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Längst Teil des Teams am externen Arbeitsplatz

TETTNANG – Er ist der erste Mitarbeiter der Stiftung Liebenau, der diesen besonderen Tag bei einem externen Arbeitgeber begeht: Michael Koch feierte sein zehnjähriges Betriebsjubiläum bei der Firma LAYER-Großhandel in Tettnang. „Die Arbeit macht mir immer noch so viel Spaß, wie vor zehn Jahren. Vielleicht sogar noch mehr, weil ich jetzt mehr Sicherheit habe“, sagt er. Michael Kochs betriebsintegrierter Arbeitsplatz, der formal dem in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) entspricht, gibt ihm die Chance auf Teilhabe am „normalen“ Arbeitsleben.

Feierte sein zehnjähriges Betriebsjubiläum bei der Firma LAYER-Großhandel in Tettnang: Michael Koch an seinem betriebsintegrierten Arbeitsplatz.

Feierten mit Michael Koch (3.v.l.) das erfolgreiche Jubiläum (v.l.): von der Firma LAYER-Großhandel und der Stiftung Liebenau Benedikt Czogalla, Marc Bobb, Rainer Wöhrle, Jürgen Layer und Danja Kranz (vorne).

Vorbild für andere Unternehmen

„Ich bin sprachlos“, war das erste, was Michael Koch bei der Feier zu seinem Betriebsjubiläum über die Lippen kam. Ließen es sich doch Geschäftsführer Jürgen Layer und Rainer Wöhrle, Geschäftsführer des Liebenauer Landlebens, nicht nehmen, ihm persönlich zu gratulieren. „Herr Koch ist hier vielen Mitarbeitern ans Herz gewachsen“, sagte Jürgen Layer. Rainer Wöhrle unterstrich die Vorbildfunktion für andere Unternehmen: „Es ist nicht selbstverständlich, wie man ihn von Anfang an im Team der Firma LAYER integriert hat.“

 

„Wir hatten nie Zweifel, dass es klappt“

Im Laufe der Zeit hat sich Michael Kochs Aufgabenspektrum sukzessive erweitert. Während anfangs in der Regel im Lager immer ein Mitarbeiter an seiner Seite war, arbeitet er heute sehr selbstständig. „Ein paar Lieferanten sind mir persönlich zugeordnet“, erzählt der 38-Jährige. Er kontrolliert den Wareneingang und bringt die Ware ins Lager beziehungsweise in den Verkaufsbereich. „Außerdem kommissioniert er die Ware für Nachlieferungen und Sonderbestellungen“, berichtet Benedikt Czogalla, Personalleiter bei LAYER-Grosshandel. Es habe zwar Zeit und Mühe gekostet, bis es soweit war. „Aber wir hatten nie Zweifel, dass es klappt.“

 

Vollwertiger Mitarbeiter entlastet die Kollegen

Wichtig sei für Michael Koch gewesen, dass er sich jederzeit des Rückhalts der Firma LAYER sicher sein konnte, auch wenn es mal Rückschläge gegeben habe. Für das Unternehmen habe sich dieser Schritt auf jeden Fall gelohnt. „Wir haben in Michael Koch einen vollwertigen Mitarbeiter, der die Kollegen entlastet. Er kann sehr stolz auf sich sein“, unterstreicht Benedikt Czogalla. Die Kollegen lädt Koch an seinem Geburtstag gern zum Wurstsalat-Essen ein. Wie sehr sie ihn schätzen sieht man auch daran, dass sie immer wieder mit ihm zu einem Fußballspiel seines Lieblingsvereins, dem VfB Stuttgart, fahren.

 

Jobcoach als wichtiger Ansprechpartner

Danja Kranz begleitet Michael Koch als Jobcoach der Liebenauer Arbeitswelten seit mehr als zehn Jahren und kommt einmal pro Woche ins Unternehmen. Gemeinsam reflektieren sie anstehende Probleme oder Unsicherheiten. So hat Michael Koch gelernt, dass es besser ist, eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen, in seinem eigenen Tempo zu arbeiten und sich nicht selbst unter Druck zu setzen. „Als Ansprechpartnerin ist sie sowohl für ihn als auch für uns extrem wichtig. Die Zusammenarbeit hat über all die Jahre wunderbar funktioniert“, stellt Benedikt Czogalla fest.

 

Vorteile für Arbeitgeber

Für Menschen mit Behinderung eignen sich besonders einfache und zeitintensive Routineaufgaben, die die anderen Mitarbeiter entlasten. Findet ein Mensch einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz wird er, ebenso wie das Unternehmen, von Jobcoaches der Liebenauer Arbeitswelten unterstützt. Die Bezahlung erfolgt nach Leistung. Gemeinsam werden individuelle Lösungen ausgearbeitet. Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ist in aller Regel eine Bereicherung für die Unternehmenskultur. Mit der Anrechnung der Arbeitsleistung auf die Ausgleichsabgabe können Firmen zudem Kosten sparen. Nicht zuletzt tragen die besonderen Arbeitsplätze einen Teil zur inklusiven Gesellschaft bei.

 

 

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