Seitlich streichen für weitere Aufgabenfelder <>

Mit Solidarität, Herzblut und Mut durch die Krise

MECKENBEUREN-LIEBENAU – Seit Mai 2019 ist Christian Braun in der Geschäftsführung der Liebenau Service.

Christian Braun, Geschäftsführer der Liebenau Service.

Herr Braun, Sie führen das Unternehmen mit durch die Pandemie. Wie haben Sie die vergangenen Monate erlebt?

 

Als eine Zeit, die uns alle extrem fordert. Insbesondere zu Beginn der Pandemie spürte ich aber auch sehr viel Solidarität. Als Stiftung Liebenau wurde gemeinsam gedacht und gehandelt. Anpacken und Tun waren wichtiger als Zuständigkeiten oder GmbH-Grenzen. Mit tollem Erfolg: Wir schaffen es weiter, so gut es uns möglich ist, für die uns anvertrauten Menschen da zu sein. Als Liebenau Service konnten wir im Stiftungsverbund mithelfen, die Grundbedürfnisse nach Essen, frischer Wäsche und Sauberkeit zu stillen. Hier gebührt der Dank unseren vielen tollen Mitarbeitenden, die in einer Zeit voller Sorgen und Ungewissheit zuverlässig, fleißig und mit sehr viel Herzblut am Werk sind.

 

Es ist auch eine Zeit mit sehr vielen unterschiedlichen Themen, für die wir keine Antworten in der Schublade haben. Wir müssen uns ständig auf Neues einlassen. Ich bin jedoch vor allen Dingen sehr dankbar, dass wir bis heute keine Infektionsfälle im Unternehmen  hatten und ich hoffe sehr, dass dies so bleibt.

 

Welche Entscheidung ist Ihnen in dieser Zeit am schwersten gefallen?

 

Die Einführung der Kurzarbeit in einigen Unternehmensbereichen beschäftigte mich sehr lange. Unsere Mitarbeitende bieten ihre volle Arbeitskraft an, zuverlässig und konstant und dafür gibt es den Lohn, ebenso zuverlässig und konstant. Das ist die Grundabmachung eines jeden Arbeitsverhältnisses. An diesem mussten wir rütteln, in dem wir die angebotene Arbeitskraft nicht mehr voll abrufen und auch nicht mehr den vollen Lohn zahlen konnten.

 

Gibt es auch Momente, an den Sie sich trotz der Umstände gerne zurückerinnern?

 

Ja, sehr viele sogar: An die vertrauensvolle, pragmatische und unkomplizierte Zusammenarbeit vieler Beteiligten und die spürbare Solidarität zueinander. An die Haltung vieler Mitarbeitenden, sich der Herausforderung zu stellen und das Beste daraus zu machen. An unseren Betriebsrat, der für die Interessen der Mitarbeitenden einsteht und gleichzeitig kooperativ und zugewandt ist.

 

Welche Maßnahmen wurden getroffen, um Ansteckungsrisiken für Mitarbeitende zu reduzieren und gleichzeitig den Betrieb aufrechtzuerhalten?

 

In Krisen braucht es zunächst viel Kommunikation. Alle Beteiligten benötigen möglichst viel Orientierung und Sicherheit. Zu Beginn der Pandemie führten wir als erste GmbH im Stiftungsverbund einen „Corona-Krisenstab“ ein. Damit war sichergestellt, dass wir systematisch, täglich und damit schnell alle anfallenden Themen bearbeiten konnten, wie Verdachtsfälle, notwendige Hygienestandards oder Verhaltensregeln. Anfangs stand dabei die Sicherstellung der Versorgungssicherheit im Stiftungsverbund im Vordergrund. Um die Risiken eines Ausfalls zu reduzieren, führten wir zum Beispiel einen Mehrschichtbetrieb im Catering und im Textilservice ein. Wir entwickelten Pläne, welche Leistungen wir im Ernstfall zuerst aufgeben würden, um wichtigere aufrecht zu erhalten.

 

In Arbeitssicherheitsbegehungen legten wir fest, wie wir das Arbeitsumfeld möglichst so gestalten können, dass Ansteckungsrisiken reduziert werden. Unser Nähwerk hat mit der Herstellung von tausenden Masken hierzu einen großartigen Beitrag leisten können. Ich bin auch sehr dankbar für die Disziplin unserer Mitarbeitenden, sich an Hygienevorgaben zu halten.

 

Stehen der Kundschaft alle Dienstleistungsbereiche der Liebenau Service zur Verfügung?

 

Ja, bis auf folgende kleine Ausnahmen: Catering im Schloss Liebenau oder auch unser Frontcooking-Angebot in der Kantine in Liebenau wird es frühestens ab Oktober 2020 wieder geben.

 

Viele unsere Bereiche werden inzwischen wieder so nachgefragt wie vor der Krise, das ist sehr erfreulich. In unseren Bereichen Catering und Bau- und Sonderreinigung spüren wir allerdings noch deutlich die Auswirkungen der Pandemie. Niemand kann abschätzen, wie lange das noch anhält.

 

Was erhoffen Sie sich für die zweite Jahreshälfte?

 

Ich hoffe sehr, dass unsere Mitarbeitenden und wir als Liebenau Service gut durch die Krise kommen und wir unterm Weihnachtsbaum sitzen und uns sagen können: Das Schlimmste liegt hinter uns. Dann wünsche ich mir aber auch, dass zwar vieles, aber auch nicht mehr alles so wird wie vor der Krise. Die Schriftstellerin Luise Rinser sagte einmal: „Krisen sind Angebote des Lebens, sich zu wandeln. Man braucht noch gar nicht zu wissen was neu werden soll. Man muss nur bereit und zuversichtlich sein.“

 

 

Wenn Sie sich für unseren Newsletter Inklusion interessieren, melden Sie sich bitte hier an >

 


Pressekontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon +49 7542 10-1181
presse@stiftung-liebenau.de