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Wenn der Zahnarzt kommt

MECKENBEUREN – Zahngesundheit ist keine Frage des Alters, sondern ist in jeder Lebensphase wichtig. Doch gerade für ältere Menschen, die in einem Haus der Pflege leben, ist es nicht einfach, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. Vor allem Menschen mit Demenz oder mit starken Einschränkungen ihrer Mobilität haben hier große Schwierigkeiten. Der Liebenauer Zahnarzt Dr. Danijel Bago hat deshalb einen Hausbesuchsdienst eingerichtet und kommt auch ins Haus St. Josef der Stiftung Liebenau in Brochenzell. Er leitet seit 2011 die Zahnmedizinische Praxis in der St. Lukas-Klinik in Liebenau und ist auf die Behandlung von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen spezialisiert.

Dr. Danijel Bago hat für jeden Patienten ein freundliches Wort übrig. Links: Altenpflegerin Stefanie Stumm, die den Zahnarzt bei der Visite begleitet.

Zahnarzthelferin Tamara Schuler dokumentiert die Untersuchungsergebnisse von Dr. Danijel Bago.

Wenig vergleichbare Kooperationen

Zwar können Zahnärzte seit fünf Jahren den Hausbesuch bei Pflegebedürftigen besser abrechnen, dennoch ist die Zahl der Behandlungen nicht nennenswert gestiegen. Laut einer Studie der Barmer Krankenkasse haben bundesweit nur 27 Prozent der Pflegeheime einen Kooperationsvertrag mit einem Zahnarzt abgeschlossen (Stand 2017). Umso froher sind die Verantwortlichen im Haus St. Josef über Dr. Bagos Besuche. „Wir brauchen einen Zahnarzt, der ins Haus kommt, denn wir haben einige Bewohner, die nicht transportfähig oder dement sind", sagt Pflegedienstleiter Georg Schlegel.

 

Komplette zahnärztliche Versorgung

16 der 60 Heimbewohner im Haus St. Josef haben an diesem Tag einen Termin bei Dr. Bago. Während der Zahnarzt bei jedem Patienten Zahnstatus, Mundhöhle und Sitz der Prothese prüft, trägt Zahnarzthelferin Tamara Schuler alle Daten in den Patientenbogen ein und notiert die voraussichtliche Dauer einer weiterführenden Behandlung. Denn bei einigen müssen Zähne gezogen werden. Das geht nur in der Praxis von Dr. Bago in Liebenau. In Zusammenarbeit mit der St. Lukas-Klinik kann er Behandlungen unter Vollnarkose durchführen und eine komplette stationäre Vor- und Nachsorge unter fachlicher Überwachung garantieren. Nachdem das Einverständnis für eine weitere Behandlung vom jeweiligen Betreuer eingeholt worden ist, organisiert das Heim den Krankentransport nach Liebenau. „Wir decken den gesamten zahnmedizinischen Bereich bis hin zum eigenen Zahnlabor ab. Wir haben alles unter einem Dach", erklärt der Zahnarzt. Zudem ist sein Personal im Umgang mit Menschen mit Behinderungen und älteren, demenzkranken Menschen professionell geschult.

 

Begegnung auf Augenhöhe

Für die Patienten trägt die Untersuchung in vertrauter Umgebung und im Beisein von Altenpflegerin Stefanie Stumm wesentlich zur Entspannung bei. Durch seine jahrelange Erfahrung weiß Dr. Bago genau, wie er mit den älteren Menschen umgehen muss – auch mit jenen, die nicht so gut kooperieren. Freundlich, aber bestimmt bringt er sie dazu, den Mund zu öffnen. Für jeden hat er noch ein nettes Wort übrig. Regelmäßige Kontrolle sei wichtig. Denn: „Auch wenn ein beschädigter Zahn im Moment nicht weh tut, kann sich das schlagartig ändern. Manchmal können alte Menschen ihre Schmerzen nicht äußern. Darunter leidet nicht zuletzt auch das Pflegepersonal.", weiß der Zahnarzt. Generell sei auch die Mundhygiene ein großes Thema, berichtet er und zeigt Stefanie Stumm, wie sie bei der Zahnreinigung noch besser unterstützen kann. „Immer schön die Prothese sauber halten, sonst gibt es statt Wiener Schnitzel bald nur noch Brei", gibt er seinem Patienten zum Abschied mit auf den Weg.

 

Info

Mehr zum Thema Gesundheit finden Sie in unserem Themendossier.

 

 

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