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Ökologisch, ökonomisch, sozial – Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen

MECKENBEUREN-LIEBENAU – wer wissen will, was nachhaltiges Wirtschaften ist, muss sich den Wald anschauen. Dort wird das Prinzip sichtbar: Es darf nur so viel Holz im Wald geschlagen werden, wie permanent nachwächst. Ursprünglich entwickelt in der Forstwirtschaft, wird der Begriff inzwischen überall dort verwendet, wo es gilt, Bestehendes so zu bewirtschaften, dass es auch in Zukunft nutzbar bleibt. Dabei geht es nicht nur um ökologische Themen, sondern auch um ökonomische und soziale Nachhaltigkeit.

Der Stiftungswald leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Mit ihrem Forstbetrieb leistet die Stiftung Liebenau also schon einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Verantwortung für die Zukunft

Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde im 18. Jahrhundert in der Forstwirtschaft erstmals formuliert. Er entstand aus der Not, dass zu dieser Zeit die Wälder überregional übernutzt wurden und Holz knapp war. Diese Erkenntnisse prägen die heutige nachhaltige Forstwirtschaft. Auch in der Stiftung Liebenau, deren Forstbetrieb heute rund 1450 Hektar Wald bewirtschaftet, etwa eine Fläche von 2000 Fußballfeldern. „Der Stiftungswald ist eine wichtige Säule des Stiftungsvermögens”, erläutert Markus Bertele, Chef des Forstbetriebs. Er liefert kontinuierlich den klimaneutralen und nachwachsenden Rohstoff Holz, der teilweise auch zur Eigenversorgung der Stiftung Liebenau beiträgt, als Waldhackschnitzel für die Energieversorgung bis zur Bereitstellung von Bau- und Brennholz. Der jährliche Holzeinschlag würde ausreichen, um zum Beispiel den Standort Liebenau komplett zu beheizen. In der Realität wird natürlich nur ein Teil des Holzes zu Brennholz verarbeitet, weitaus mehr wird zu Bauholz.

 

Der Wald leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Bei der Photosynthese nehmen Bäume CO2 aus der Luft auf und reduzieren so den CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Bertele rechnet vor: „Im Stiftungswald sind momentan 680 000 Tonnen CO2 im Holz gespeichert.” Zum Vergleich: Diese Menge entspricht in etwa dem, was die Einwohner einer Stadt wie Friedrichshafen jährlich produzieren. (Quelle: Statistisches Bundesamt) Wird das Holz verarbeitet, bleibt das CO2 gebunden, eventuell über Jahrhunderte. Zudem bietet der struktur- und baumartenreiche Mischwald der Stiftung Liebenau Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und dient den Menschen als Erholungsraum. Und er schafft vielseitige Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderungen.

 

Umweltschutz aktive Aufgabe der Stiftung Liebenau

Mit ihrem Forstbetrieb leistet die Stiftung Liebenau also schon einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Für Kurt Metzger, Umweltmanagementbeauftragter der Stiftung, ist es damit aber noch nicht getan: „Unser Ziel ist, mittelfristig CO2-neutral zu sein.” Für den Weg dorthin haben sich Vorstand und Geschäftsführungen nun auf Umweltleitlinien verständigt. Sie wollen damit den Umweltschutz aktiv in die Aufgaben der Stiftung Liebenau integrieren und innovativ umsetzen. „Natürlich gab es bei uns bisher schon viele Initiativen zur Reduktion unserer Umweltbelastungen”, weiß Metzger. Mit dem Aufbau eines Umweltmanagements werden diese jetzt systematisiert. Erster Schritt ist eine strukturierte Erfassung der Verbrauchsdaten. „Wenn wir den Verbrauch kennen, können wir Verbesserungspotentiale besser erkennen, sie projektieren und dann auch konkret umsetzen.” Dabei geht es nicht nur um Heizenergie. Der Umweltmanagementbeauftragte muss auch Bereiche wie Bau, Fahrzeugflotte und Materialverbrauch, aber auch die Biodiversität, also den Schutz der Artenvielfalt, im Blick haben. „In einigen Bereichen machen wir schon gute Erfahrungen mit Elektromobilität, aber da liegt noch ein weiter Weg vor uns.” Bei der Einführung des Umweltmanagementsystems wird sich die Stiftung Liebenau an der Europäischen Verordnung für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung EMAS orientieren.

 

Klar ist allen Beteiligten auch: Umweltschutz ist nicht kostenlos zu haben. „Die Vereinbarung von wirtschaftlichen Grundsätzen mit ökologischen Anforderungen stellt hierbei für uns eine besondere Herausforderung dar”, heißt es in der Präambel der Leitlinien. Der Stiftung Liebenau steht ein spannungsreicher Balanceakt bevor.

 

 

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Stiftung Liebenau
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