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Vorrichtungsbau: Unverzichtbar für die Werkstatt-Arbeit

MARKDORF – Am Anfang stehen Quader aus Steinwolle, Wachsreste und motivierte Beschäftigte, am Ende Fackeln, die in absehbarer Zeit auf diversen Märkten und Veranstaltungen funkenfrei abbrennen. Die Herstellung dieser Fackeln gehört seit einigen Jahren zu den festen Aufträgen in der Werkstatt der Liebenauer Arbeitswelten. Die pneumatische Wendevorrichtung am Standort Markdorf ist dabei hilfreich: einerseits als Arbeitserleichterung, andererseits zur Sicherung einer gleichbleibenden Qualität, wie Vorrichtungsbauer Bernhard Schrapp von der Stiftung Liebenau erklärt.

Zur Produktion gehört das Tauchbad: Annegret Friedrich achtet in der Werkstatt in Markdorf drauf, dass die Quader sich vollsaugen mit Wachs.

Tropfsicher und gut: Mit Hilfe der Vorrichtung fertigen Gerold Walk und seine Kolleginnen Wachsfackeln für Märkte und Veranstaltungen.

Die Drei von der Fackelproduktion

Daniela Godlowski und Annegret Friedrich tauchen die Quader in das flüssige Wachs aus Kerzenresten. Nach einer festgelegten Zeit nehmen sie die gesättigten Teile aus den Bottichen und lassen sie in dem eigens geformten Seiher abtropfen. Wenig später steckt Gerold Walk sie in eine der 20 Halterungen an der Wendevorrichtung. Alle 20 Sekunden ist ein leises „pfd…“ zu hören. Nach dem Impuls drehen sich die Greifer automatisch. Ist das Wachs gleichmäßig fest, entnimmt Walk die Fackeln und stapelt sie. Später werden sie in Kartons verpackt und diese auf Paletten gesetzt. „Wir arbeiten gerne hier“, spricht er für die Drei, die in der Regel am Nachmittag hier im Einsatz sind. Ein wenig stolz ist er auch auf seine Arbeit an der großen Maschine. „Am Anfang haben wir die vollgesaugten Wachsfackeln von Hand gedreht“, erinnert er sich.

 

Vorrichtungen erleichtern Arbeit

Für die Automatisierung ist Bernhard Schrapp, Arbeitserzieher und Vorrichtungsbauer verantwortlich. Auf den Laien wirkt die meterlange Anlage komplex, für Schrapp ist die Dreheinheit nicht kompliziert: eine Zahnstange, Zahnräder, Zylinder und das passende Zeitventil für den pneumatischen Impuls. Bei der Herstellung waren auch Auszubildende vom Berufsbildungswerk in Ravensburg eingebunden und haben die Halterungen gebogen und ausgerichtet. An dem praktischen Beispiel konnte ihnen Ausbilder Josef Lamp einiges über Pneumatik und die Realisierung einer 180 Grad-Drehung beibringen.

 

Teil der Auftragsgewinnung

Die Abwicklung von Aufträgen mit Auftragsannahme, Kalkulation und Angebot ist Aufgabe des verantwortlichen Gruppenleiters. Er beurteilt im Einzelfall, ob sich der Bau einer Vorrichtung lohnt, und entscheidet zusammen mit der örtlichen Werkstattleitung. Dann kommt Bernhard Schrapp ins Spiel. Mit seinem geschulten Blick hat er schnell passende Ideen parat, damit Beschäftigte nach ihren persönlichen Fähigkeiten gut arbeiten können. In der Regel macht er zu Beginn einfache Handskizzen. Die Arbeitssicherheit muss er ebenfalls im Blick haben und entsprechende Abdeckungen und Verkleidungen konstruieren. In Markdorf muss die Produktion der Wachsfackeln demnächst deutlich erhöht werden: Unter anderem wartet auch ein Großauftrag für einen Weihnachtsmarkt. Die Wendevorrichtung könnte bei Bedarf erweitert werden. Für Schrapp ein Kinderspiel.

 

 

50 Jahre Liebenauer Arbeitswelten

 

Vor 50 Jahren eröffnete in Liebenau die erste Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Damit konnten die Beschäftigten erstmals an wirtschaftlicher Produktivität und an einem geregelten Arbeitsleben teilhaben. Heute arbeiten 565 Beschäftigte an 12 Standorten auf vielfältigen Arbeitsplätzen, 71 besuchen den Berufsbildungsbereich, 356 spezielle Förder- und Betreuungsbereiche. Jobcoaches begleiten beim Einstieg in den Ersten Arbeitsmarkt.

 

Mehr über die Liebenauer Arbeitswelten in unserem Themendossier.

 

 

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Pressekontakt:

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Abteilung Kommunikation und Marketing
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