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Aus Zuhören entsteht Zuwendung

MECKENBEUREN-LIEBENAU – Sehen - zuhören - wahrnehmen: Am Beginn seiner Tätigkeit im Pastoralen Dienst der Stiftung Liebenau Anfang März war Florian Müller quasi nur ein „Mitläufer“. Fünf Wochen lang hat er auf Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen hospitiert und ist in nahezu jedem Haus gewesen. Von Uhldingen bis Leutkirch hat er Menschen in ihrem Wohnumfeld besucht. Insbesondere die Fachzentren in Rosenharz und Hegenberg standen auf dem Reiseplan. Ebenso wie Liebenau, wo er sein Büro hat.

Als Mitarbeiter im Pastoralen Dienst ist Florian Müller oft Ansprechpartner für ganz persönliche Dinge.

Nicht nur ein Job

„Was mich begeistert hat, war die Motivation vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich habe hier viel Zuwendung wahrgenommen und gesehen, dass die Leute nicht einfach nur einen Job machen. Ich habe den Beruf des Heilerziehungspflegers als einen sehr sinnstiftenden, mit hohen Anforderungen an die Mitarbeitenden verbundenen erkannt“, schildert Müller seine ersten Eindrücke.

 

Über den eigenen Glauben sprechen

Als Seelsorger hat er eine besondere Rolle, wenn er mit Bewohnern und Mitarbeitenden ins Gespräch kommt. Auch bei seinen ersten Besuchen hat er bereits erlebt, wie Menschen auf ihn zugehen. „Ich werde als Kirchenmann gesehen, dem manche mit Distanz begegnen und der anderen ein wichtiger Ansprechpartner für die ganz persönlichen Anliegen ist. Auch für den eigenen Glauben, über den zu sprechen manche nur im Vier-Augen-Gespräch erlauben.“ Er sei dann oft nur Zuhörer. „Und aus Zuhören entsteht Zuwendung“, weiß Müller.

 

Breites Spektrum

Der Schwerpunkt seiner Arbeit, die er sich als Nachfolger von Ulrich Gebert mit seinem Kollegen Wolfgang Ilg teilt, liegt in der Leitung verschiedener Gruppen, wie zum Beispiel den Ministrantinnen und Ministranten und dem Bibelkreis in Rosenharz sowie in der Begleitung einzelner Personen. Das kann angesichts des nahenden Todes sein, in der palliativen Vorsorge, aber auch bei ganz persönlichen Anliegen. Auch Gespräche mit trauernden Angehörigen gehören zu seinen Aufgaben sowie Beerdigungen, Gottesdienste an Sonntagen und in den Gruppen.

 

Seelsorge auch für Mitarbeitende

Gespräche führt er nicht nur mit Bewohnerinnen und Bewohnern, auch mit Mitarbeitenden: „Kein Mensch definiert sich nur durch die Arbeit, jeder hat Lebensfragen. Und einige wollen darüber sprechen.“ Zusammen mit Silvia Stephan, Fachdienst Deeskalation, entwickelt er zurzeit ein Nachsorgekonzept für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach psychisch belastenden Ereignissen. Ab September unterrichtet er angehende Heilerziehungspfleger und -assistenten im Fach Religionspädagogik am Institut für Soziale Berufe in Ravensburg.

 

Gelingendes Leben

Für den 55-jährigen Pastoralreferenten und Diplom-Theologen schließt sich mit seiner neuen Tätigkeit ein Kreis: Bevor er 19 Jahre lang die Geschäftsstelle des Dekanats Allgäu-Oberschwaben leitete, war er acht Jahre als Gemeindeseelsorger in der Seelsorgeeinheit „Zocklerland“ in den Kommunen Horgenzell und Wilhelmsdorf verantwortlich. „Ich freue mich, dass ich nun wieder ganz nah an den Menschen sein kann, in der direkten Seelsorge und noch einmal mit Motivation etwas Neues beginnen darf. Mir geht es bei der seelsorgerlichen Begleitung von Menschen um gelingendes Leben. Die christliche Botschaft bietet hier Antworten an, wie wir das Leben mit all seinen Wendungen und Brüchigkeiten annehmen und gestalten können. Und darüber spreche ich mit den Menschen - das ist alles“ beschreibt Müller seinen Ansatz.

 

 

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