Seitlich streichen für weitere Aufgabenfelder <>

Ambulante Arbeitsassistenz Allgäu ermöglicht neue berufliche Perspektiven

WANGEN IM ALLGÄU – Nach Schnuppertagen und einem viermonatigen Praktikum war der 1. August für Stephanie Weber ein ganz besonderer Arbeitstag. Seit diesem Tag hat die junge Frau einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz im Café Haug in Wangen. Formal und rein rechtlich entspricht er einem Arbeitsplatz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM), ganz konkret hat Stephanie Weber jetzt eine Stelle auf dem Ersten Arbeitsmarkt. Dabei wird sie, ebenso wie der Betrieb, von der Ambulanten Arbeitsassistenz Allgäu unterstützt. Der Dienst der Stiftung Liebenau richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigungen, begleitet sie auf dem Weg zur beruflichen Teilhabe und schafft Zugänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Gefördert wird er durch die Aktion Mensch.

Nussecken verziert sie besonders gern: Ihr betriebsintegrierter Arbeitsplatz im Café Haug in Wangen macht Stephanie Weber großen Spaß.

Integriert im Team (v. li.): Jessica und Björn Bradtke (Inhaber Café Haug) und Konditorgesellin Sarah Breimaier wollen auf Stephanie Weber nicht mehr verzichten.

Bindeglied zwischen Klient und Betrieb: Andrea Döring (links) von der Ambulanten Arbeitsassistenz Allgäu besucht Stephanie Weber regelmäßig am Arbeitsplatz, um anstehende Fragen zu klären.

An ihrem betriebsintegrierten Arbeitsplatz im Café Haug in Wangen wird Stephanie Weber (links) von Konditor-Gesellin Sarah Breimaier angeleitet und unterstützt.

Abwechslungsreicher Arbeitstag in der Backstube

Zu richtigen Nussecken gehört ein Rand aus Schokolade. Vorsichtig nimmt Stephanie Weber das frisch geschnittene Gebäck vom Backblech und taucht eine Nussecke nach der anderen in die flüssige Schokoglasur. Zu ihren Aufgaben in der Backstube im Café Haug gehört auch die Vorbereitung von Obst für die verschiedenen Kuchen. Je nach Jahreszeit schält sie Äpfel, entsteint Pflaumen oder schneidet Rhabarber. „In der Backstube arbeite ich besonders gern. Alle sind nett und freundlich und helfen mir, wenn es nötig ist“, erzählt Stephanie Weber. Aber auch die Spülmaschinen in der Backstube und im Café gilt es zu füllen, es gibt immer etwas aufzuräumen und Tische wollen abgewischt werden. „Mir gefällt, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist“, so das Fazit der 32-Jährigen. Morgens um 7.30 Uhr beginnt ihr Arbeitstag. Um 13.30 Uhr ist Feierabend und sie fährt mit dem Linienbus nach Vogt, wo sie bei ihren Eltern lebt.

 

Arbeitsassistenz als Bindeglied zwischen Klient und Betrieb

Das gesamte Team in der Backstube überlege, welche Tätigkeiten für Stephanie Weber geeignet sind und unterstütze sie dabei, die einzelnen Arbeitsschritte einzuüben, berichtet Andrea Döring, Fachdienst der Ambulanten Arbeitsassistenz Allgäu. „Stephanie ist sehr lernbegierig und probiert gerne neue Dinge aus. So werden die Teilaufgaben, die sie bewältigen kann, von Woche zu Woche mehr.“ Als Bindeglied zwischen ihrer Teilnehmerin und dem Arbeitgeber besucht Andrea Döring sie regelmäßig an ihrem Arbeitsplatz. Sie ist da, um anstehende Fragen zu klären, Ziele zu stecken und Regeln zu definieren, die das Arbeitsleben leichter machen. „Die Stelle auf dem Ersten Arbeitsmarkt verlangt von Stephanie Weber mehr Selbstständigkeit als bei ihrer vorherigen Tätigkeit in der Stiftung Liebenau“, weiß Andrea Döring.

 

Aus dem Betrieb nicht mehr wegzudenken

Björn Bradtke, Konditormeister und Inhaber vom Café Haug, ist mit seiner neuen Mitarbeiterin voll und ganz zufrieden. „Ich würde sie jederzeit wieder einstellen“, sagt er. Vom Team in der Backstube, zwei Konditorgesellinnen und vier Auszubildenden, werde Stephanie Weber nicht nur akzeptiert, vielmehr sei sie voll ins Team integriert. „Sie strahlt immer und man merkt, dass ihr die Arbeit Spaß macht“, lobt Jessica Bradtke, die das Café zusammen mit ihrem Mann führt. Dank des betriebsintegrierten Arbeitsplatzes müssen die Bradtkes weniger Wert auf Masse und Geschwindigkeit legen. „Sie macht das, was sie kann und in der Geschwindigkeit, die für sie gut ist“, erläutert Björn Bradtke. Dabei stellt er schon nach ein paar Wochen Fortschritte fest. „Sie leistet schon viel mehr als am Anfang.“ Unter dem Strich sei die junge Frau aus seinem Betrieb nicht mehr wegzudenken.

 

Info:

 

Die Ambulante Arbeitsassistenz richtet sich seit einem guten Jahr an Menschen im Raum Wangen und Leutkirch, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung Unterstützung zur beruflichen Teilhabe in einem Betrieb des regionalen Arbeitsmarkts suchen. Gefördert wird das Projekt durch Aktion Mensch mit dem Ziel, Chancen zu eröffnen und Inklusion voran zu bringen.

 

Kontakt:

Ambulante Arbeitsassistenz Allgäu

Büro Wangen: Ravensburger Straße 40, 88239 Wangen, Telefon +49 7522 771852

Büro Leutkirch: Nadlerstraße 5, 88299 Leutkirch, Telefon  +49 7561 9151953, Mobil  +49 173 4321739

E-Mail: arbeitsassistenz@stiftung-liebenau.de

 

 

Wenn Sie sich für unseren Newsletter Inklusion interessieren, melden Sie sich bitte hier an >

 



Pressekontakt:

Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon +49 7542 10-1181
presse@stiftung-liebenau.de