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Ein Frühchen stellt alle vor besondere Herausforderungen

RAVENSBURG – Der Welt-Frühgeborenen-Tag am 17.11. macht auf die spezielle Situation von Frühchen und ihren Angehörigen aufmerksam. Aus diesem Anlass gab es im St. Elisabeth-Klinikum verschiedene Informationsstände rund um das Thema Frühgeburt und Kinderklinik, eine gemeinsame Aktion der Oberschwabenklinik, der Kindernachsorge der Stiftung Liebenau und engagierter Eltern.

Die Sozialarbeiterin und Case Managerin der Kindernachsorge, Nadja Nobis, vor dem Inkubatormodell „Giraffe“ der Kinderklinik. Im Inkubator wird ein optimales Klima geschaffen, damit Neugeborene sich in Ruhe entwickeln können.

Weltweit kommen derzeit 7-10% aller Neugeborenen zu früh auf die Welt. Laut einer aktuellen Studie der WHO ist die Zahl in nahezu allen Ländern steigend. In der Frauenklinik Ravensburg waren es von den 1349 Kindern, die 2018 geboren wurden 133 Säuglinge, die aufgrund von Frühgeburt in der Kinderklinik in Ravensburg betreut werden mussten. Einige der Kinder wogen bei der Geburt unter 1500 Gramm. Die Überlebensrate der Frühgeborenen ist kontinuierlich besser geworden und die meisten überleben gesund. Und doch ist es am Anfang eine Zitterpartie. Ein Kind dass in der 24ten Schwangerschaftswoche geboren wird braucht eine medizinische Maximalversorgung und kämpft täglich ums Überleben. Für die Eltern sind die langen Wochen, die ihr Baby in der Kinderklinik betreut werden eine anstrengende Zeit der Zerrissenheit zwischen dem Zuhause und der Intensivstation, zwischen der Betreuung des Neugeborenen und der Geschwisterkinder, geprägt von vielen Unsicherheiten. Bis zum errechneten Geburtstermin bleiben die Kinder in der Klinik. Wenn sie stabil sind, dürfen sie endlich nach Hause und die Eltern sind plötzlich auf sich gestellt. Damit der Übergang in den Alltag klappt, gibt es seit zehn Jahren die Kindernachsorge der Stiftung Liebenau.

 

Gemeinsam für Kinder

„In der Kinderklinik werden die Frühchen medizinisch und pflegerisch rund um die Uhr betreut. Zu Hause fällt diese Sicherheit plötzlich weg“, erzählt Nadja Nobis, die Leiterin der Kindernachsorge, die am Aktionstag über ihre Arbeit informiert. „Die Betreuung des Kindes daheim stellt sich als aufwändig heraus und lässt kaum Zeit für einen geregelten Alltag.“ Sie begleitet mit ihrem Team aus erfahrenen Kinderkrankenschwestern und einem Psychologen betroffene Familien drei bis sechs Monate lang in der häuslichen Versorgung des Kindes. Dabei geht es nicht nur um die Hilfe zur Selbsthilfe, etwa damit die Kinder ihre Medikamente richtig einnehmen oder zu Hause von den Eltern richtig versorgt werden können. Die Kindernachsorge hilft auch beim Umgang mit Krankenkassen, vernetzt zu weiteren Hilfsangeboten und hat ein offenes Ohr für die Eltern, wenn alles einfach mal zu viel wird.

 

Für das Thema sensibilisieren

Der Aktionstag stieß bei Besuchern und Fachpersonal gleichermaßen auf Interesse. Zum Informationsangebot gehörte auch der Frühchen-Treff „Mini-Glück“ der Kindernachsorge. Der monatliche Treff ist ein Ort, an dem sich betroffene Eltern, die noch in der Klinik oder bereits zu Hause sind, über Ihre Erfahrungen austauschen und wertvolle Tipps erhalten können. Auch der Verein Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen e.V. war mit einem Stand vertreten. Die Mitglieder fertigen Kleidungsstücke für sehr kleine Säuglinge, da es in den Geschäften fast keine Kleidungsstücke in diesen Größen zu kaufen gibt. Ebenfalls stellte sich eine Elterninitiative vor, die einen Förderverein für das frühgeborene Kind gründen möchte.

Weitere Informationen und Kontakt

Die Unterstützung Kindernachsorge ist kostenlos. Betroffene mit Hilfebedarf können sich direkt an die Kindernachsorge oder an ihren Arzt wenden, der die Leistung bei der Krankenkasse beantragt.

 

www.kindernachsorge-rv.de

 

 

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Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
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