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Bundestagsabgeordneter Axel Müller: Praktikum bei der Stiftung Liebenau

BODNEGG – Der CDU Abgeordnete des Landkreises Ravensburg, Axel Müller, machte sein Versprechen wahr und absolvierte ein Schnupperpraktikum in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen der Stiftung Liebenau in Rosenharz. Dort erlebte er hautnah, was es bedeutet, einen schwerstbehinderten Menschen zu pflegen.

Axel Müller bei seinem Praktikum in der Stiftung Liebenau zusammen mit Margarete Crönert, Bereichsleitung Fachzentrum (rechts).

„Ich bewundere alle Menschen, die diese Arbeit machen. Ich selbst könnte das nicht“, so Müller respektvoll nach seinem Pflegeeinsatz auf einer Wohngruppe. Neben der körperlich, organisatorisch und zwischenmenschlich anspruchsvollen Arbeit, müssten die Mitarbeitenden auch noch sehr viel Zeit für die Dokumentation der einzelnen Handgriffe aufwenden. Dabei komme die eigentliche Arbeit, nämlich der persönliche Kontakt und die Fürsorge, oft zu kurz.

 

Hygienevorschriften und Plastikmüll

Die Hygienevorschriften bei der Pflege in einer Einrichtung, in der Menschen mit Behinderungen langfristig wohnen und leben, ähneln oft denen eines Krankhauses. Die Menge an Plastikmüll überraschte Müller. Denn auch hier müssen ständig Handschuhe, Plastikschürzen und Ähnliches getragen und gewechselt werden. Dabei sind die Menschen, die in einer Wohngruppe leben, weder ansteckend noch krank. Viel wichtiger wäre es daher, mehr Zeit für den wertschätzenden und zugewandten persönlichen Umgang zu haben.

 

Mehr Teilhabe und individuelle Selbstbestimmung

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) fordert genau dies: die personenzentrierte Unterstützung von Menschen mit Behinderungen sowie deren individuelle Selbstbestimmung in den Mittelpunkt zu stellen. Allerdings wurden das derzeitige Ordnungsrecht und die bestehenden Hygienevorschriften bisher nicht an diese Forderungen des BTHG angepasst. So wollte Axel Müller dann auch wissen, welche Veränderungen notwendig seien, damit die Arbeit in den Wohngruppen sich wieder auf die Menschen und ihre Bedürfnisse konzentrieren könne. Für Margarete Crönert, Bereichsleitung des Fachzentrums, ist klar: „Wieder mehr Eigenverantwortung für die Träger und eine wertschätzende Grundhaltung zwischen Trägern und Kontrollinstanzen.“

 

Motivationsfaktor: Arbeit mit Menschen

Arbeitnehmer, die in der Begleitung, Assistenz und Pflege arbeiten, brächten als wichtigsten Motivationsfaktor ihr Interesse an der Arbeit mit Menschen mit. Dabei spielt die ganzheitliche Betrachtung der Bedürfnisse bei der Ausübung ihres Berufs eine entscheidende Rolle. Denn nur die Kombination aus pädagogischen wie auch pflegerischen Aufgaben rundet die Gesamtkompetenz der Betreuung ab. Durch die zunehmende Dokumentationslast und die Einschränkung der Handlungs- und Entscheidungsspielräume bleiben für die multiprofessionellen Teams jedoch immer weniger Zeit für die qualitativ hochwertige Begleitung von Menschen mit Behinderungen und Pflegebedarfen.

 

 

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