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Corona bremst die Jugendlichen in Hegenberg aus

MECKENBEUREN-HEGENBERG – Das Corona-Virus hat auch das Leben von Menschen mit Behinderungen auf den Kopf gestellt. Selbst wenn sich im öffentlichen Leben allmählich einiges normalisiert, bleiben für viele von ihnen doch noch erhebliche Einschränkungen bestehen. Arbeiten geht für viele wegen Vorerkrankungen auch weiterhin nicht, Schulen werden erst langsam wieder geöffnet, die meisten Freizeitangebote bleiben ausgesetzt, Besuche in Wohngruppen sind nach wie vor nicht gestattet. Für viele betreuten Menschen fehlen deswegen gewohnte Strukturen im Alltag. Die Jugendlichen im Fachzentrum Hegenberg der Stiftung Liebenau haben die Herausforderungen bisher sehr gut gemeistert, obwohl sie auf, für sie sehr wichtige Dinge, verzichten mussten, wie etwa die Familienbesuche über Ostern. Je länger die Situation andauert, desto mehr reagieren sie aber verunsichert und angespannt.

Jugendliche mit schweren geistigen Behinderungen im Fachzentrum Hegenberg der Stiftung Liebenau erinnern mit dem selbstgemalten Banner, dass man derzeit besser zuhause bleibt.

Marie-Luise Kopp, Auszubildende zur Heilpädagogin, arbeitet mit der jungen Bewohner Deria an dem Banner, das dazu aufruft, zuhause zu bleiben.

Mehr Aufmerksamkeit gefordert

In der Wohngruppe Barbara 02 im Fachzentrum Hegenberg der Stiftung Liebenau leben junge Menschen zwischen 14 und 23 Jahren mit schweren geistigen Behinderungen. Die meisten besuchen die Don-Bosco-Schule des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ). Das schulische Angebot ist noch stark reduziert, auch wenn die Schule wieder teilweise geöffnet ist. Marie-Luise Kopp, Auszubildende zur Heilpädagogin, schildert, dass dadurch ein zentraler Teil der Struktur wegfällt. Die jungen Menschen seien nicht ausgelastet, benötigen von Tag zu Tag spürbar mehr Aufmerksamkeit. Auch, dass sie ihre Familien nicht sehen dürfen, verunsichert sie. Video-Schalten sind für einige keine Alternative. Manche erkennen zwar die Stimmen, aber nicht die Gesichter.

 

Sinnesreize werden geboten

Die Mitarbeiter fangen dies ab mit den veränderten Strukturen in der Wohngruppe: Wichtige Eckpunkte sind die Mahlzeiten: Frühstück, Mittag- und Abendessen werden in der Gruppe frisch zubereitet oder gekocht. Beim Kochen sind die Jugendlichen mit allen Sinnen dabei: schauen, riechen, schmecken. Auch geregelte Pausenzeiten sind wichtig. Einige Jugendliche brauchen Aufenthalte im Snoezelen-Raum oder Stimulationen auf dem Wasserklangbett, damit sie einen ruhigen Schlaf finden.

 

Kreatives zwischendurch

Zwischendurch bleibt auch Zeit für gemeinsame kreative Aktivitäten. Mit dem bunten Banner, das die Bewohner zusammen mit Marie-Luise Kopp gemalt haben und das am Zaun von Barbara 02 hängt, erinnern sie an Verhaltensregeln und daran, dass es besser ist, zuhause zu bleiben.

 

 

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Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
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