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Ehrgeizig und aktiv in Sachen Inklusion

Schon beim Bau des Kirchturms waren die Oberteuringer ehrgeizig. Möglichst hoch sollte er werden. Bürger haben zusammengelegt, um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen. In der Kirche finden sich viele Stilrichtungen durch diverse Renovierungen und Erweiterungen. Womöglich kann man diese Symbolik auch auf das ambitionierte Thema Inklusion der Gemeinde Oberteuringen im Bodenseekreis anwenden: Menschen und Gruppierungen bringen sich mit ihren eigenen Stilen ein, damit die Teilhabe möglichst vieler Bürger gelingt, wächst und gedeiht. Annika Taube als Inklusionsbeauftragte der Gemeinde und Michael Friedrich-Gaire als Gemeinwesenarbeiter der Stiftung Liebenau stehen als engagierte „Inklusions-Baumeister“ im Zentrum.

Inklusionsbeauftragte Annika Taube und Gemeinwesenarbeiter Michael Friedrich-Gaire sind in Sachen Inklusion in der Gemeinde Oberteuringen aktiv.

Annika Taube vor der Info-Tafel, die die Oberteuringer Bürger rege nutzen.

Michael Friedrich-Gaire, Gemeinwesenarbeiter der Stiftung Liebenau, moderiert das Zusammenleben in den Lebensräumen für Jung und Alt und arbeitet eng mit der Inklusionsbeauftragten Annika Taube zusammen.

Im Haus am Teuringer sind viele Aktivitäten möglich, unter anderem auch gemeinsames Yoga.

Immer im Gespräch in Sachen Inklusion.

Das Willkommensfest: für viele Neubürger eine gute Gelegenheit, die Gemeinde und die Mitbürger kennenzulernen.

Im Zentrum des sozialen Miteinanders
In der Mediathek herrscht reges Kommen und Gehen, im Café treffen sich einige Leute, trinken ihren Kaffee bei einem Plausch. Im neuen Wohngebiet Bachäcker steht das „Haus am Teuringer“. Nur kurze Zeit nach seiner Einweihung im vergangenen Sommer ist es schon zum lebendigen Treffpunkt geworden. Genau in seinem Zentrum findet sich das gemeinsame Büro der beiden Fachkräfte: Annika Taube und Michael Friedrich-Gaire sind diejenigen, die verschiedenste Impulse aufgreifen und in die Bevölkerung geben. Sie sprühen vor Begeisterung, wenn sie über ihre Aufgaben sprechen. „Wir haben beste Voraussetzungen, Inklusion umzusetzen“, sagt Michael Friedrich-Gaire mit Bezug auf das Haus und das soziale Miteinander vor Ort. „Manche wirken vielleicht banal wie zum Beispiel die Magnettafel oder Ideenkiste“, meint er und zeigt ins Foyer. Banal aber zielführend, bringen Bürger doch ihre interessanten Vorschläge ein: Vom Musical, über Vorträge bis zur Suche nach einer Haushaltshilfe kann hier alles Platz finden.

Ideen zuhauf
„Wir erhalten viel mehr Ideen, als wir auf einmal anpacken können,“ freut sich Annika Taube. Nicht nur verschiedene Teams, auch Vereine und die Schule greifen Einfälle auf und füllen sie mit Leben. Im Sozialbeirat organisieren sich Vertreter von örtlichen Vereinen und Initiativen – von der Kirchengemeinde, über den Helferkreis Flucht und Asyl und Elternvertreter bis zum Sportverein. Gemeinsam wird ermittelt, was in der Gemeinde soziale Beachtung braucht. Das einrichtungsübergreifende Bachäckerteam etwa organisiert Veranstaltungen. Dabei geht es immer um einen Mehrwert für alle. Über das Altenhilfeteam, das die Bedürfnisse der Senioren aufgreift, findet eine weitere Vernetzung statt. Schüler fördern aktiv die Teilhabe etwa mit ihren regelmäßigen Besuchen im Altenpflegeheim der Stiftung Liebenau im Rahmen einer AG.

Viele beteiligen sich an Neuem
Annika Taube ist über die Flexibilität der Oberteuringer angetan, sich auf Neues einzulassen und sich zu beteiligen. Eine Bürgerin lud die neuen Bewohnerinnen und Bewohner mit Behinderungen der Stiftung Liebenau kurz nach deren Einzug zu Kaffee und Kuchen in ihren Garten ein. Eine andere Bürgerin organisiert gerade ein nachbarschaftliches Adventssingen. Gute Voraussetzungen dafür, dass die Neubürgerinnen und Neubürger in der Zukunft wie selbstverständlich dazu gehören. Diejenigen von ihnen, die tagsüber im Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrum im Haus am Teuringer sind, bringen sich wiederum im Haus ein, gestalten Tischdekos, helfen beim Tische stellen für Veranstaltungen in den Gemeinschaftsräumen und übernehmen kleine Einkäufe für das Café, freut sich Annika Taube. Auch haben sich bereits einige Oberteuringer gefunden, die Menschen mit Behinderungen aus dem gemeindeintegrierten Wohnen ehrenamtlich zu Festen oder auf einen Spaziergang begleiten möchten.

Herzlich willkommen!
Beispielhaft für die Prozesse des Zusammenwachsens steht die Idee eines Willkommensfestes. Annika Taube schildert noch immer beeindruckt das Werden: Zunächst entbrannte sich unter den Beteiligten des Beirats für soziale Zukunftsgestaltung im Vorfeld nämlich eine rege Diskussion darüber, was es wohl heißt, willkommen zu sein. Manche waren der Ansicht, neue Bürgerinnen und Bürger seien selbstverständlich eingeladen und könnten von sich aus überall dazukommen. Andere meinten jedoch, man müsste sie aktiv begrüßen. Diese Vorstellung setzte sich auch durch. Helfer packten gemeinsam an, die Gemeinde verschickte persönliche Einladungen, denen an einem Samstagvormittag rund 70 Erwachsene und 30 Kinder folgten. Nach dem Empfang mit Begrüßung durch den Bürgermeister, lernten die Gäste bei einer Führung ihren neuen Wohnort kennen. Beim gemeinsamen Frühstück stellten sich die Vereine und Initiativen vor. Ein gelungenes Fest, das verbindet.

Vereine und Privatpersonen sind gefragt
Annika Taube ist seit fast vier Jahren in Oberteuringen in Sachen Inklusion aktiv. Sie schätzt es sehr, dass sie sowohl von der Gemeindeverwaltung Rückhalt, Vertrauen und Gestaltungsspielraum bekommt, aber auch von Partnern wie der Stiftung Liebenau. Ihr Kollege Michael Friedrich-Gaire ist Gemeinwesenarbeiter in der seit etwa zehn Jahren bestehenden generationenübergreifenden Wohnanlage in der „Alten Mühle“ der Stiftung Liebenau und bringt Erfahrungen aus diesem „Mikrokosmos“, einem „Spiegel der Gesellschaft“ ein. Im Haus am Teuringer sind im Sommer weitere Wohnungen nach diesem Wohnkonzept bezogen worden. Mit den offenen Bewohnern Neues zu gestalten, darauf freut sich Friedrich-Gaire. Die Fernsehlotterie unterstützt für drei Jahre einen Teil seiner Inklusionsarbeit.

Alle bringen sich ein
So findet über die Vernetzung aller Akteure ein immerwährender Austausch mit Annika Taube und Michael Friedrich-Gaire als Moderatoren statt, mit dem Ziel der Teilhabe für möglichst viele Bürger im Ort. Einen Unterschied zum hohen Kirchturm wird es wohl geben: Dem Turmbau sind nach oben Grenzen gesetzt. Der Inklusion nicht.

 

 

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