die interdisziplinäre Forschung weiterzuentwickeln und den Wissenstransfer in die Praxis zu gewährleisten, um die Versorgungssituation schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen und Nahestehenden kontinuierlich zu verbessern.
  • Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht darauf, dass etablierte und anerkannte internationale Empfehlungen und Standards zur Palliativversorgung zu seinem Wohl angemessen berücksichtigt werden. Hierfür ist die internationale Vernetzung von Organisationen, Forschungsinstitutionen und anderen im Bereich der Palliativversorgung Tätigen sowie der kontinuierliche und systematische Austausch mit anderen Ländern voranzutreiben.

 

Unterstützung der Charta

Seit Veröffentlichung der Charta im September 2010 konnten zahlreiche Akteure in den Prozess einbezogen, die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den existentiellen Themen Sterben, Tod und Trauer gefördert und die Ziele der Charta stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. 1988 Organisationen und Institutionen sowie 23832 Einzelpersonen – darunter auch zahlreiche Politiker aller Ebenen – haben sich bisher mit ihrer Unterschrift für die Charta und ihre weitere Umsetzung eingesetzt.

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
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